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Eintracht bietet VfB Stuttgart großen Kampf

Zum Ende der Hinrunde der Zweite-Bundesliga-Süd-Saison 1976/77 gastierte Aufsteiger SV Eintracht Trier 05 am Samstag, 11. Dezember, beim VfB Stuttgart. „Nur ein umstrittener Treffer brachte Eintracht um einen Punktgewinn“, titelte der „Trierische Volksfreund“ in seiner Montagsausgabe – und spielte damit auf die entscheidende Szene in der 38. Minute an: Torwart Werner Vollack, der sich im Gegensatz zur voran gegangenen 2:6-Pleite gegen den FC Augsburg in blendender Verfassung präsentierte, fing einen Flankenball locker ab, zögerte aber nach dem Geschmack von Schiedsrichter Ermer aus dem oberpfälzischen Weiden zu lange mit dem Abschlag. Darauf gab es knapp innerhalb des Trierer Strafraums einen indirekten Freistoß. Diesen tippte der spätere Nationalspieler Hansi Müller an – und Bernd Martin setzte die Kugel vorbei am machtlosen Vollack in die Maschen.

Hinterher war SVE-Coach Hans-Wilhelm Loßmann außer sich, sprach von „der Fehlentscheidung des Jahres“. Sein Gegenüber, VfB-Trainer Jürgen Sundermann, sah es (naturgemäß) anders – man könne die Entscheidung des Unparteiischen durchaus als richtig bezeichnen, ließ er die Öffentlichkeit wissen.

Am verdienten Erfolg der Schwaben gab es aber kaum etwas zu zweifeln. Zu überlegen agierten sie über weite Strecken, allzu oft musste Vollack in höchster Not retten.

Ein Lob heimsten sich vom Berichterstatter neben dem Trierer Torwart Libero Svend-Jorgen Andresen, Wolfgang Tullius, Rainer Brinsa, Michael Veit und Hans Redwanz – kam früh für Helmut Bergfelder (Bauchweh) in die Partie – ein.

Möglichkeiten hatte die Eintracht auch – durch Rolf Bauerkämper zögerte aber zu lange und Tullius, der VfB-Schlussmann Helmut Roleder mit einem strammen Schuss prüfte. Dem Ex-Stuttgarter Georg Müllner blieb an alter Wirkungsstätte auch ein Treffer versagt.

Nett der Schlusssatz im „TV“: „In angenehmer Erinnerung wird bei den Schwaben der gesamte SV Eintracht Trier 05 bleiben, der sich im Neckarstadion als ein faires, wenn auch etwas zu defensiv eingestelltes Team präsentierte.“

Nach 19 von 38 Spieltagen führte der VfB mit 28:10-Punkten das Klassement vor 1860 München (26:12) und dem punktgleichen FC 08 Homburg/Saar an. Der SVE war mit 17:21-Zählern Rang-14. Eine große Winterpause gab es damals übrigens nicht: Schon am 26. Dezember ging´s für die Eintracht nach Homburg, wo man mit 1:3 verlor.

Am Ende der Saison hatte der VfB nach zwei Jahren Abstinenz die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus perfekt gemacht. Im Rückspiel unterstützten 10.000 Stuttgarter Anhänger ihr Team im Moselstadion. Durch das 0:0 war der Aufstieg schließlich perfekt. Prunkstück war der damalige Hundert-Tore-Sturm. Dabei erzielte Ottmar Hitzfeld im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg sechs Treffer (Endstand 8:0). Dieser Rekord hat bis heute Bestand. Der SVE wurde 1976/77 Tabellen-17. und landete damit auf einem grundsätzlichen Abstiegsplatz. Da Röchling Völklingen (16.) aber die Lizenz zurück gab, blieb die Eintracht in Liga zwei.

Die Aufstellungen am 11. Dezember 1976:

VfB Stuttgart: Roleder – Schäfer, Gaß, Martin, Holcer, Hadewicz, Schmider, Ohlicher, Hitzfeld, Müller (ab 75. Wörn), Jank.

SVE 05: Vollack – Tullius, Brinsa, Andresen, Veit, Histing, Bergfelder (22. Redwanz), Müllner, Schlief (67. Geirsson), Bauerkämper, Riemann.

Original-Artikel auf www.facebook.com/eintrachttrier

 

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