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Nächster Auswärtssieg: Eintracht stürzt Ulm tiefer in die Krise

Eintracht-Trier hat am 9. Spieltag der Regionalliga Südwest den schon vierten Auswärtserfolg der laufenden Saison gefeiert. Bei Drittliga-Absteiger und Tabellenschlusslicht SSV Ulm siegten die Moselstädter vor 5.051 Zuschauern dank eines Treffers von Jonas Singer mit 0:1 (0:0). Während die Gastgeber immer tiefer in die Krise rutschen, rangiert der SVE nach einem erfolgreichen Saisonstart auf dem vierten Tabellenplatz.

Hätte man vor der Saison darauf gesetzt, dass die Spatzen aus Ulm auch vor dem Duell mit Eintracht-Trier am 9. Spieltag in der Regionalliga Südwest noch keinen Sieg eingefahren hätten, hätte das wohl einen ordentlichen Gewinn eingebracht. Aber es gilt die alte Weisheit: Ein taumelnder Boxer ist am gefährlichsten. Das wusste auch der SVE um Cheftrainer Thomas Klasen und wollte den Hausherren beim Auswärtsauftritt im Donaustadion daher keine Gelegenheit geben, den Befreiungsschlag zu schaffen. Und so übernahm die Eintracht von Beginn an die Initiative. Die Gäste hatten mehr vom Ball und suchten immer wieder den Weg nach vorne, während Ulm vor allem nach Ballgewinnen schnell umschaltete. Die erste richtig große Gelegenheit gehörte folgerichtig dem SVE: Nach einer Hereingabe von Wähling setzte Christopher Spang seinen Kopfball aber an den Pfosten (19.). Kurz darauf zwang Shawn Blum Ex-Eintracht-Schlussmann Radomir Novakovic im Tor der Spatzen mit einem schönen Abschluss zu einer guten Parade (21.).

Auch im weiteren Verlauf blieben die Trierer die spielbestimmende Mannschaft, ohne die Feldüberlegenheit zunächst in Zählbares umzumünzen. Singer hatte nach knapp einer halben Stunde die nächste gute Gelegenheit, fand aus spitzem Winkel aber keinen Abnehmer für seine Hereingabe. Die Hausherren blieben ihrerseits bei Umschaltmomenten gefährlich: In der 33. Minute landete ein Schlenzer von Ulms Hoppe an der Latte. Nur zwei Minuten später scheiterte auf der Gegenseite auch Shawn Blum erneut am Aluminium – es schien, als könne es wieder einer dieser Tage werden, an dem sich die Eintracht für den großen Aufwand nicht belohnte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste die Eintracht dann selbst noch einmal tief durchatmen: Ulms Goller tauchte frei vor Fettes auf, doch der Trierer Schlussmann entschied das Eins-gegen-eins für sich und hielt das 0:0 fest (45.).

So ging es trotz eines insgesamt überzeugenden Trierer Auftritts torlos in Richtung Pause. Nach dem Seitenwechsel blieb die Eintracht zunächst am Drücker. Wähling verfehlte kurz nach Wiederbeginn das Tor, wenig später scheiterte Singer an Novakovic. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie allerdings ausgeglichener. Ulm fand besser ins Spiel, während sich bei beiden Mannschaften mehr Ungenauigkeiten einschlichen. Klasen reagierte und brachte unter anderem Mateo Kritzer und Tom Gaida für Wähling und Sausen. In der Schlussphase meldete sich dann Singer zurück. Zunächst zwang der Trierer Offensivmann Novakovic mit einem gefährlichen Schlenzer zur Parade, nur eine Minute später sorgte er für die Entscheidung: Singer nutzte nach einem Ball nach vorne Abstimmungsprobleme in der Ulmer Defensive, setzte sich entschlossen gegen seinen Gegenspieler durch und schob den Ball am herauskommenden Novakovic vorbei ins lange Eck – das verdiente 1:0 für die Eintracht (77.).

In der verbleibenden Spielzeit verteidigte das Team aus Deutschlands ältester Stadt seinen knappen Vorsprung konsequent. Für die Schlussminuten stellte Klasen seine Defensive noch einmal um, ehe die Eintracht auch die dreiminütige Nachspielzeit schadlos überstand. Damit nimmt der SVE drei Punkte aus dem Donaustadion mit und belohnt sich für einen über weite Strecken spielbestimmenden Auswärtsauftritt.

Mit 16 Zählern aus den ersten neun Spielen rangiert Eintracht-Trier vorerst weiter auf Rang 4 der Tabelle. Die Gastgeber warten ihrerseits auch nach neun Spielen noch auf den ersten Sieg und bleiben mit gerade einmal vier Punkte Tabellenschlusslicht. Für den SVE geht es kommende Woche mit einem Heimspiel weiter. Am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) empfangen die Blau-Schwarz-Weißen Astoria Walldorf im Moselstadion, Anstoß ist um 14 Uhr.

SSV Ulm 1846: Novakovic – Hoppe, Hülsenbusch, Seegert (82. Kempf), Kopf – Lockl, Müller, Meuer (67. Eroglu) – Goller (82. Birkic), Chessa (67. O. Wähling), Popp (82. Röser)

Eintracht-Trier: Fettes – Held, Gebuhr, Spang, Rahn – Herber, C. Wähling (61. Kritzer) – Sausen (71. Gaida), Singer (86. Mitakidis), Blum (71. Tekerci) – Galjen (86. Filipe)

Tore: 0:1 Singer (77.)

Zuschauer: 5.051

Schiedsrichter: Vincent Schandry