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Aufstiegstrainer und gleich drei Stützen verabschieden sich nach Pirmasens

Schon am 14. Mai war alles klar: Mit einem 1:1 im heimischen Stadion „Im Haag“ gegen die Sportfreunde Köllerbach hatte der SC 07 Idar-Oberstein den Titel in der Oberliga Südwest und den Aufstieg in die Regionalliga perfekt gemacht. Zwölf Jahre ist es her, dass die Nahestädter schon einmal den Sprung in die – seinerzeit noch drittklassige – Regionalliga geschafft haben. Damals wie heute wertet man beim SC die neue Aufgabe als echte Herausforderung.

„Jedes Spiel, jeder Punkt, jeder Sieg ist ein Erfolg für uns. Wir wollen die Regionalliga auf uns wirken lassen und jede Minute genießen“, betont der künftige Trainer Sascha Hildmann. Keine Frage: In Idar-Oberstein macht man sich nichts vor und weiß um die strukturellen Wettbewerbsnachteile in den Duellen mit den spielstarken Bundesliga-Zweitvertretungen und den unter Vollprofibedingungen arbeitenden Klubs wie etwa dem SV Eintracht Trier 05, Rot-Weiss Essen, der Sportvereinigung Elversberg oder dem Wuppertaler SV Borussia.

Da es anderswo professioneller zugeht und die (wirtschaftlichen) Rahmenbedingungen noch mehr stimmen, verließ auch Aufstiegstrainer Michael Dusek den Verein in Richtung Oberligist FK 03 Pirmasens. Im Herbst 2007 hatte der  210-fache Lauterer Bundesligaspieler den SC zum zweiten Mal in seiner Trainerlaufbahn übernommen, führte das Team zunächst zum sicheren Klassenverbleib und formte Schritt für Schritt ein Spitzenteam, das in der abgelaufenen Runde ziemlich souverän die Meisterschaft gewann. Drei Stützen der Aufstiegsmannschaft (Piero Adragna, Christian Henn und den Ex-Eintrachtler Thomas Riedl)  nimmt Dusek gleich mit nach Pirmasens. Sehr wahrscheinlich wird auch der aktuell bei Zweitliga-Neuling Eintracht Braunschweig im Probetraining weilende Pierre Merkel (22 Treffer) den Klub verlassen. Dem gegenüber stehen bis jetzt als Neuzugänge Patrick Stumpf (FCK II), Christoph Schunck (RSV Würges), Florian Cordier (SVN Zweibrücken) und Joshua Smith (Karlsruher SC II) fest. SC-Koordinator Martin Schneider hat weitere Zugänge im Visier und sieht den Klub in einer komfortablen, aber doch schwierigen Lage:  „Viele wollen zu uns kommen, aber wir müssen aufpassen und dürfen nichts überstürzen.“

Neu-Coach Hildmann (39), der zuletzt den Hans-Peter-Briegel-Stammverein SV Rodenbach in die Verbandsliga Südwest geführt hat, als Aktiver beim FCK ausgebildet wurde und es als Profi unter anderem auf 36 Zweitliga-Einsätze bei der Aachener Alemannia gebracht hat, kann kommende Saison mit seinem Personal in aller Ruhe arbeiten – wegen der Regionalliga-Neustrukturierung wird es keinen sportlichen Absteiger geben.

Um die Zulassungskriterien zur Regionalliga West zu erhalten, mussten die SC-Verantwortlichen um Klubchef Hans Dieter Krieger noch einmal tief in die Tasche greifen: Eine befestigte Stehplatztribüne für 12000 Zuschauer ist geplant. Und ein 2,20 Meter hoher Zaun und kleinere Umbauten müssen gemäß der  peniblen Sicherheitsauflagen des Deutschen Fußball-Bundes ebenfalls noch entstehen.

Wie die Ränge des Idarer Stadions in der kommenden Saison gefüllt sein werden, ist indes noch die große Frage. Trotz des großen Erfolges hielt sich die Begeisterung zuletzt sehr im Rahmen: Gerade einmal 627 Zuschauer kamen zum Spiel Mitte Mai gegen Köllerbach.  Zum Vergleich: 1999 fuhr der SC vor 2860 Zuschauern beim 4:1 in der Partie gegen Wirges im Haag die Oberligameisterschaft ein.

Die Eintracht traf bis dato in vier Pflichtspielen auf die Rot-Weißen. Die Bilanz ist dabei negativ. Nach einer 0:1-Heimniederlage und einem 1:1 im Regionalliga-Rückspiel 1999/2000 wurde der SC in der gemeinsamen Oberliga-Runde 2007/08 zunächst im Moselstadion mit 1:0 bezwungen, ehe es im Haag ein 1:2 setzte.

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