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Eintracht beklagt zwei irreguläre Tore

Eine besonders packende, aber auch umstrittene Partie zwischen der Eintracht und dem heutigen Gegner aus Offenbach gab es 1987 im Rahmen der Aufstiegsrunde zur Zweiten  Bundesliga. Wir blicken zurück.

Südwestmeister Eintracht Trier hatte nach einer 0:1-Auftaktniederlage beim SV Sandhausen Bayern-Titelträger Spvgg Bayreuth zuhause 3:0 vom Platz gefegt, Hessenmeister Offenbach nach einem 2:2 in Bayreuth Sandhausen mit 2:0 besiegt. Im Moselstadion trafen sich also die bis dahin beiden besten Teams. Vor über 9000 Fans setzten sich die Kickers nach 90 dramatischen Minuten knapp mit 3:2 durch.

Die entscheidende Szene des Spiels aber erhitzte die Gemüter. Als in der 85. Minute Triers Abwehrspieler Dieter Hahn und OFC-Mittelstürmer Dieter Müller auf dem durch einen zuvor niedergegangenen Platzregen sehr glitschig gewordenen Rasen im Strafraum zu Boden gingen, glaubte Schiri Krug ein Handspiels Hahns erkannt zu haben und auf Elfmeter entscheiden zu müssen. Wütende Proteste der aufgebrachten Trierer Spieler und Zuschauer hinderten Offenbachs Hörst nicht daran, den Strafstoß sicher zu verwandeln – 1:3 für die Gäste, der K.o. für die Eintracht!

Zwar nährte SVE-Torjäger Lothar Leiendecker durch seinen Anschlusstreffer in der 88. Minute noch einmal letzte Hoffnungen auf ein Happy-End, doch es reichte nicht mehr. Zweifellos musste man den Erfolg der Kickers gemessen an den klaren Torchancen als verdient anerkennen, doch ein fader Beigeschmack blieb, zumal bereits der Offenbacher Führungstreffer durch Müller (58.) nach Abseits „roch“. Rudi Thömmes hatte nach 67 Minuten aus kurzer Distanz ausgeglichen, ehe Reinhard Stumpf per Kopf die Offenbacher erneut in Führung brachte (76.).

OFC-Coach Robert Jung machte der Eintracht nach der Partie artig Komplimente („Triers Kampfgeist hat mir imponiert, die Eintracht hat nie aufgegeben!“). Sein Kontrahent Horst Brand lobte besonders Torhüter Jürgen Roth und Abwehrspieler Elmar Klodt, der Offenbachs quirligen Griechen Paul Koutsoliakos „an die Kette“ gelegt hatte, verhehlte jedoch seine Enttäuschung nicht: „Wir haben zwei irreguläre Tore kassieren müssen. So was ist frustrierend!“ Dennoch wollte Brand sein Team im Aufstiegskampf noch nicht abgeschrieben wissen: „Wer glaubt, wir seien schon aus dem Rennen, wird eine Überraschung erleben!“

In der Tat: Die Eintracht machte die Prophezeiung ihres Trainers wahr und gewann eine Woche später das Rückspiel auf dem Bieberer Berg durch ein Tor von Wolfram Schanda mit 1:0! Erst durch ein 0:2 in Bayreuth platzten die Aufstiegsträume – der Bayernmeister schaffte gemeinsam mit den Offenbacher Kickers am Ende den Sprung in die zweite Liga.

 

So spielten sie:

 Eintracht Trier: Roth – Brinsa, Rubeck, Klodt, Hahn, Lüders (62. Dahler), Thömmes, Schanda, Pfahler, Müller (77. Leiendecker), Dubois.

Kickers Offenbach: Fuhr – Paulus, J. Müller (70. Hörst), Stumpf, Thiel, Brummer, Schummer, Walter, Hahn, D. Müller, Koutsoliakos.

Tore: 0:1 (58.) J. Müller, 1:1 (67.) Thömmes, 1:2 (76.) Stumpf, 1:3 (85., Handelfmeter) Hörst, 2:3 (88.) Leiendecker.

Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen). – Zuschauer: 9000.

 

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