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Test-Gegner FC Eisenach wird von „Jahrhundertfußballer“ trainiert

Das fünfte Testspiel der Sommervorbereitung führt den SV Eintracht Trier 05 am Mittwoch Abend, ab 18.30 Uhr, im Rahmen des Trainingslagers in Eisenach mit dem ortsansässigen FC Eisenach 2011 zusammen. Damit kommt es im Wartburgstadion zum Vergleich des sechstklassigen Thüringenligisten, der in der Vorsaison auf dem sechsten Platz abschloss und dem zwei Stufen höher angesiedelten Regionalligisten von der Mosel. Bereits drei Tage später hat es der FCE an gleicher Stelle wieder mit einem Viertligisten zu tun, wenn Fortuna Düsseldorf II aus der West-Staffel seine Visitenkarte im Westen Thüringens abgibt.

 

So jung der FC Eisenach ist, so traditionsreich ist zumindest einer seiner Vorgängervereine. 2011schloss sich der FC Wartburgstadt mit dem unterklassigen Verein SG Hörseltal Stedtfeld sowie der Fußballabteilung des ESV Lokomotive Eisenach zum neuen Verein FC Eisenach zusammen. Als Aufsteiger belegte der fusionierte Verein in der Verbandsliga auf Anhieb einen guten neunten Tabellenplatz. Vor der Wende hieß Wartburgstadt Eisenach (zunächst SV, dann ab 1998 FC) BSG Motor Eisenach und war zwischen 1954 und ´83 insgesamt zwölf Spielzeiten in der zweithöchsten Spielklasse, der DDR-Liga, vertreten. In der ewigen Tabelle belegt die BSG Motor unter 199 Mannschaften den Platz 54.

Zu weitaus höheren Meriten kam Eisenachs Trainer Jürgen Heun in seiner Zeit als Aktiver. 1968 wechselte der heute 55-Jährige vom heimatlichen Günthersleben zum „großen“ FC Rot-Weiß Erfurt. Hier wurde er zu einem der erfolgreichsten Torjäger der DDR-Oberliga und zum Nationalspieler.

Bis zur Auflösung der ostdeutschen ersten Liga anno ´91 markierte „Kimme“ in 341 Partien im Oberhaus 114 Treffer. Maßgeblich war Heun so auch dafür verantwortlich, dass RWE 90/91 als Oberliga-Dritter die direkte Quali für die Zweite Bundesliga schaffte und sogar im UEFA-Pokal zunächst gegen den FC Groningen (1:0/1:0) und dann gegen Ajax Amsterdam (1:2 und 0:3 in Düsseldorf) ran durfte.

Bei seinem Abschied 1993 hatte Jürgen Heun in 400 Spielen 131 Tore für die Blumenstädter erzielt – ein bis heute gültiger Vereinsrekord. Kein großes Wunder, dass Heun 2000 sogar zum Erfurter Fußballer des Jahrhunderts gewählt wurde. 17 Mal wurde er in die DDR-Nationalelf berufen und traf dabei vier Mal ins Schwarze.

Seit dem Ende seiner Laufbahn trainierte Heun schon einige ambitionierte Amateurklubs im Raum Erfurt. Im Sommer 2012 heuerte er im Wartburgstadion an.

Die Spielstätte des FC 2011 ist geprägt durch die aus Naturstein gemauerten Anlagen rechts und links davon mit dem Turm auf der Ostseite. Aufgrund der für die Zeit der Erbauung ungewöhnlichen Architektur wurde das Stadion im Januar 2009 in das Denkmalbuch des Freistaates Thüringen aufgenommen.

Auch einige internationale Vergleiche fanden im Wartburgstadion statt. Am 26. September 1967 sahen 14.000 Zuschauer das Spiel der B-Nationalmannschaften der DDR und Ungarn, das die Gastgeber mit 2:1 gewannen. Am 2. August 1971 besiegte die A-Nationalmannschaft der DDR vor 9.000 Zuschauern eine Auswahl des Irak in einem inoffiziellen Länderspiel mit 11:0.

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