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Maurice Roth: „Es macht mir Spaß, Verantwortung zu übernehmen.“

Im Sommer 2018 ist Maurice Roth nach sechs Jahren beim SV Morlautern zu Eintracht Trier gewechselt. Und auch wenn die Mannschaft sich in der Hinrunde schwer getan hat, hat sich Roth beim SVE bestens eingelebt. Unser Redakteur Pascal Hubert hat mit dem Mittelfeldspieler vor dem Freitagsspiel gegen Kaiserslautern über seine persönliche Zwischenbilanz und seine ersten Eindrücke von der ältesten Stadt Deutschlands gesprochen.

Du hast momentan zwei Tore und eine Vorlage auf dem Konto. Ist das für dich okay, oder hattest du dir mehr erhofft nach 15 Spielen?

Klar bin ich nicht zufrieden, zumindest laut Statistik hatte ich in den letzten Jahren zu diesem Zeitpunkt mehr. Wir waren in den letzten Wochen defensiver aufgestellt, im 4-4-2 System neben Gody (Mabouba, Anm. der Reaktion) habe ich auch mehr defensive Aufgaben, als am Anfang der Saison und da bin ich nicht mehr so oft an Offensivaktionen beteiligt. Aber das wird sich auch wieder ändern, wenn wir uns erstmal eingespielt haben. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Null steht. Vorne sind wir aufgrund der individuellen Qualitäten unserer Spieler immer für ein Tor gut. Auch wenn ich wie gesagt von der Statistik her nicht zufrieden bin, so hat die Mannschaft im Vordergrund zu stehen und da muss man sich selbst auch mal hinten anstellen.

Du wohnst in der Pfalz, studierst im RheinMain-Gebiet und spielst an der Mosel Fußball. Welche Region gefällt dir am besten?

Ganz klar Trier! Ich wohne zwar in Lautern, fühle mich aber in Trier schon sehr heimisch. Ich sage das jetzt auch nicht nur, weil Ihr Fans das hören wollt. Ich habe hier wirklich schon Freunde fürs Leben gefunden und bin auch kräftig auf der Suche nach einer Wohnung zusammen mit ein paar Mitspielern und hoffe, dass ich dann bald öfter in Trier sein kann.

Du warst bereits mit 20 Jahren Kapitän in Morlautern. Warst du schon immer ein Typ, der Verantwortung übernimmt oder wurdest du damals ein wenig in die Rolle reingedrängt?

Ich bin damals als 18-jähriger nach Morlautern gekommen. Nach meiner ersten Saison ist die Mannschaft größtenteils auseinander gebrochen. Ich dagegen bin geblieben und da hat mich der Trainer angerufen und gefragt ob ich mir das vorstellen könnte, Kapitän zu sein. Für mich war klar, dass ich das mache, auch wenn das in dem Alter nicht selbstverständlich ist. Es hat sich einfach so entwickelt und es macht mir auch Spaß, Verantwortung zu übernehmen. Der Erfolg damals in Morlautern hat ja auch für uns gesprochen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen einem Verein wie dem SV Morlautern und Eintracht Trier?

Jede Menge. Von der Infrastruktur her ist die Eintracht wie ein Profiverein aufgestellt, mit dem Trainingsgelände und dem Stadion und dann natürlich auch den Fans. Das ist immer wieder was besonderes, da wird man schon beim Aufwärmen richtig heiß. Auch wenn es im Moment aufgrund der sportlichen Situation nicht so viele Zuschauer sind, so sind es trotzdem noch ein paar mehr als in Morlautern und ich bin sicher das wieder mehr kommen werden, wenn wir erfolgreicher sind.

Du sitzt täglich mehrere Stunden im Auto, ist es da nicht manchmal auch ein wenig schwer abends im Training noch 100% geben zu können?

Es ist schon schwierig. Um sechs Uhr morgens geht es los zur Uni, um ca. halb vier nach Trier zum Training und abends dann wieder zurück. Sowas kostet natürlich Körner, aber ich habe den Fußball und das Training immer als Ausgleich gesehen, als Gelegenheit mal abzuschalten.

Wie viel Freizeit bleibt einem bei so einem Tag noch und wie nutzt du die Freizeit am liebsten?

Freizeit hat man so gut wie gar nicht, höchstens nach dem Training mal wenn man mit den Jungs was essen geht. Am vermeintlich freien Montag bin ich zum Beispiel im Büro, danach noch etwas lernen, da bleibt einfach wenig Zeit. Meine Freundin ist ja auch da, die will natürlich auch Zeit mit mir verbringen, aber große Ausflüge sind da meistens nicht machbar. Aber ich habe mir das natürlich selbst so ausgesucht und ich bereue wirklich nichts!

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für den Rest der Saison!

Interview: Pascal Hubert

Foto: Hans Krämer

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