Das Warten hat ein Ende – Eintracht holt den Rheinland-Pokal
Zehn lange Jahre mussten die Anhänger von Eintracht-Trier warten, bis der Rheinland-Pokal wieder an die Mosel ging. Mit dem Schlusspfiff nach dem gestrigen Finale zwischen der TuS Koblenz und dem SVE im Moselstadion war diese Leidenszeit zu Ende. Torschütze des Tages war Noah Herber, der mit seinem Treffer zum 0:1 das Moselstadion zum Kochen brachte (82.).
9.000 Zuschauer, hochsommerliche Temperaturen, zwei stimmgewaltige Fanlager, die über neunzig Minuten optisch sowie akustisch ihre Teams nach vorne peitschten – und am Ende das bessere Ende für die Moselaner, die de facto trotz des Austragungsortes im Moselstadion de facto als „Auswärtsmannschaft“ galten – ein würdiger Rahmen im Trierer Norden, der erstmals seit Jahren wieder als Austragungsort für das Verbandspokalfinale ausgewählt wurde und mit allem drum und dran ein riesiges Bewerbungsschreiben an den Verband schreiben konnte. Denn die überragende Kulisse stellte einen neuen Rekord für das Rheinland-Pokalfinale dar – noch nie wohnten mehr Zuschauer dem wichtigsten Spiel des Fußballverbandes Rheinland bei.
Einzig die Partie, sie konnte der Kulisse und den Rahmenbedingungen zunächst nicht wirklich gerecht werden. Koblenz verteidigte aufmerksam und die Mannschaft von Thomas Klasen fand in den ersten 45 Minuten noch kein Mittel, die TuS-Defensive vor wirklich größere Aufgaben zu stellen. Überschattet wurde die Partie früh vom verletzungsbedingten Ausfall von Lucas Laux, den es am rechten Knöchel erwischte und prompt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Noah Herber in die Partie – ein Wechsel, wenn auch unglücklich bedingt, der sich im Verlaufe der Begegnung als Glücksfall für die Moselaner entpuppen sollte.
Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit beschränkten sich die Koblenzer fast ausschließlich auf die Defensivarbeit – in den zweiten 45 Minuten kamen sie nicht einmal (!) gefährlich vor den Kasten von Radomir Novakovic. So war es eine Frage der Zeit, bis die Eintracht die optische Überlegenheit in Torgefahr ummünzen konnte: zunächst scheiterte Marceta per Kopf an TuS-Keeper Zacdach (57.), ehe Sven Königs Abschluss nur am Pfosten landete (73.). Spätestens nach der Herausnahme von Daniel von der Bracke hatte die Abwehr der Rhein-Mosel-Städter den Angriffen der Eintracht nichts mehr wirklich entgegenzusetzen. Der Treffer, auf den alle warteten, dann aber erst in Minute 82: nach einem erneuten Abschluss von König konnte Zadach den Ball nur per Faust abwehren. Über Umwege landet die folgende Hereingabe beim eingewechselten Herber, der nicht lange fackelt – und Glück hat, dass sein Schuss unhaltbar abgefälscht wird und das Netz zum Zappeln und das Stadion zum Explodieren brachte. Die TuS nun wütend in der Reaktion, jedoch ohne dies in positive Energie umsetzen zu können – im Gegenteil. Tief in der Nachspielzeit fand das Finale aus Koblenzer Sicht ein unrühmliches Ende, als Damir Grgic völlig übermotiviert und ohne Chance auf den Ball Christopher Spang grob foulte – Platzverweis, Rudelbildung und in der Folge auch Platzverweis für Gästetrainer Michael Stahl.
Der Feier des Rheinland-Pokalsiegers 2026 tat dieses kurze Intermezzo keinen Abbruch – denn der Pokal, er war nach zehn Jahren wieder zurück im Trierer Moselstadion!
TuS Koblenz: Zadach – Grgic, von der Bracke (ab 78. Hirninger), Zeghli, Blagojevic – Fujiwara, Kurogi, Tuchscherer, Wingender – Tchadjei, Vyrych (ab 89. Thielen).
Eintracht-Trier: Novakovic – Heinz, Held (ab 77. Rahn), Laux (ab 14. Herber, ab 90. Schuster), Lohei – König, Spang, Tekerci, Wähling (ab 77. Kinscher), Yavuz – Marceta (ab 77. Sausen).
Tor: 0:1 Herber (82.)
Zuschauer: 9.000
Schiedsrichter: Luca Schlosser








