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Die Kickers kommen – SVE vor Traditionsduell mit Offenbach

Es ist sicherlich eine der klangvollsten Begegnungen, die der Spielplan der Regionalliga Südwest in der diesjährigen Spielzeit bereithält. Am Sonntag kommt es um 14.00 Uhr im Trierer Moselstadion zur Neuauflage einer über die vergangenen Jahrzehnte immer wieder elektrisierenden Begegnung, wenn Kickers Offenbach einmal mehr in der ältesten Stadt Deutschlands zu Gast ist. Doch nicht nur aufgrund der Historie des Duells und der Tradition beider Vereine, sondern auch aufgrund der Tabellensituation knistert es, denn der Tabellenvierte empfängt den Spitzenreiter. Beide Mannschaften trennt dabei nur ein Punkt. 

„Die Mannschaft hat es sich verdient, diese Partie unter diesen Voraussetzungen spielen zu dürfen“, wirft Cheftrainer Thomas Klasen einen Blick auf die Tabelle und ergänzt: „Es ist einfach schön anzusehen, dass wir nur einen Punkt von der Spitze entfernt sind“, obschon er im nächsten Nebensatz auch gleich eifrig das Wort „Momentaufnahme“ erwähnt. Dennoch: die Tabelle, sie lügt nach nunmehr sechs gespielten Partien immer weniger und zeigt, dass die Regionalliga Südwest in der Breite extrem ausgeglichen ist, trennen den Gast des Wochenendes und den Tabellenneunten nur sage und schreibe drei Punkte.

Die Kickers aus Offenbach, seit Jahren im Vorfeld als Aufstiegskandidat gehandelt und teilweise auch immer wieder selbst ernannt, „ist ohne Zweifel in dieser Saison der Krösus der Liga“, so Klasen – voll bewusst ob des Anspruches, der am Bieberer Berg seit Jahren herrscht: mindestens eine Liga weiter nach oben zu kommen. Doch die Hessen erlitten in den vergangenen Spielzeiten das gleiche Schicksal weiterer namhafter in der Regionalliga gestrandeter Ex-Bundesligisten wie Rot-Weiß Essen oder Alemannia Aachen, die sich allesamt schwer damit taten, aus der Viertklassigkeit emporzusteigen. So befinden sich die Kickers aktuell in ihrer zwölften Saison in der Regionalliga – doch die Mannschaft rund um Trainer Christian Neidhart hat in dieser Spielzeit bereits das ein oder andere Ausrufezeichen setzen können. „Man hat das Gefühl, dass in Offenbach wieder etwas entsteht und nicht einfach nur nach Namen verpflichtet wurde“, ist sich Klasen der neu entfachten Euphorie im Umfeld bewusst. Neuzugänge wie Ron Berlinksi (Rot-Weiß Essen), Valdrin Mustafa (Jahn Regensburg) oder Onur Önlücifci (FSV Frankfurt) zeigen zudem, dass sie in das Kollektiv hineinpassen.

Was geht also für den SVE mit dieser enormen Aufgabe vor der Brust? Personell sind zwar einerseits Lichtstreifen am Horizont zu erkennen (Damjan Marceta trainiert wieder, Kevin Heinz konnte gegen Morbach unter der Woche im Pokal erstmals wieder eingesetzt werden), doch Jannis Held wird für die Begegnung am Sonntag definitiv ausfallen, bei dem die letzten medizinischen Ergebnisse noch ausstehen: im Bereich zwischen Zerrung und Muskelfaserriss ist momentan die Bandbreite relativ hoch. So oder so stellt Klasen dar: „Ich ziehe meinen Hut vor den Jungs, die Woche für Woche auf dem Platz stehen. Was sie angesichts der Personalsituation abreißen, ist phänomenal.“

Die Partie steht unter der sportlichen Leitung von Schiedsrichter Haris Kresser. Ihm assistieren Tobias Bartschat und Niklas Zygan an den Seitenlinien. Für Kresser ist es seine erste Begegnung mit Beteiligung von Eintracht-Trier.

SVE-TV wird die Begegnung wie gewohnt über LEAGUES.football übertragen. Der Stream startet etwa zehn Minuten vor Beginn der Begegnung gegen 13.50 Uhr.