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„Ressourcen noch lange nicht ausgeschöpft“

 

Wie sieht er die aktuelle sportliche Lage? Wie bewertet er die nicht immer so positiven Begleiterscheinungen? Wann werden die personellen Weichen gestellt? Zu diesen und weiteren Fragen äußerte sich Ernst Wilhelmi, Sportvorstand des SVE 05, im Interview mit www.eintracht-trier.com.

Platz eins nach 13 Spieltagen, bereits 28 Punkte auf dem Konto und nicht selten klasse Fußball geboten. Dann kann man doch mal zu träumen anfangen, oder?

Wir tun gut daran, an unserem angestammten Ziel, dem Klassenverbleib, festzuhalten. An unserem kommenden Gegner Elversberg sieht man, wie schnell es nach einer Positivserie auch wieder abwärts gehen kann. Wir wollen erst einmal 41, 42 Punkte auf dem Konto haben. Dann sehen wir weiter. Grundsätzlich sind auch wir vom Vorstand natürlich heilfroh, dass es so läuft wie bis jetzt. Das tut nach der katastrophalen Rückrunde in der Vorsaison einfach sehr gut.

Verschiedentlich war bereits aus Führungskreisen zu hören, dass angesichts des sportlichen Aufschwungs einige Sponsoren zusätzlich gewonnen werden konnten. Hat sich dieser Trend zuletzt fortgesetzt und sehen Sie hier noch weiteres Potenzial?

 

Sicher haben sich einige Unternehmen zusätzlich für unseren Verein und ein Werbeengagement mit uns begeistern lassen. Aber an dieser Stelle muss ich auch mal ganz klar sagen: Die Ressourcen sind noch lange nicht ausgeschöpft. Sportlicher Erfolg und finanzieller Zuspruch verlaufen sicher nicht parallel. Auch die Zuschauerzahl könnte besser sein. 2542 Besucherr in einem Derby gegen Homburg bedeuten nach wie vor viel Luft nach oben.

Warum hält sich der Zuschauer-Zuspruch Ihres Erachtens derzeit eher noch in Grenzen?

Einige sind durch die Negativserie in der Vorsaison abgeschreckt worden. Das Vertrauen müssen wir jetzt wieder mühsam zurück gewinnen und weiterhin konstant ehrlichen Fußball bieten und dabei möglichst erfolgreich sein. Kontraproduktiv ist natürlich auch das Verhalten des Ordnungsamtes. Gegen Homburg wurden schon wieder Falschparker an der Zurmaienerstraße zur Kasse gebeten. Die Parkplätze rund ums Moselstadion sind seit jeher begrenzt. Das war auch dem Ordnungsamt bekannt, weshalb über 20 Jahre lang dort nichts passierte. Und auf einmal und ohne Vorwarnung werden dort Knöllchen verteilt. Ich habe zahlreiche Anrufe und Mails von empörten Zuschauern erhalten, die dort immer ihr Auto abgestellt haben. Einige wollen jetzt nicht mehr kommen.

Die Stadt sagt, der Verein sei jetzt gefordert, um die öffentlichen Parkplätze in Stadionnähe zu benennen. Ins Gespräch wurde zumindest als mittel- und langfristige Lösung auch ein Park- & Ride-System…

…Vom Messepark aus, der rund fünf Kilometer vom Moselstadion entfernt liegt und sich fast am anderen Ende der Stadt befindet. Ein geradezu unmöglicher Vorschlag. Was wir sicher tun werden, ist es, über zu nutzende Parkplätze in Moselstadion-Nähe zu informieren. So viele gibt es allerdings nicht, die noch weniger bekannt sind…

Der aktuelle „Lauf“ der Regionalliga-Elf und Platz eins bringen zusätzliche Dynamik in die Personalfragen, zumal mehr als ein Dutzend Verträge im nächsten Sommer ausläuft, darunter auch der von Cheftrainer Roland Seitz…

 

Wir lassen uns da jetzt nicht unter Druck setzen und halten an unserem ursprünglichen Vorhaben, uns mit dem Coach in der Winterpause zusammen zu setzen, fest. Fakt ist: Mit der Arbeit von Roland Seitz sind wir sehr zufrieden. Eine Zusammenarbeit über Juni 2011 hinaus wäre für uns eine absolut gute Sache. Nach der Klärung der Trainerfrage wollen wir dann zügig mit den Kaderplanungen voran schreiten.

Zum Abschuss sollte die Dritte Liga nun einmal das Thema sein. Welchen Einfluss hätte sie auf die wirtschaftliche Grundlage des SV Eintracht Trier 05? Wie sehen die Perspektiven in der Regionalliga aus, die ja nach der angedachten Reform in fünf Klassen aufgeteilt werden soll?

Zweifelsohne würden bei einem Aufstieg Begehrlichkeiten geweckt und die Ausgaben – zum Beispiel durch längere und aufwändigere Auswärtsfahrten – erhöht werden. Aber rund 900.000 Euro mehr Fernsehgelder und auch höhere Zuschauereinnahmen würden uns ruhiger schlafen lassen. Ganz zu schweigen von einem deutlichen Imagegewinn. Bekanntlich sehen Millionen Zuschauer an den Bildschirmen zu Hause zum Beispiel Samstag abends die ARD-Sportschau, die sich zur Prime-Time ab 18 Uhr fast eine halbe Stunde lang mit der Dritten Liga beschäftigt. Die Regionalliga in ihrer jetzigen Form ist Zuschauern und Sponsoren mitunter schon schwer vermittelbar. Sollte sie bald nur noch fünfgeteilt sein und würde sie kein direktes Aufstiegsrecht mit sich bringen, müssen wir uns ernsthaft überlegen, ob wir hier in Trier weiter ein Vollprofitum unterhalten können.

Wilhelmineu

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