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Eintracht konnte Hannover 96 schon einmal ärgern….

Das Duell mit dem Bundesligisten Hannover 96 ist der 42. Einsatz einer Mannschaft des SV Eintracht Trier 05 im DFB-Pokal. Die bisherige Bilanz:16 Siege, zwei Remis und 24 Niederlagen. Eines der beiden Unentschieden erzielte der SVE am 7. April 1964. Im Vergleich zweier damals zweitklassiger Regionalligisten (also quasi die „Zweite Liga“) rang der Südwest-Vertreter aus Trier den niedersächsischen Landeshauptstädtern vor 10.000 im Moselstadion immerhin ein 1:1 nach Verlängerung ab.

Ein Elfmeterschießen zur Herbeiführung der Entscheidung sahen die Statuten damals noch nicht vor, sodass man gut eine Woche später am 15. April im Niedersachen-Stadion erneut traf. Hier hielt die von Janos Gerdov trainierte Mannschaft aber erneut gut mit, hatte mit „Holz-Treffern“ Pech, musste sich unterm Strich aber klar mit 0:4 geschlagen geben. In der Presse wurde 96-Trainer Helmut „Fiffi“ Kronsbein nach dem Wiederholungsspiel wie folgt zitiert: „Die starke Leistung der Eintracht-Elf war für die Zuschauer eine Überraschung, denn die Trierer hatten ein bis zwei Tore verdient (…)“.

Die „Trierer Landeszeitung“ attestierte dem Hinspiel in Trier „beachtliches Niveau“. Horst Busch hatte den SVE bereits nach fünf Minuten in Front gebracht, der SVE blieb am Drücker, sodass der Hannoveraner Torwart Podlasly hinterher als bester 96er genannt wurde… Winfried Mittrowski glich dennoch in der 51. Minute für die Leinestädter aus. Im Eintracht-Team standen seinerzeit Größen wie der spätere Trainer Günther Geulich, Dr. Werner Baumgart und Peter Scholtes.
Günther Geulich erinnert sich im Gespräch mit www.eintracht-trier.com: „Es herrschte damals eine beeindruckende Atmosphäre im Moselstadion. Obwohl die Partie an einem Mittwoch stattfand, bildeten die 10.000 Zuschauer eine tolle Kulisse. Die Leute haben uns die zweite Luft verliehen – was auch nötig war, schließlich war Hannover 96 zwar genauso wie wir Regionalligist, eigentlich aber höher einzustufen. Im Norden war die Leistungsdichte doch etwas größer.“ Natürlich wird Günther Geulich, der 1976 mit dem SVE den Rheinlandmeister-Titel gewann und damit den Grundstein für den wenige Wochen später folgenden Zweitligaaufstieg legte, auch am Sonntag auf der Tribüne des Moselstadions mitfiebern – und hofft auf einen ähnlichen Fight wie an jenem 7. April 1964…

Stolze Erfolge hat die Eintracht dabei immer wieder erringen können, wie etwa 1985, als man im damals noch fälligen Wiederholungsspiel den Titelverteidiger Bayer 05 Uerdingen in dessen Grotenburg-Kampfbahn mit 3:0 aus dem Rennen werfen konnte. Unvergessen bleibt natürlich auch das Abschneiden in der Saison 1997/98. Nach einem Sieg über Unterhaching (2:1) warf der SVE in der zweiten Runde den amtierenden UEFA-Cup-Sieger Schalke 04 (2:1) aus dem Wettbewerb, danach wurde auch Weltpokalsieger Borussia Dortmund im Moselstadion „erlegt“ (1:0). Auf den 1:0-Erfolg gegen Waldhof Mannheim folgte das an Dramatik kaum zu überbietende Halbfinalspiel gegen den MSV Duisburg. Mit 10:11 nach Elfmeterschießen musste sich die Eintracht am 18. Februar 1998 den „Zebras“ geschlagen geben, scheiterte somit haarscharf am Einzug ins Finale in Berlin… Eine Saison später konnte die Eintracht wiederum überraschen, warf den Karlsruher SC und 1860 München aus dem Rennen und scheiterte erst im Viertelfinale an Hansa Roistock.

In die neuerliche Partie gegen die Niedersachsen geht die Eintracht als klarer Außenseiter, sind es zwischen der heutigen Regional- und der Bundesliga doch drei Klassen Unterschied. Dennoch sieht SVE-Cheftrainer Mario Basler sein Team nicht chancenlos: „An einem guten Tag können wir mit der Unterstützung von den Rängen vielleicht das Unmögliche möglich machen. Hannover wird sicher kein übermächtiger Gegner sein.“ Kapitän Josef Cinar schlägt in die gleiche Kerbe. Nachdem man in der Sommervorbereitung unter anderem achtbare Vorstellungen gegen Zweitligist Oberhausen (1:3) und Bundesligist Mainz 05 (0:3) abgeliefert hatte, sagte der Abwehrspezialist: „Es ist kein Hexenwerk, gegen eine Mannschaft aus der Bundesliga weiter zu kommen. Natürlich muss an einem solchen Tag alles passen und auch das notwendige Glück muss dabei sein.“

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