Eintracht historisch – Pokalsensation 1985: Als die Eintracht den Titelträger stoppte
Nur torlos gegen den Favoriten – das ist in aller Regel kein Grund zu großer Freude. Dennoch fing für die Eintracht die erste große Pokalsensation genau damit erst an. Im Oktober 1985 trat FC Bayer Uerdingen in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals im Moselstadion an. Der heutige Oberligist war zu dieser Zeit eine große Nummer als amtierender Pokalsieger und erfolgreich im Europapokal – er galt als Titelanwärter im Pokal. Das 0:0 war respektabel für die in der Oberliga Südwest (dritte Liga) antretende Eintracht und eine Blamage für den Gast. 9500 Zuschauer bedauerten, dass die Sensation ausgeblieben war…
Und dann kam sie doch noch. Damals gab es Rückspiel statt Elfmeterschießen, also musste die Eintracht wieder ran und gewann 3:0. Alle Treffer fielen nach der Pause, als die extrem schwachen Uerdinger ihr Pulver verschossen hatten („kicker“ Schlagzeile: „Profis spielten wie Anfänger“). Unter den nur 3000 Zuschauern jubelten 150 Trierer zusammen mit der Mannschaft von Trainer Horst Brand, heute Ehrenpräsident bei der Eintracht. Auch Alfons Jochem, heute Vorstandssprecher, war dabei.
Zur Endstation im Achtelfinale wurde Bayer Leverkusen (1:3 nach Verlängerung). Zweifacher Torschütze in Uerdingen war Harald Kohr. Der Name Kohr hat einen sehr guten Klang in der Eintracht-Historie. Harald Kohr wechselte im Sommer 1986 zum 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga und spielte später bei Grashoppers Zürich und in Wattenscheid. Er ist der Vater vom heutigen Bundesligaprofi Dominik Kohr (FSV Mainz 05). Und Harald Kohrs Vater Siegfried, leider schon verstorben, gehörte Mitte der 1960er Jahre zur starken Eintracht-Mannschaft in der Regionalliga Südwest (zweite Liga, zusammen mit dem Spieler Horst Brand).
SV Eintracht Trier 05 – FC Bayer Uerdingen 0:0 n.V.
FC Bayer Uerdingen – SV Eintracht Trier 05 0:3 (0:0)
Tore für die Eintracht: Kohr (2), Brinsa
SV Eintracht-Trier 05: Jürgen Roth-Lebenstedt, Reiner Brinsa, Peter Rubeck, Alfons Jochem, Frank Müller (13. Elmar Klodt), Klaus-Dieter Lüders, Achim Wilbois, Ludwig Dahler, Karl Dubois (75. Jörg Nehren), Heinz Eimer, Harald Kohr.
Trainer: Horst Brand.








