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SVE gewinnt in der Hitze von Mannheim: Last-Minute-Singer besorgt ersten Saisonerfolg

Eintracht-Trier hat am 2. Spieltag der Regionalliga Südwest den ersten Saisonsieg gefeiert. Beim VfR Mannheim sorgte Sommerneuzugang Jonas Singer mit seinem Treffer in der Nachspielzeit für großen Jubel unter den ca. 350 mitgereisten Schlachtenbummlern aus Trier. Durch den Dreier rücken die Moselstädter vor dem Pokal-Knaller gegen Leipzig kommenden Samstag im DFB-Pokal in der Tabelle auf Rang 7 vor.

Schon beim Blick auf die Wettervorhersage dürfte allen Beteiligten vor der Partie zwischen dem VfR Mannheim und Eintracht-Trier klar geworden sein, dass die Fitness der beiden Mannschaften in diesem Spiel eine besondere Rolle spielen dürfte. Bei schonungslosen 34 Grad standen sich beide Teams vor 1.075 Zuschauern im Rhein-Neckar-Stadion gegenüber – und legten trotz der Hitze los wie die Feuerwehr. Keine zwei Umdrehungen hatte der Zeiger auf der Uhr vollendet, da wurde Ex-Bundesligastürmer Alexander Esswein auf der rechten Seite freigespielt und stiefelte Richtung Eintracht-Tor. Der ehemalige Stuttgarter scheiterte mit seinem Abschluss aus kurzer Distanz aber am Pfosten (2.).

Der SVE ließ sich von dem frühen Beinahe-Schock aber nicht aus der Ruhe bringen und kam nur zwei Minuten später selbst das erste Mal gefährlich vors Tor. Nach einem hohen Ball über die Kette setzte sich Startelf-Debütant Jonas Singer stark gegen seinen Gegenspieler durch, zog von halblinks in den Strafraum und vollendete mit rechts ins lange Eck zum frühen 0:1 (4.). Die Anfangsphase ließ erahnen, wie sich die Partie weiter entwickeln würde: Hohe Intensität, gefährliches Umschaltspiel und immer wieder Standardsituationen. Beispiel gefällig? In der 13. Minute eroberten die Gäste aus Deutschlands ältester Stadt den Ball und Elia Dittrich konnte auf links Tempo aufnehmen. Die Hereingabe des Youngsters landete bei Tekerci, dessen Schuss aber über das Tor flog.

Die Gastgeber kamen ihrerseits immer wieder selbst du Tempogegenstößen, konnten von der konzentriert verteidigenden SVE-Defensive aber an gefährlichen Abschlüssen weitgehend gehindert werden. Nur einmal stellten sich die Blau-Schwarz-Weißen wenig clever an und wurden dafür prompt bestraft. Mannheims Hartmann wurde an der Grenze des Trierer Strafraums zu Fall gebracht und Schiedsrichter Elias Appel zeigte folgerichtig auf den Punkt. Esswein blieb diesmal cool und verwandelte sicher (23.). Damjan Marceta hätte nach einer Ecke beinahe per Kopf den alten Abstand wiederhergestellt, zielte aber etwas zu hoch (34.).

Auch nach dem Seitenwechsel ging es konstant hin und her. Mannheim legte vor, als ein abgefälschter Flachschuss von Paraschiv knapp am Tor des SVE vorbeiging (56.), auf der Gegenseite verfehlte Sinan Tekerci mit einem Schlenzer das linke Kreuzeck nur knapp (67.). Mit zunehmender Spieldauer machte sich nun die Hitze bemerkbar. Die Intensität blieb hoch, Chancen wurden aber seltener. Außer einer abgewehrten Hereingabe des starken Elia Dittrich (71.) und einem tollen Solo von Tim Sausen, das erst kurz vor VfR-Keeper Nreca-Bisinger beendet wurde (82.), blieben die großen Highlights im zweiten Durchgang aus – bis zur Nachspielzeit: Auf der rechten Angriffsseite nahm Tim Sausen für Eintracht-Trier noch einmal Tempo auf und brachte den Ball flach ins Zentrum. Dem von der linken Seite auf den rechten Pfosten durchgestarteten Elia Dittrich misslang zwar der Abschluss-Versuch, doch blieb der 19-Jährige in der Aktion, warf sich in den Ball und bugsierte diesen irgendwie vor das Tor. Und genau da lauerte Jonas Singer und schob locker zum 1:2-Siegtreffer ein (90.+2). Letztlich hatte also der SVE der Hitze das kleine Bisschen länger etwas entgegenzusetzen.

Durch den Last-Minute-Erfolg darf sich Eintracht-Trier über den ersten Sieg der noch jungen Regionalliga-Saison freuen. Das bringt ordentlich Rückenwind vor dem anstehenden DFB-Pokalspiel am kommenden Samstag im Trierer Moselstadtion. Vor ausverkauftem Haus empfängt das Team aus Deutschlands ältester Stadt dann den Bundesligisten aus Leipzig. Die Stimmung ist vor dem ersten DFB-Pokal-Auftritt seit zehn Jahren damit schon einmal angefacht.

 

VfR Mannheim: Nreca-Bisinger – Becker, Hartmann, Sentürk (85. Zeigler), Weik (90.+3 Seifert) – Paraschiv, Rupp (79. Krüger), Marx, Berisha – Esswein, Pander

Eintracht-Trier: Wechsel – Held, Spang , Pelzer (65. Mitakidis), Dittrich – Kritzer (65. Wähling), Herber (78. Rahn) – Blum (82. Felipe), Singer, Tekerci – Marceta (46. Sausen)

Tore: 0:1 Singer (4.), 1:1 Esswein (23./FE), 1:2 Singer (90.+2)

Zuschauer: 1.075

Schiedsrichter: Elias Appel