Meine Zeit bei der Eintracht – Dr. Peter Krapf
Sie waren insgesamt 13 Jahre Mannschaftsarzt bei Eintracht Trier. Was haben Sie in sportlicher Hinsicht in dieser Zeit erlebt?
Höhepunkt war zweifelsohne der Aufstieg von Eintracht Trier 2002 in die 2.Bundesliga, ein großartiges Erlebnis. Unvergessen der 2:1 Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim am vorletzten Spieltag, der ohne die entscheidende Mithilfe vieler damals „angeschlagener“ Spieler nicht möglich gewesen wäre. Aber auch das Erreichen des siebten Platzesim ersten Jahr darauf. Ich habe mit der Eintracht sehr schöne Jahre erlebt, mit einigen Spiele von damals stehe ich heute noch in Kontakt.
Woher stammt Ihre Bindung an Eintracht Trier?
Das ist eine interessante Geschichte. Ich war Mannschaftsarzt beim FSV Salmrohr. Nach einem Spiel Salmrohr gegen Trier kam ein Trierer Spieler zu mir und wollte sich bei mir in Behandlung begeben. Nach einiger Zeit hatte ich eine große Zahl Trierer Spieler in der Praxis, da lag der Schritt zum Vereinsarzt nahe.
Was muss ein Mannschaftsarzt leisten, welche Qualifikation bringt er mit?
Man muss aus dem Sport kommen. Ich hatte immer viel mit Sport zu tun und bei Professor Heß (ehemals Arzt der deutschen Fußballnationalmannschaft) in Saarlouis gelernt und deshalb täglich Sportverletzungen behandelt. Meine zusätzliche Qualifikation neben der Orthopädie liegt im Fachbereich Ernährungswissenschaft. So habe ich immer Wert auf einen optimalen Vitamin D-Spiegel und das richtige Mineralwasser (wichtig für die Muskel- und Knochengesundheit) gelegt, was damals noch nicht Standard war.
Ist er bei Enttäuschungen manchmal auch Seelentröster?
Es bleibt nicht aus, dass man nach Niederlagen oder bei langwierigen Verletzungen in die Rolle des Seelentrösters gerät. Für die mentale Bewältigung und den Heilungsverlauf war dies nicht selten von nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Welche Sportverletzungen sind Ihnen beim Fußball begegnet?
Die häufigsten Verletzungen waren Muskelläsionen, Verstauchungen des Sprunggelenkes und Knieverletzungen (insbesondere Meniskusschäden und langwierige Kreuzbandverletzungen). Ein Albtraum war auch die Schambeinentzündung, die viel Geduld und einen langen Heilungsprozess erforderte. Aber auch skurrile Ursachen, wie beispielsweise ein Zeckenbiss, mit dadurch verursachter Anschwellung des Kniegelenkes, wobei der Spieler selbst ursächlich einen Trainingsunfall vermutete.
Ist er für die Spieler auch eine Art Hausarzt oder generell ein Vertrauter?
In vielen Fällen war ich nicht nur der Orthopäde, sondern auch der Hausarzt, Hautarzt, Internist und vieles mehr. So stand ich einmal mit einem Spieler in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Auf die Frage nach seinem Hausarzt war er irritiert, schaute mich an und nannte meinen Namen. Man schlüpft so in die Rolle des Hausarztes und steht so in einer besonderen Vertrauensposition.
Sind sie beruflich noch aktiv?
Ja! Ich bin weiterhin, jetzt im MVZ Hermeskeil – als Orthopäde mit der Zertifizierung Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin und osteologische Erkrankungen – für Kassen- und Privatpatienten, sowie Arbeitsunfälle tätig und sehe hier auch regelmäßig ehemals von mir betreute Fußballer und auch ihre verletzten Nachwuchskicker. So bleibt der Kontakt erhalten.
Haben Sie selbst auch Fußball gespielt?
Nein, ich habe Handball gespielt. Mit dem Handball bin ich übrigens auch als Arzt verbunden, ich hatte als Mannschaftsarzt die Trierer Miezen (damals Deutscher Meister im Frauen-Hallenhandball) betreut. Kontakt zum Fußball habe ich aber heute noch als Mannschaftsarzt der SG Hochwald in der Rheinlandliga, die ich nach ihren jeweiligen Aufstiegen seit der B-Klasse betreue.
Verfolgen Sie das Geschehen rund um Eintracht Trier heute? Gehen Sie ins Stadion?
Ich habe, bei allen Vereinen, die ich betreut habe, immer die Trainerbank bevorzugt. Im Stadion bin ich nicht mehr immer ganz regelmäßig, aber ich verfolge das Geschehen mit großem Interesse.
Was trauen Sie der Mannschaft zu, was wünschen Sie dem Verein?
Ich wünsche allen (Mannschaft und Fans) , dass man wieder an die alten sportlichen Erfolge anknüpfen kann.








