Meine Zeit bei der Eintracht – Wilko Risser
In Ihrem zweiten Eintracht-Jahr landete die Mannschaft auf dem letzten Platz, stieg dann
aber überraschend doch nicht ab. Wären Sie geblieben, wenn Sie das früher gewusst hätten?
Ja klar, ohne mit der Wimper zu zucken. Es war ein schwieriges Jahr, das möchte man als Fußballer nicht erleben. Aber ich wäre sofort geblieben.
Was waren die Höhepunkt Ihrer Eintracht-Zeit?
Es gab viele. Da war das DFB-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld, bei dem ich ein Tor geschossen habe (4:2 nach Verlängerung/die Red.) oder das 3:1 im Derby in Saarbrücken.
Gab es auch Tiefpunkte?
Das war natürlich das zweite Jahr. Dabei hatte es gut angefangen, bis zur Winterpause lief alles
gut, aber dann waren die Umstände nicht so gut, es hat einfach nicht mehr gepasst. Trotzdem
habe ich auch hier gute Erinnerungen, besonders an Trainer Reinhold Breu, der beste Trainer, den ich je hatte.
Bestehen heute noch Kontakte nach Trier?
Ja, mehr oder weniger. Aber weil die Situation am Schluss so kompliziert war, sind nicht viele
Kontakte geblieben. Aber ich verfolge die Eintracht sehr genau und wünsche ihr jeden Erfolg. Ich hatte in Trier eine wunderbare Zweit.
Sie haben in fünf Ländern Fußball gespielt – Namibia, Deutschland, Malta, England und
Südafrika. In welcher Liga gab es den besten Fußball?
Das ist schwer zu sagen. Bei Schalke II war die Vereinsstruktur sehr gut, das beste Spielniveau
habe ich überhaupt in Deutschland angetroffen. In der Fankultur ist England nicht zu toppen. Nichts gegen die tolle Fangemeinde in Trier, aber in England ist das überall so, da kommen in der sechsten Liga 7000 Zuschauer. Sie leben den Fußball.
Viele Eintracht-Fans haben sich damals über den aktiven Nationalspieler Wilko Risser gefreut. Wie verlief die Laufbahn für Namibia?
Ich bin zufrieden. Ich habe 13 Spiele gemacht und fünf Tore erzielt. Das war nicht schlecht,
aber im Ranking ist Namibia auch nicht so hoch angesiedelt. Ich bin aber stolz, für mein Heimatland gespielt zu haben.
Hatten Sie als junger Spieler ein Idol und einen Lieblingsverein im internationalen Fußball?
Den englischen Nationalspieler Alan Shearer – und Jürgen Klopp. Es beeindruckt mich sehr, was er aus Spielern machen kann. Seitdem Klopp in Liverpool war, mag ich den Verein noch mehr.
Was machen Sie heute?
Die meiste Zeit verbringe ich in Südafrika, ich habe dort ein Label für Kleidung und bin in diesem
Zusammenhang auch Model einer Werbeagentur. In Deutschland habe ich eine wunderbare Tochter, die ich regelmäßig besuche. Fußballerisch mische ich noch bei den alten Herren mit.








