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Schuldenschnitt, 2. Mannschaft und Unternehmensführung: Die wichtigsten Themen der Mitgliederversammlung 2019

Am Montagabend um 19:05 Uhr fand in den Räumlichkeiten von Eintracht-Partner FourSide Plaza Hotel Trier die jährliche Mitgliederversammlung des SVE statt. Dabei gaben neben Kassenprüfer und Fanbeirat auch Vorstand und Beirat ihre Einschätzungen über das vergangene Jahr ab. 109 stimmberechtigte Mitglieder waren außerdem anwesend, um ihre Fragen und Ansichten in die Diskussion einzubringen. Alle Themen der MV gibt es hier im Überblick:

Finanzielle Situation

Wie Eintracht-Präsident Helmut Meeth in seiner Rede mitteilte, haben sich die Verbindlichkeiten von Eintracht Trier von über 2 Mio. Euro im vergangenen Jahr auf 250.000 Euro reduziert. Beiratsmitglied Alfons Jochem betonte, dass die wirtschaftliche Lage des Vereins zwar „nicht gut“ sei, aber auch in keinster Weise existenzbedrohend. Präsident Meeth betonte, dass die Zeit seit der letzten MV im Juli 2018 primär dafür genutzt wurde, Ordnung und Struktur in Buchhaltung und Finanzen zu bringen. Auch durch den Rücktritt von Ex-Vorstandsmitglied Dieter Friedrich und häufige Wechsel des Steuerberaters seien belastbare Zahlen nur unter größten Anstrengungen zu erarbeiten gewesen. In Zukunft soll deshalb ein monatlicher „Soll/Ist“-Vergleich für mehr Planbarkeit sorgen. „Ein moderner Verein muss in kaufmännisscher Weise geführt werden wie ein Unternehmen“, betonte Meeth in seinen Ausführungen. Insgesamt ist die finanzielle Situation des Vereins „vernünftig“, wie Jochem betonte, der außerdem auf die schwierige wirtschaftliche Situation vor einem Jahr hinwies und dem Vorstand und dem Beirat für die intensive Arbeit dankte.

Kassenprüfer Ernst Ambré schlug in seinem Redebeitrag folglich die Entlastung des Vorstandes vor. Bei 108 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Vorstand dann auch eindeutig entlastet.

Sponsoring

In enger Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Torge Hollmann und Benjamin Judith hat der Vorstand um Präsident Meeth in den vergangenen Monaten ein neues Sponsoring-Konzept erarbeitet, das den Verein für Sponsoren attraktiver machen soll. Dafür wurden bestimmte Leistungspakete erstellt, die von Interessierten Unternehmen gebucht werden können. Weitere Informationen und eine Broschüre dazu sollen zeitnah folgen. Mit vielen der aktuellen Sponsoren sei außerdem bereits eine weitere Zusammenarbeit diskutiert worden, verriet Meeth. „Sie haben uns die Treue bekundet. Wir sind also ein Stück vorangekommen“, bilanzierte der Präsident abschließend.

Fans

In ihrer Ansprache an die Mitglieder berichtete Eva Schneider, Mitglied des Fanbeirates, von den regelmäßigen Treffen von Fans und Mitgliedern des Fanbeirates mit den Vereinsverantwortlichen aus Geschäftsführung, Vorstand und Beirat. Die Kommunikation und Diskussion von fanrelevanten Themen sollte auch in Zukunft gefördert werden, so Schneider, die außerdem lobende Worte für das Weihnachtssingen, das Fanbeirat und insbesondere SCT maßgeblich organisiert hatten, und für eine gemeinnützige Aktion von Insane Ultra, die im Winter Kleidung für die Trierer Nothilfe gesammelt hatten, fand.

Kritisch diskutiert wurden außerdem die Themen „Fantreff“ und „Fanbeauftragter“. In beiden Fällen machten einige Mitglieder deutlich, dass hier verstärkt Handlungsbedarf bestehe. Insbesondere bei Auswärtsspielen wünschten sich einige Anhänger verstärktes Engagement des Vereins. SCT-Vorstand Raphael Acloque betonte, dass die Existenz eines Treffpunkts für Fans ein absolutes „Muss“ für den Verein darstellen müsse. Vorstand und Geschäftsführung sicherten ihrerseits zu, die Themen weiter engagiert anzugehen.

Acloque forderte über den Fantreff hinaus mehr Transparenz bei Abläufen und Entscheidungen, sowie eine stärkere Einbindung der Anhänger in Belange des Vereins. „Wir als Fans haben den unbedingten Willen, dem Verein aus seiner misslichen Lage zu helfen. Das funktioniert aber nur, wenn Dinge frühzeitig kommuniziert werden“, sagte Acloque. Darüber hinaus betonte der Vostand des Supporters Club Trier 2001 aber auch die erfolgreiche Kooperation des Vereins mit dem Exhaus-Kinderhort und die regelmäßige Organisation von gemeinsamen Auswärtsfahrten durch den SCT.

Sportliche Situation

Sportvorstand Horst Brand schätzte in seiner Rede zunächst die aktuelle sportliche Situation ein: „Die aktuelle Saison ist nicht so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich glaube, dass wir aber seit dem Trainerwechsel trotz einiger Rückschläge einen besseren Fußball spielen“. Für die laufende Saison sei das Ziel nun „Platz drei oder vier“, auch die Lizenzunterlagen für die Regionalliga seien fristgerecht eingereicht worden.

Brand gab bekannt, dass Cheftrainer Josef Cinar auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen soll. Nur noch letzte Details seien hier zu klären. Außerdem werde im Sommer ein Co-Trainer verpflichtet, der als Spieler bereits beim SVE aktiv war. Außerdem sollen laut Brand die Spieler in Zukunft stärker leistungsbezogene Verträge erhalten. Zum Grundgehalt kämen dann Einsatz-, Punkt-, Pokal- und Aufstiegsprämien hinzu. Mit 15 Spielern habe es diesbezüglich bereits Gespräche gegeben, weitere sollen folgen. Generell wolle der Verein vermehrt Verträge über zwei Jahre abschließen, so Brand. Mit Hendrik Thul habe laut Brand auch bereits ein junger Spieler des aktuellen Teams seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert.

Zum Schluss seiner Ausführungen verkündete Brand außerdem, dass im Sommer die Anmeldung einer 2. Mannschaft geplant sei. Ein Sponsor hierfür sei bereits gefunden, bei einem Probetraining im Mai sollten sich außerdem vereinslose Spieler vorstellen können. Eine Übernahme von Spielern anderer Vereine schloss Brand aus, da der SVE als Oberligist hier verpflichtet sei, eine Ablösesumme in Höhe von 2500 Euro zu zahlen. „Wir wollen innerhalb von drei, vier Jahren mit der 2. Mannschaft wieder auf ein Niveau kommen, wo wir unseren jungen Spielern eine Perspektive bieten können“, sagte Brand zur perspektivischen Ausrichtung.

Jugend

In seiner Eröffnungsrede betonte SVE-Präsident Helmut Meeth, wie wichtig es sei, dass Jugendabteilung und Hauptverein wieder richtig zusammenwachsen würden. Dafür sei bereits hart gearbeitet worden. Außerdem solle weiter verstärkt auf den Nachwuchs gesetzt werden, um jungen Spielern aus der Region langfristig eine Perspektive aufzuzeigen. Vize-Präsident Roman Gottschalk, der hauptsächlich für den Jugendbereich verantwortlich ist, äußerte sich rundum positiv zur Situation des Nachwuchses: „Nicht nur der Tabellenplatz ist entscheidend, sondern, dass sich aus dem Jugendbereich Spieler entwickeln, die in die erste Mannschaft integriert werden können. Allein in diesem Winter waren das vier Spieler, die den Sprung geschafft haben.“ Außerdem sprach Gottschalk über den sozialen Aspekt der Jugendarbeit: „Wir legen auch großen Wert auf die soziale Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Hier werden wir unserer sozialen Verantwortung absolut gerecht.“

Anträge

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte es insgesamt elf Anträge aus dem Reihen der Mitglieder gegeben, die unter anderem Satzungsänderungen beinhalten sollten. Vorgezogen wurde zunächst allerdings ein Antrag von Roderich Schmitz, der die Rechtmäßigkeit möglicher Abstimmungen über die Anträge aufgrund einer Fristverletzung anzweifelte. Der Vorstand betonte außerdem die kurze Vorlaufzeit für die Bearbeitung der Anträge. In einer hitzigen und kritischen Diskussion über das weitere Vorgehen wurde die juristische Argumentation dabei mehrfach in Zweifel gezogen. Letztlich beantragte Schmitz, die elf zuvor gestellten Anträge nicht zur Abstimmung zuzulassen. Diesem Antrag wurde mit einer knappen Mehrheit von 56 Ja-Stimmen zu 42 Nein-Stimmen stattgegeben. Der Vorstand betonte abschließend die Absicht, sich gemeinsam mit den Antragsstellern zeitnah intensiv über die geplanten Änderungen auszutauschen.

 

Foto: Hans Krämer

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