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“Das Vertrauensverhältnis ist sehr groß”

Kurz vor dem Jahreswechsel stellen sich das für den Nachwuchsbereich zuständige Vorstandsmitglied Roman Gottschalk, Nachwuchskoordinator Michael Ziegler und Jugend-Cheftrainer Christian Mergens zum Interview und beziehen Stellung zur allgemeinen Lage, aber auch zur schwierigen Situation bei der u23, zum Abgang von Trainer Jörg Kreusch und zum installierten Scouting-System.

 

Winterpause auch in den Nachwuchsligen. Wie fällt das Zwischenfazit aus?

Michael Ziegler: Fakt ist: Betrachtet man das Abschneiden aller zehn Jugendmannschaften, stehen wir insgesamt besser da als im Vorjahr. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der U 12 II und der U13, die als E-Junioren bzw. D-Junioren jeweils eine Altersstufe höher am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen und somit meist gegen zwei Jahre Ältere antreten. Das Konzept, die Jüngeren auf diese Weise an höhere Aufgaben heran zu  führen, greift also.

Vor allem zufrieden sind wir aber mit der Entwicklung der einzelnen Talente in allen Mannschaften, die durch die qualifizierte Arbeit unserer Trainer und den hohen Trainingsumfang große Fortschritte gemacht haben.

 

Roman Gottschalk: Loben muss ich auch die gute Zusammenarbeit der Trainer untereinander und die hohe fachliche Qualifikation unserer Übungsleiter, mit deren Hilfe sie fachlich fundiertes Training durchführen. Wir haben fünf A-Lizenz- und vier C-Lizenzinhaber sowie einen Diplom-Sportlehrer in unseren Reihen. Unverzichtbar wichtige Arbeit leisten zudem Holger Jungandreas als Mentaltrainer, Johanna Homburg als Koordinations- und Knut Budzisch als Torwarttrainer.

Das Vertrauensverhältnis ist sehr groß. Mit Michael Ziegler als Nachwuchskoordinator und Christian Mergens als Jugend-Cheftrainer stehe ich nun schon seit 1. Februar in Verbindung. Sie haben sich schon weit vor ihrem offiziellen Amtsantritt am 1. Juli hier mit hohem Engagement eingebracht und eine tolle Mannschaft an Trainern und Assistenten sowie Betreuern zusammen gestellt.

 

Für die U23 wird es sicher schwer, den Klassenverbleib in der Oberliga noch zu schaffen. Wie soll der Abstieg noch vermieden werden? Wie schwer wiegend wäre für den SVE der Gang zurück in die Rheinlandliga?

 

Christian Mergens: Trotz des letzten Tabellenplatzes geben wir noch lange nicht auf. Mut machen mir auch die letzten Spiele vor der Winterpause, die zwar bis auf das 1:1 in Salmrohr allesamt knapp verloren, gegen Spitzenmannschaften wie Neunkirchen, Pirmasens oder Völklingen aber durch die Bank sehr gut ausgesehen haben. Wir werden uns von einigen Spielern, die es leider nicht ganz gepackt haben, trennen und neue Leute dazu bekommen, die die Fähigkeit  und den Ehrgeiz besitzen, in dieser Spielklasse Fuß zu fassen.

 

Roman Gottschalk: Wir alle wussten und wissen, dass es für die U23 in der Oberliga ultra schwer wird, den Klassenverbleib zu packen. Unter der Etatkürzung litt gerade unsere „Zwote“. Was ihr fehlt, ist zum Beispiel auch ein Leader, wie es im Vorjahr Erwin Bradasch war. Ein Spieler solcher Qualität ist aber aktuell für unsere U23 einfach nicht mehr zu finanzieren.

 

Michael Ziegler: Das reine sportliche Abschneiden ist das eine. Das andere ist aber, dass Talente wie Christoph Anton und auch der Noch-A-Jugendliche Burak Sözen in der U23 einen guten Schritt nach vorne gemacht haben und sich hier in der Rückrunde sicher weiter beweisen werden. Dass unsere U23 nur eine Etage unter der „Ersten“ spielt, ist grundsätzlich eine sehr gute Sache. Hier zu spielen, bringt nicht nur die Talente, sondern etwa auch Rekonvaleszenten nach vorne. Andererseits ist es auch eine aufwändige und ehrgeizige Angelegenheit, das in dieser Konstellation auf die Dauer zu stemmen.

 

Was waren die Hintergründe für den Abgang von U16-Trainer Jörg Kreusch Mitte Oktober?

 

Roman Gottschalk: Bei ihm hat sich eine neue familiäre und berufliche Situation ergeben, die einen deutlich höheren Aufwand erforderlich gemacht haben. Das war unterm Strich mit vier Mal wöchentlichem Training bei der U16 und einem Spiel am Wochenende nicht vereinbar. Jörg Kreusch hat uns dann um eine vorzeitige Vertragsauflösung gebeten. Dem sind wir selbstverständlich nach gekommen. Nach wie vor stehen wir aber in gutem Kontakt zu ihm. Jörg Kreusch stehen unverändert die Türen beim SV Eintracht Trier 05 offen.

 

Michael Ziegler: Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an Lars Uder, der seit dem Abgang von Jörg Kreusch parallel zu seiner Tätigkeit bei der U15 die u16 mit übernommen hat. Zum neuen Jahr konnten wir nun Pascal Bach als Trainer der U16 gewinnen. Auch er ist A-Lizenz-Inhaber und Sportlehrer und war in früheren Jahren beim 1. FC Saarbrücken Nachwuchstrainer und Athletikcoach bei den Profis.

 

Vor einigen Wochen wurden Scouts gesucht, um ein möglichst flächendeckendes Beobachtungsnetz in der Region aufzubauen. Wie ist hier der Stand der Dinge?

 

Michael Ziegler: Zehn Mitarbeiter bringen sich seit gut zwei Monaten auf diesem Gebiet ehrenamtlich ein. Sie teilen sich verschiedene Gebiete unserer Region auf, informieren sich über Spieler, besuchen Spiele und statten mir allen vierzehn Tage Bericht ab. Abgedeckt haben wir inzwischen die Gegend um Saarburg, über Luxemburg, den Mittelmosel- und Hochwaldbereich bis hin nach Bitburg. Unsere Kartei umfasst inzwischen schon 40 Jugendspieler, die für den SV Eintracht Trier 05 interessant sind. Eine erste Verpflichtung für die U12 II hat bereits statt gefunden. Mit weiteren Jugendspielern stehen wir in Kontakt.

 

Seit den Herbstferien besuchen die Spieler der Regionalliga-Mannschaft als Paten einzelne Nachwuchsteams. Wie ist das Projekt angelaufen?

 

Michael Ziegler: Sehr gut. Die Jungs sind präsent und bringen sich in den allermeisten Fällen deutlich über das ursprünglich vorgesehene und vereinbarte Maß ein. Ihnen macht das Ganze offensichtlich großen Spaß. Sie beteiligen sich aktiv am Training, zeigen unseren Nachwuchsspielern Tricks und Kniffe und geben Tipps. Toll finde ich besonders, dass ein Marc Gouiffe á Goufan, der ja im Laufe der Vorrunde erst dazu gestoßen ist, sich nachträglich gemeldet hat und seitdem gemeinsam mit Oli Mvondo Pate der U13 ist. Das ist einfach sensationell.

 

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Luxemburger Fußballverband, was die zahlreichen Auswahlspieler aus dem Großherzogtum in den SVE-Reihen angeht?

 

Michael Ziegler: Im letzten halben Jahr mussten wir leider die Erfahrung machen, dass die Konstellation für uns und auch für die Luxemburger Spieler unbefriedigend war, sie nur einmal die Woche hier bei uns im Training zu haben. Den Rest der Zeit waren sie bei ihrer Nationalmannschaft, absolvierten hier Einheiten im Leistungszentrum in Monnerich oder waren auf Länderspielreise. Nach Trier kamen die Jungs dann nicht selten in einem physisch und psychisch ausgelaugten Zustand, spielten dann aber trotzdem, obwohl andere die ganze Woche bei der Eintracht im Training waren. Unserem Vorschlag, die Luxemburger zumindest bei einer zweiten Einheit hier in Trier zu haben, stimmte der Verband FLF nicht zu. Es gab da von deren Seite null Verhandlungsspielraum. Nach Absprache mit unserem Vorstand haben wir dann allen Akteuren aus dem Großherzogtum die Freigabe für den Winter erteilt. Von der Sache her hätten wir die Jungs gerne behalten. Die waren sportlich und charakterlich alle Bereicherungen für uns.

 

Wie sieht die Winterpause beim SVE-Nachwuchs aus? Wohin führen die Kinder und Jugendlichen die Hallenturniere unter anderem? Was ist sonst noch geplant?

 

Christian Mergens: Ehe ich mit dem U23-Oberligakader am 18. Januar in die Wintervorbereitung starte, nehmen wir am Sonntag, 8. Januar, noch beim Hallenfußballturnier der Lebenshilfe in Konz teil. Für uns ist es wie für die anderen Teilnehmer auch selbstverständlich, trotz Urlaubsphase dort mitzuspielen und Gelder für den guten Zweck zu generieren. Geplant haben wir ansonsten für die Zeit nach Ostern einen Spendenlauf auf dem Moselstadion-Gelände. Jugendspieler, aber auch jeder sonstige Interessierte, können dann Sponsoren gewinnen, die  pro gelaufene Runde einen bestimmten Betrag zahlen. Diese Gelder fließen dann einem noch zu bestimmenden sozialen Zweck in Trier und der Nachwuchsarbeit des SVE zu.

 

Michael Ziegler: Es stehen im Januar und Februar zahlreiche Hallenturniere in weiten Teilen Deutschlands an, bei denen sich unsere Jugendspieler in den meisten Fällen auch mit dem Bundesliganachwuchs und Top-Teams von Erstligisten aus dem Ausland messen können. Für 10. Juni ist zudem die Fortsetzung unseres Porta-Nigra-Cups geplant. Diesmal richten wir das

U13-Turnier draußen auf dem Moselstadion-Gelände aus. Einige Zusagen von namhaften Klubs aus dem Südwesten liegen uns schon vor. Wir hoffen noch auf die Zusage des 1. FC Kaiserslautern.

Roman Gottschalk: Bleibt mir zum Abschluss, allen, die dem SV Eintracht Trier 05 verbunden sind, ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung im ablaufenden Jahr zu sagen, verbunden mit den besten Wünschen für 2012!

 

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