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Nach nur einem Jahr ist RWE wieder da – und das sogar schuldenfrei

Auf und nieder, Rot-Weiss Essen: Was mussten die Anhänger des Deutschen Meisters von 1955 in der Vergangenheit nicht alles mitmachen: Oft ging es in den zurück liegenden Jahrzehnten rauf, aber noch öfters runter. Vorläufiger Tiefpunkt der inzwischen 104-jährigen Vereinsgeschichte war der Zwangsabstieg nach der 2009/10er Saison. Zwar sportlich auf Platz fünf der Regionalliga abschließend, war RWE wirtschaftlich mal wieder am Ende. Logische Konsequenz nach angemeldeter Insolvenz: der Zwangsabstieg.


Nur zwölf Monate später kommt der traditionsreiche Ruhrpottklub fast schon ein wenig wie Phönix aus der Asche daher. Das im vorigen Sommer vom bisherigen Reservetrainer Waldemar Wrobel völlig umgekrempelte Team ist mit deutlichem Vorsprung Meister der NRW-Liga geworden,  gewann ganz nebenbei dank eines 1:0 bei der SSVg Velbert auch noch den Niederrhein-Pokal – und: Am Freitag, 1. Juli, wird Rot-Weiss offiziell wieder schuldenfrei sein und aus der Insolvenz entlassen. Passend dazu veranstaltet der Klub an diesem Tag übrigens eigens eine „Wiedergeburtstagsfeier“, bei der Fans unter anderem zum symbolischen Preis von 19,07 Euro „Schützer“-T-Shirts erwerben und so zum Schützer des „Kulturgutes Rot-Weiss Essen“ werden können. Vorsitzender Michael Welling hebt den starken Zusammenhalt  und rund um die Hafenstraße hervor: „Gemeinsam mit unseren Fans und Partnern haben wir erreicht, womit niemand so schnell rechnen konnte. Zugleich dürfen wir nicht vergessen, dass wir zwar schuldenfrei sind, wir aber dennoch als sehr, sehr armer Verein aus dem Verfahren raus kommen. Mit der „Schützer“-Aktion hoffen wir, dass uns die Fans weiter unterstützen und so neben den Spendengeldern einige Euro in die leere Vereinskasse kommen.“

Eine der Stützen im jungen Essener Team, das im Gegensatz zu früheren Jahren und Jahrzehnten fast gänzlich ohne große Namen und Ex-Bundesligaspieler auskam, ist ein Junge aus der Region Trier und ein früherer Eintrachtler: Holger Lemke (23) absolvierte in seinem zweiten Jahr in Essen 32 von 34 möglichen Einsätzen, erzielte dabei als auf der linken und auf der rechten Außenbahn verwendbarer Akteur sechs Treffer und bereitete zehn vor. Dem in Hermeskeil geborenen, in Waldweiler aufgewachsenen und später bis zum 18. Lebensjahr im blau-schwarz-weißen Dress kickenden Lemke wird auch in der kommenden Regionalliga-Runde eine tragende  Rolle im RWE-Team zugetraut.

In Essen fiebern sie nicht nur weiteren sportlichen Erfolgen von Lemke & Co. entgegen, sondern auch dem seit Langem ersehnten neuen Stadion. Nach einem zähen Hickhack beschloss der Stadtrat der 580.000-Einwohner-Metropole am 28. Oktober vergangenen Jahres den Neubau eines Stadions in unmittelbarer Nachbarschaft zum völlig maroden und inzwischen nur noch aus rund zweieinhalb Tribünen bestehenden Georg-Melches-Stadion.  Die Bauarbeiten haben begonnen; in der neuen Arena soll ab der Saison 2012/13 gekickt werden. Man darf gespannt sein, in welcher Liga RWE dann spielt…

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