Heimauftakt gelingt: Eintracht holt gegen SG Barockstadt den ersten Saisonsieg
Eintracht-Trier hat erstmals seit Februar wieder ein Heimspiel gewonnen. Vor 2.882 Zuschauern im heimischen Moselstadion siegten die Blau-Schwarz-Weißen am 2. Spieltag der Regionalliga Südwest gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz nach einer umkämpften Partie am Ende mit 3:2 (2:2). Damit feiert der SVE eine Woche nach der knappen Auftaktniederlage in Steinbach eine gelungene Heimpremiere in die neue Spielzeit.
Viel Aufwand, wenig Ertrag – so oder so ähnlich lautete bei den meisten Anhängern des SVE das Fazit nach dem 2:3-Saisonauftakt in Steinbach vergangene Woche. Spielerisch wussten die Moselstädter dabei aber durchaus zu überzeugen. Grund genug für 2.882 Fans, ihre Mannschaft beim ersten Heimauftritt der neuen Regionalliga-Spielzeit im Moselstadion anzufeuern. So viel sei vorab gesagt: Eine langweilige Partie bekamen die Zuschauer bei echtem Kaiserwetter in Deutschlands ältester Stadt nicht zu sehen.
Der SVE begann griffig und aktiv, die erste Chance gehörte aber den Gästen: Eine scharfe Hereingabe von David Siebert fand im Zentrum jedoch keinen Abnehmer. Noch besser wurde es aus Sicht der Blau-Schwarz-Weißen dann auf der anderen Seite. Maurice Wrusch leitete mit einem klugen Zuspiel aus der Abwehr einen schnellen Gegenstoß über Sven König ein, der über den halben Platz marschierte und das Leder dann aus zentraler Position wuchtig mit rechts zur 1:0-Führung flach ins linke Eck feuerte (15.). Kevin Heinz hatte mit einem tollen Laufweg auf der linken Seite das Zentrum geöffnet, König perfekt vollstreckt.
Der Treffer gab Eintracht-Trier sichtlich Selbstvertrauen. Innerhalb weniger Minuten erspielte sich die Klasen-Elf weitere gute Torgelegenheiten, verpasste in Person von Damjan Marceta (17.) und Frederik Rahn (20.) aber einen möglichen Doppelschlag. Stattdessen waren es diesmal die Gäste aus Fulda, die ihrerseits eiskalt zuschlugen: Moritz Dittmann wurde auf der rechten Seite perfekt in Szene gesetzt, marschierte mit Tempo auf SVE-Schlussmann Novakovic zu, der im Eins-gegen-Eins zwar die Hände noch an den Ball bekam, weder Dittmann noch das runde Leder am Ende aber aufhalten konnte. Letztlich spitzelte der Angreifer der Gäste den Ball knapp vor dem heraneilenden Rahn noch über die Linie – Ausgleich (26.).
Die SG Barockstadt – in der Liga für ihren effizienten Spielstil berühmt und berüchtigt – wirkte in der Folge wieder sicherer. In der 39. Minute steckten die Hessen das Leder im Angriff wunderbar auf Sebastian Schmitt durch, dessen scharfe Hereingabe von der Grundlinie im Zentrum von Nick Berger zur Führung ins Tor bugsiert wurde (39.). Die Frage, die nun durch das weite Rund geisterte, lautete: Wie würde der SVE auf den erneuten Rückschlag reagieren? Die Antwort aus Sicht der heimischen Moselstädter: Erfreulich! Noch vor dem Pausenpfiff entschied Schiedsrichter Kadir Yagci nach einem Handspiel von Fuldas Hans-Nunoo Sarpei im eigenen Strafraum auf Elfmeter, den Damjan Marceta in der siebten Minute der Nachspielzeit eiskalt zum Ausgleich verwandelte (45.+7).
Nach der Achterbahnfahrt im ersten Durchgang mussten sich beide Teams im Anschluss Pause erst einmal finden. Folglich dauerte es einige Minuten, bis die Partie wieder Fahrt aufnahm. Gute zehn Minuten nach Wiederbeginn fehlten Noah Herber und Damjan Marceta jeweils nur knapp fünf Zentimeter Körperlänge, um eine flache Hereingabe von Frederik Rahn im Zentrum zur erneuten Führung zu verwerten (56.). Viel ließ die kompakte Defensive der Gäste aus Hessen nicht zu, so sehr sich die Eintracht auch bemühte. Die Statik der Partie änderte sich erst nach etwas mehr als einer Stunde: Weil Aaron Frey, seines Zeichens Defensivspezialist der SG Barockstadt, im Zweikampf mit Marceta etwas zu viel um Marceta und etwas zu wenig um den Ball kümmerte, schickte ihn der Unparteiische Yagci mit Gelb-Rot frühzeitig unter die Dusche (63.).
Fulda-Lehnerz zog sich nun noch weiter zurück und machte es dem SVE auch in Unterzahl schwer, zu guten Torchancen zu kommen. Kein Wunder also, dass das Team mit der Porta Nigra auf der Brust gegen die gut gestaffelte Abwehr der Barockstädter eine Einzelaktion brauchte, um den Riegel zu knacken: Mateo Biondic verarbeitete ein Zuspiel vor dem Sechzehner sauber, zog auf und donnerte den Ball mit rechts unhaltbar rechts oben in den Winkel des von Justin Duda gehüteten Fuldaer Tores (73.) – ein absolutes Traumtor und die 3:2-Führung für die heimischen Trierer!
SVE-Chefcoach Thomas Klasen reagierte und brachte bei beinahe 30 Grad auf dem Rasen frische Beine. Die wehrten sich in der Schlussphase erfolgreich gegen die Angriffsbemühungen der Gäste, die trotz Unterzahl den Mut nicht verloren und bis zuletzt auf den Ausgleich drängten. Am Ende behielt Eintracht-Trier aber mit 3:2 die Oberhand und darf sich über die ersten drei Punkte der Regionalliga Spielzeit 2025/2026 und den ersten Heimsieg seit Februar freuen.
Am kommenden Samstag ist die Klasen-Elf dann schon wieder in der Liga gefordert. Um 14 Uhr gastieren die Blau-Schwarz-Weißen bei den Stuttgarter Kickers in der baden-württembergischen Landeshauptstadt,
Eintracht-Trier: Novakovic – Rahn, Wrusch (77. Laux), Awassi, Heinz – Herber (77. Lohei), Yavuz (84. Kinscher), Spang, König (77. Sossah) – Marceta, Biondic (90. Weigelt)
SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Duda – Iljazi, Besso (82. Antlitz), Frey, Schmitt (67. Grösch) – Dittmann, Sarpei, Pomnitz, Siebert (59 Hillmann). – Korzuschek (67. Habermehl), Berger (59. Reinhard)
Tore: 1:0 König (15.), 1:1 Dittmann (26.), 1:2 Berger (39.), 2:2 Marceta (45.+7/HE), 3:2 Biondic (73.)
Zuschauer: 2.882
Schiedsrichter: Kadir Yagci
Besondere Vorkommnisse: Gelb-rote Karte gegen Aaron Frey (63.)








