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Meine Zeit bei der Eintracht – Wolfgang Müller

Aufstiegsrunde 1975/76: Was war schöner – das 3:0 gegen Borussia Neunkirchen oder das 5:4 gegen Wormatia Worms?

Unglaublich, wie die Menschen sich nach dem 3:0 über den Aufstieg gefreut haben. Richt ig spannend war es aber in Neunkirchen beim 4:4, einem wilden Spiel. Und das 5:4 gegen Wormatia Worms war natürlich auch super.

Nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga Süd kamen Sie nicht oft zum Einsatz. Woran lag es?

Das war sehr frustrierend. Ich kam selten in die Startmannschaft, wurde als Einwechselspieler auf verschiedenen Positionen eingesetzt, um gezielt Aufgaben zu lösen. Es war meine Stärke, wie ein Sechser heute den Spielmacher des Gegners aus dem Spiel zu nehmen. Ich habe dann in der zweiten Mannschaft der Eintracht gespielt, danach in Salmrohr (Verbandsliga) und war Spielertrainer in Remich (dritte Liga Luxemburg), schließlich bei der SG Sauertal (Bezirksliga). Meine Kniebeschwerden haben meine Karriere 1982 beendet.

Waren Sie bei der Eintracht Profi?

Es war ein Halbprofitum. Ich habe halbtags als Industriekaufmann gearbeitet und die Eintracht hat dem Arbeitgeber die Hälfte der Lohnkosten bezahlt. Dazu gab es Prämien.

Wie haben Sie das Pokalspiel (zweite Hauptrunde) beim FC Bayern erlebt?

Es war der Höhepunkt meiner Karriere. Ich hatte die Aufgabe, Nationalspieler Jupp Kapellmann auszubremsen, und das ist mir ganz gut gelungen. Leider verloren wir 3:1. Erwin Hermandung hatte die Bayern-Führung ausgeglichen, dann hat Nationalspieler Gerd Müller in seiner typischen Art ein Tor „gemüllert“ . Vor 20.000 Zuschauern im damals neuen Olympiastadion zu spielen, war einfach großartig. Die Aufstiegsmannschaft von 1976 trifft sich noch heute.

Was war so besonders an ihr?

Wir treffen uns zweimal im Jahr, leider leben nicht mehr alle. Es ist die Verbundenheit und das Gemeinschaftsgefühl, seinerzeit waren auch die Frauen eingeschlossen. Leider wurde nach dem Aufstieg der Kader mit zu vielen neuen Spielern aufgebläht, das hat das Gefüge gestört. Aber unsere Aufstiegsmannschaft hat später noch zehn Jahre als Traditionsmannschaft gespielt.

Verfolgen Sie das Geschehen rund um die Eintracht? Gehen Sie ins Stadion?

Leider nur aus der Ferne, aber das intensiv. Im Moment kann ich wegen meiner Knieprobleme nicht ins Stadion kommen.