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Pokal-Klassiker gegen TuS Koblenz: Ein Blick zurück

Eintracht Trier – TuS Koblenz: Das Duell hat sich in den letzten Jahren zu einem richtigen „Klassiker“ entwickelt. Seit der Saison 2005/2006 kreuzen sich die Klingen der beiden Rivalen aus Rheinland-Pfalz wieder regelmäßig, als nach dem Zweitliga-Abstieg der Eintracht die TuS zum damals zweiten Regionalliga-Heimspiel des SVE ins Moselstadion reiste und mit einem ungefährdeten 0:3-Erfolg ein Ausrufezeichen setzte, an dessen Ende der Aufstieg für die „Schängel“ in die zweite Liga und der Abstieg der Eintracht in die Viertklassigkeit stand. Doch spätestens seit beide Klubs ab der Saison 2011/2012 wieder in einer gemeinsamen Liga vereint waren, hat sich die Rivalität auf beiden Seiten wieder neu entwickelt. Zwar sah es in den Liga-Duellen für den SVE seitdem eher schlecht aus (nur ein Sieg aus zwölf Partien – 2:0 im August 2013 im Moselstadion), doch die Gesamtbilanz gegen den Klub vom Deutschen Eck wurden durch die fast als wichtiger einzustufenden Begegnungen im Rheinland-Pokal deutlich aufgehübscht. Zeit, auf die jüngere Pokalhistorie zurückzuschauen.

25. Mai 2011: Rheinlandpokal-Finale / Eintracht Trier – TuS Koblenz 2:0

Das Moselstadion glich einem Tollhaus: knapp 5.000 Zuschauer bildeten an diesem herrlichen Frühsommerabend einen würdigen Rahmen für das Rheinland-Pokal-Finale 2010/2011. Die Eintracht kam mit dem Schwung einer sensationellen Serie in der Regionalliga in die Partie: sportlich in der Vorsaison zwar abgestiegen, am „grünen Tisch“ jedoch aufgrund dreier Lizenzentzüge (Bonner SC, Rot-Weiß Essen und Waldhof Mannheim) dennoch die Klasse gehalten, lieferten sich die Mannen um Cheftrainer Roland Seitz lange ein packendes Duell um Platz eins mit dem späteren Aufsteiger Preußen Münster. Anders die Situation bei der TuS Koblenz: in der Vorsaison nach vier Jahren Zugehörigkeit aus der 2. Liga abgestiegen, geisterten bereits vor dem Finale Gerüchte um einen möglichen Lizenzentzug für die 3. Liga rund um das Stadion Oberwerth. Die Bühne war also bereitet: der klassentiefere „Hausherr“ aus Trier gegen den Favoriten aus der 3. Liga.

Die Partie bildete das „i-Tüpfelchen“ auf eine Saison, an die man sich an der Mosel auch heute noch gerne erinnert. Durch Treffer von Fahrudin Kuduzovic, der spätestens durch sein 1:0 zum Publikumsliebling des Moselstadions avancierte, und Lukas Mößner sicherte sich der Underdog den ersehnten Pokal-Erfolg und sicherte sich somit als Viertligist den Startplatz im DFB-Pokal:

Der Rest ist längst DFB-Pokalgeschichte: einem 2:1-Heimerfolg gegen den FC St. Pauli folgte ein denkwürdiges Zweitrunden-Match gegen den Hamburger SV vor ausverkauftem Haus, welches die Hanseaten erst kurz vor Ende der Verlängerung mit 2:1 für sich entscheiden konnten.

25. April 2012: Viertelfinale Rheinlandpokal / Eintracht Trier – TuS Koblenz 1:0

Nur elf Monate später hatten die „Schängel“ Möglichkeit zur Revanche – wenn auch „nur“ im Viertelfinale 2011/2012. Dieses Mal begegnete man sich sprichwörtlich auf Augenhöhe: die TuS erhielt tatsächlich keine Lizenz zur 3. Liga und musste in die Regionalliga zwangsabsteigen, in der die Eintracht nach wie vor in der Spitzengruppe mitmischte. Die Kulisse zwar weniger feierlich als noch in der Vorsaison (knapp 1.100 Zuschauer verfolgten die Partie bei strömendem Regen), doch der Ausgang, er glich dem der vergangenen Pokalrunde. Der damalige Kapitän und heutige Geschäftsführer Torge Hollmann stand nach einem Lattentreffer von Alon Abelski goldrichtig und drückte das Leder zur frühen 1:0-Führung über die Linie – der goldene Treffer dieses Abends!

Zum erneuten Pokal-Triumph reichte es jedoch nicht, im Halbfinale war zwei Wochen später gegen den TuS Mayen überraschend Endstation (2:3).

2. April 2014: Viertelfinale Rheinland-Pokal / TuS Koblenz – Eintracht Trier 4:6 n.E.

Nachdem man sich in der Pokal-Runde 2012/2013 ausnahmsweise aus dem Weg ging (die Eintracht marschierte mehr oder minder ungefährdet durch den Rheinland-Pokal und gewann diesen schlussendlich mit einem 4:0-Pokalerfolg gegen den FSV Salmrohr), war es dann im April 2014 wieder soweit: einmal mehr kreuzten sich die Klingen, wieder im Viertelfinale, wieder als Liga-Konkurrenten, dieses Mal jedoch nicht auf heimischem Geläuf im Moselstadion, sondern im Stadion Oberwerth. Die TuS ging als leichter Favorit in die Partie, konnte das Liga-Duell nur wenige Tage vorher an gleicher Stelle mit 1:0 für sich entscheiden und wollte diesen frischen Wind nutzen, um auch im Pokal eine Runde weiter zu kommen – gegen eine Eintracht, die just nach der Niederlage in Koblenz ihren Trainer wechselte: Roland Seitz wurde nach einer Durststrecke nach der Winterpause beurlaubt und durch Jens Kiefer ersetzt. Die Vorzeichen, sie standen also alles andere als gut – und schienen sich auch in der Pokal-Partie zu bewahrheiten: lange lag der SVE zurück (Kevin Lahn brachte die TuS Mitte der ersten Hälfte in Führung), ehe zwanzig Minuten vor dem Ende Steven Kröner den Hammer auspackte und zum 1:1-Ausgleich traf. Was folgte, war eine reine Nervenschlacht, in der die Eintracht im Elfmeterschießen die Oberhand behielt. SVE-Keeper Andreas Lengsfeld avancierte zum Held des Tages, parierte den Elfmeter von André Marx und ebnete somit Alon Abelski letztlich den Weg, mit seinem Treffer den Sack zuzumachen.

Am Ende stand für die Eintracht der nächste Pokal-Final-Erfolg (3:0 gegen die SG Altenkirchen / Neitersen) und ein DFB-Pokal-Erstrundenduell gegen den SC Freiburg (0:2).

25. Mai 2017: Rheinland-Pokal-Finale / Eintracht Trier – TuS Koblenz 1:2

Das bislang letzte Duell im Pokal liegt gerade einmal ein knappes halbes Jahr zurück, und dieses Mal waren es die Koblenzer, die etwas zum Feiern hatten. Die Partie im Salmtalstadion rundete aus Sicht der Eintracht eine schlechte Saison im negativen ab: neben dem Abstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar musste man nach dem Schlusspfiff den Rhein-Mosel-Städtern beim Feiern zusehen. Der 1:2-Anschlusstreffer von Jonathan Zinram kam viel zu spät, die TuS war der verdiente Sieger des Rheinland-Pokales 2016/2017.

Die Auslosung für den DFB-Pokal brachte der TuS dann ein „Heimspiel“ gegen Dynamo Dresden, welches jedoch wegen der Renovierung des Stadions Oberwerth nach Zwickau verlegt wurde und somit de facto zum Auswärtsspiel wurde.

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