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„Genauso müssen wir weiter machen“

0:2 im ersten Spiel nach der Winterpause beim KSV Hessen Kassel, aber zuletzt immerhin ein 0:0 gegen die Spielvereinigung Neckarelz: Der Sportclub Pfullendorf hat nach zuvor sechs Niederlage in Folge am vergangenen Samstag die Minusserie ein wenig  abstoppen können. Zuvor hatte man am 18. Oktober beim 1:1 in Ulm etwas Zählbares eingestrichen. Mit nur neun Punkten aus 20 Begegnungen – das Nachholspiel gegen den SC Freiburg II ist für kommenden Dienstag, 19 Uhr, terminiert – zieren die Pfullendorfer jedoch weiterhin das Ende der Regionalliga-Südwest-Tabelle.

Von dort, wo man den vorletzten Punktgewinn feierte, war auch  Mitte Oktober der neue Trainer Stephan Baierl gekommen. Der 37-Jährige trat die Nachfolge des kurz zuvor entlassenen Adnan Sijaric an. Unter Interimscoach Klaus Steidle, der seitdem wieder als Jugendkoordinator fungiert, hatte der SCP auch den bislang letzten Sieg eingefahren (3:0 am 5. Oktober gegen Waldhof Mannheim). „Mit Stephan Baierl haben wir einen Trainer verpflichtet, von dem wir restlos überzeugt sind. Er erfüllt unser Anforderungsprofil in vollem Umfang. Stephan Baierl ist ein akribischer und ehrgeiziger Trainer. Er arbeitet gerne mit jungen Spielern und lebt damit die Philosophie unseres Vereins“, ließ der Sportclub seinerzeit in einer Pressemitteilung wissen. Baierl hat seine Trainerlaufbahn im Jahr 2006 beim VfB Stuttgart begonnen und war bis 2011 im Nachwuchsbereich tätig. Er trainierte diverse Jugendteams des VfB. In der Saison 2011/2012 war Baierl Co-Trainer beim SSV Ulm 1846 in der Oberliga Baden-Württemberg. Nach dem Aufstieg war er dann bis November 2012 hauptverantwortlicher Coach des SSV in der Regionalliga Südwest. Zudem ist er seit 2009 im Trainerlehrstab des Württembergischen Fußballverbandes für die Aus- und Fortbildung der Jugendtrainer tätig.

Zwischenzeitlich haderte der Pfullendorfer Übungsleiter bereits mit dem Schicksal. „So viel Pech – wie hier – hab ich in meinem Leben gar noch nie gehabt, irgendwann muss Fortuna auch mal uns zur Seite stehen“, blickte er unlängst auf seiner bisherige Amtszeit zurück. Viele Spiele hätten einen anderen Verlauf nehmen können – so auch im Gastspiel in Kassel, als nach starker Anfangsphase ein individueller Patzer die Linzgauer zum wiederholten Male auf die Verliererstraße brachte. Hinzu gesellten sich auch noch die Ausfälle von Jörg Schreyeck, der wegen seiner Roten Karte mit zwei Spielen Sperre belegt wurde, und Kai Sautter, für den nach einem Kreuzbandriss die Runde beendet ist.

Mit dem jüngsten Auftritt gegen Neckarelz zeigte sich Baierl derweil zufrieden: „Selbst wenn die Lage noch so hoffnungslos scheint, darf man niemals aufgeben. Das hat man gegen Neckarelz gesehen.  Genauso müssen wir weiter machen.“

Und wer weiß? Vielleicht gelingt ja genauso wie im Vorjahr doch noch der Klassenverbleib – der dank eines famosen Schlussspurts, der mit dem 3:0 am letzten Spieltag gegen eine allerdings sehr stark ersatzgeschwächt angetretene Eintracht bewerkstelligt wurde.

Der 1919 gegründete Sportclub gilt im Bereich des südbadischen Fußballverbands hinter Bundesligist SC Freiburg als das Aushängeschild. Im Jahre 2000 klopfte der damals noch großzügig vom Küchenhersteller „Alno“ unterstützte Klub sogar ans Tor zur Zweiten Bundesliga, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde an Union Berlin und dem damaligen LR Ahlen.

2000/01 ging es jedoch bereits runter in die viertklassige Oberliga Baden-Württemberg, aus der man aber wieder direkt aufsteigen sollte. Von 2002 bis 2008 spielte Pfullendorf in der drittklassigen Regionalliga Süd. Ab 2008 war der SCP für vier Jahre in der viertklassigen Regionalliga Süd vertreten, seit 2012 gehört der Klub aus der 13.000-Einwohner-Stadt nach der Umstrukturierung der Südwest-Staffel an.

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