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Wilder Ritt auf dem Haarwasen: Eintracht unterliegt Steinbach 2:3

Eintracht-Trier hat am ersten Spieltag der Regionalliga Südwest eine unter dem Strich unnötige 2:3-Niederlage einstecken müssen. Trotz deutlichem Chancenplus und Spielhoheit insbesondere in den zweiten fünfundvierzig Minuten agierte der TSV Steinbach kaltschnäuziger und verwertete die sich wenig bietenden Gelegenheiten eiskalt.

Pünktlich zum Aufwärmen beider Mannschaften rund 35 Minuten vor dem Saisonstart wurde den 22 Aktiven auf dem Rasen deutlich: das hier heute, das kann richtig ungemütlich werden. Das auf der Höhe über Haiger liegende Sportzentrum Haarwasen wurde von einer steifen Brise und einem Sprühregen heimgesucht, der über die offene Längsseite ins Stadion schoss, dann aber rechtzeitig zum Einlauf nachließ.

Die Eintracht startete mit Viererkette, Noah Awassi neben Maurice Wrusch im Zentrum, Kevin Heinz und Frederik Rahn auf den Außenpositionen, Noah Herber und Christopher Spang auf der Doppel-Sechs davor. Defensive Grundordnung also, gepaart mit offensiven Stärken von Damjan Marceta, Hokon Sossah, Matteo Biondic und Jan-Lucas Dorow. Und die erste Chance, sie gehörte dann auch gleich den Gästen: ein Abschluss von Biondic wird abgefälscht – doch der Ball klatscht nur an die Latte des von Jesper Wolf gehüteten Tores der Heim-Elf (6.). Es war ein Warnschuss für die Mannschaft von Hüsni Tahiri, die prompt reagierte: Tim Kircher findet den viel zu freien Jakob Pfahl in der Mitte, der keine Mühe hat, das 1:0 zu erzielen (8.).

Die Klasen-Elf aber nicht geschockt, lief die Hausherren in der Defensive früh an und sorgte so für den ein oder anderen vielversprechenden Ballgewinn. Ein Schussversuch von Christopher Spang weit über das Gehäuse nach einer guten Viertelstunde und ein Abschluss von Maurice Wrusch nach Ecke von Noah Herber bleiben in dieser Phase aber als einzige wirkliche nennenswerten Chancen zu erwähnen, auch wenn sich die Eintracht etwas in der Hälfte der Hausherren einnisten konnte. Es blieb jedoch festzuhalten: der TSV intelligenter in den Offensivaktionen und gefährlicher im Abschluss – wieder Kircher, Flanke auf Dacaj, Riesen-Parade von Novakovic, der das frühe 2:0 verhinderte (19.).

Aber dann: eine der frühen Ballgewinne im Mittelfeld, der Ball landet über Umwege bei Mateo Biondic, der einen Gegner aussteigen lässt, aber in der Folge freistehend rechts am Tor vorbeizieht (28.) – die Riesen-Chance zum Ausgleich. Und wie schon knappe zwanzig Minuten zuvor kommt die Quittung auf den Fuß: Michael Guthörl verwertet einen Abpraller zum 2:0 (29.) – bitter, da beide Treffer der Hausherren in unmittelbarem Zusammenhang mit Großchancen der Eintracht standen. Danach bis zur Pause das nahezu wieder gleiche Bild: die Eintracht gefühlt spielbestimmend, aber tut sich schwer, dies in Torgelegenheiten umzuwandeln. Die einzige Ausnahme dann kurz vor der Pause: nach zunächst abgewehrter Herber-Ecke kommt Damjan Marceta mit dem Kopf an den Ball und verwandelt zum 1:2 aus Gäste-Sicht (45.). Ein Treffer, der anhand der Spielanteile unter dem Strich fällig war.

Die zweite Halbzeit, sie begann dann auch gleich mit zwei dicken Ausrufezeichen: Biondic flankt auf Sossah, der artistisch einen Fallrückzieher versucht – doch hierfür nicht belohnt wird (49.). Dann aber, nur eine Minute später – wieder Flanke, diesmal von Jan-Lucas Dorow auf Marceta, der macht sich lang, wieder Kopfball, wieder Tor: das 2:2 (50.). Hüsni Tahiri reagierte, brachte für den Torschützen Jakob Pfahl den Offensivkollegen Ertan Hajdaraj und damit neue Statik auf das Spielfeld, die sich direkt auszeichnete: nach einer Ecke landet die Kugel bei eben jenem Hajdaraj – das 3:2 (58.). Einmal mehr: die Hausherren müssen viel weniger für ihren Ertrag machen als das Gegenüber von der Mosel. Denn die, die ließen sich von ihren Offensivbemühungen nicht abbringen, zwangen die Heim-Elf immer wieder an den eigenen Strafraum zurück. Es lag in der Luft: auch nach dem erneuten Rückstand ging noch was. Beispiel gefällig? Dorow mit Balleroberung auf der rechten Seite, dort steht – natürlich – Marceta, doch seinen Kopfball kann Jesper Heim mit einer Glanzparade entschärfen und den Hattrick des Serben verhindern (66.).

Und dann kam er wieder – der Wind und der Regen, passend zur Schlussviertelstunde. Und doch, das Bild blieb das gleiche: wieder Biondic frei, wieder verzogen trotz guter Anspielstationen (76.) – die dritte hochkarätige Chance von ihm in dieser Begegnung, gleichbedeutend mit seiner letzten Aktion. Für ihn kam Dominik Kinscher in die Begegnung.

Unter dem Strich sollte es aber beim 2:3 aus Trierer Sicht bleiben und bei der Erkenntnis, dass am heutigen Tage deutlich mehr drin gewesen war.

 

TSV Steinbach: Heim – Hildebrandt, Galle, Pfahl (ab 54. Hajdaraj), Haimerl – Guthörl (ab 77. Yilmaz) , Dacaj, Singer – Firat (ab 77. Volkmer), Kircher (ab 71. Mika), Käuper (ab 46. Näpflein).

Eintracht-Trier: Novakovic – Heinz, Awassi, Wrusch, Rahn – Herber (ab 77. Yavuz),  (ab 83. Kinscher),  Dorow (ab 82. Garnier), Biondic (ab 77. Lohei) – Sossah (ab 66. König), Marceta.

Tore: 1:0 Pfahl (8.), 2:0 Guthörl (29.), 2:1 Marceta (45.), 2:2 Marceta (50.), 3:2 Hajdaraj (58.)

Schiedsrichter: John Bender

Zuschauer: 1.406 (davon ca. 350 Trierer)