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Der Auswärtsfrust hält an – 2:1-Niederlage in Bingen

Bei optimalen äußeren Bedingungen verlor Eintracht Trier am Samstagnachmittag verdient mit 1:2 gegen den Oberliga-Aufsteiger Hassia Bingen im Stadion am Hessenhaus. Der SVE entwickelte dabei über 90 Minuten zu wenig Torgefahr und musste nach einem Gegentreffer in der Nachspielzeit auch noch den nach einem Kinscher-Elfmeter greifbaren Punkt hergeben. Besserung muss schnell her: Am kommenden Sonntag empfangen die Blau-Schwarz-Weißen Rivale TuS Koblenz im Moselstadion.      

„Dajee, mein SVE!“ Mit dieser klaren Botschaft schickten die mitgereisten Eintracht-Fans die Mannschaft, heute angeführt von Kapitän Christoph Anton, auf den Platz. Toni vertrat Simon Maurer, der studienbedingt heute nicht zur Verfügung stand. Der Knoten zum ersten Auswärtssieg sollte endlich platzen. Doch das Spiel begann bitter. In der 7. Spielminute flankte Baris Yakut den Ball hinein und Enes Sovtic konnte per Kopf ins linke Eck ins Netz versenken – 1:0 für die Hassia. In der Folgezeit ergab sich eine Partie, das sich zwischen den Strafräumen abspielte. Die Eintracht war sichtlich bemüht, Spiel- und Passkontrolle herzustellen, während Hassia Bingen kompakt stand, die Räume eng machte und immer wieder Nadelstiche nach vorne zu setzen versuchte. Bingen wirkte geschlossener in ihren Reihen und es entwickelte sich so ein zähes Spiel.

In der 31. Minute dann eine ähnliche Freistoßgelegenheit für Bingen: In der Folge tauchte Dautaj allein vor Wieszolek auf, der mit einer Glanzparade das zweite Tor für die Hausherren verhinderte. Im direkten Gegenzug versuchte Christoph Anton mit einem angedeuteten Fallrückzieher das Binger Tor in Gefahr zu bringen. Es war das erste Mal, dass der SVE vor dem Gehäuse der Gastgeber auftauchte. Etwas mehr Gefahr resultierte aus der fünften Ecke des SVE in der 44. Minute, die Kahyaoglu butterweich auf Maurice Roth serviert hatte. Dessen ablagte beförderte Leoluca Diefenbach aber über den Kasten von Jens Maaß. Anschließend ging es mit der verdienten Bingener Führung in die Halbzeitpause.

Mit Luca Sasso-Sant kam mit Wiederanpfiff ein zweiter Stürmer in die Partie, der Jan Brandscheid in der Offensive unterstützen sollte. In der 58. Minute kochten dann die Emotionen richtig hoch. Sasso-Sant kam im Strafraum der Hausherren zu Fall, der Pfiff des Schiedsrichters blieb aber in dieser Situation aus. War dies das Hallowach für die Gäste von der Mosel?

Zunächst sah es nicht danach aus. In der 75. Minute gab es die Riesenchance für Hassia Bingen: Deniz Darcan spielte das Leder flach hinein und nahm damit Wieszolek aus dem Spiel, doch Josef Cinar grätschte aufopferungsvoll dazwischen und verhinderte für’s Erste das Tor. Die Kugel kam zu Dennis Desousa Oelsner, der das Kunststück vollbrachte, aus gut zehn Metern den Ball über das Tor zu setzen. Die Eintracht hätte sich nicht über das 2:0 beschweren dürfen. Es wäre wohl die Vorentscheidung in dieser Begegnung gewesen. Lucas Jakob kam anschließend für Kevin Heinz und nur Sekunden später wurde Kahyaoglu in der 78. Minute elfmeterwürdig zu Fall gebracht – diesmal gab es auch den fälligen Strafstoß. Dominik Kinscher trat an und verwandelte souverän ins linke obere Eck zum viel umjubelten 1:1. Aufgrund der bisherigen Leistung ein durchaus glücklicher Zwischenstand, der aber Kräfte für die Schlussphase freisetzen sollte. Anschließend drückte die Eintracht weiter, das zweite Tor sollte her.

Bingen verlegte sich zunehmend auf Konter und einen solchen konnte Ömer Kahyaoglu, aus der ersten Halbzeit bereits gelb vorbelastet, nur mit einem taktischen Foul unterbinden – gelb-rot in der 86. Minute. In der Nachspielzeit dann das, was keiner der mitgereisten 100 Eintracht-Fans sehen wollte. Ein langer hoher Ball in die Eintracht-Hälfte und plötzlich war Dautaj völlig frei und lief auf Wieszolek zu. Der Torjäger umkurvte den Schlussmann und schob den Ball zum 2:1 für die Hassia ins Tor.

Eintracht Trier setzt seine negative Auswärtsserie damit fort. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) muss gegen TuS Koblenz im heimischen Moselstadion eine deutliche Leistungssteigerung her, will der SVE gegen den Rivalen nach zwei Niederlagen auf fremdem Platz endlich zurück auf die Siegerstraße.

Statistik

Eintracht Trier: Wieszolek – Diefenbach, Cinar, Mabouba, Heinz (77. Jakob) – Fischer (46. Sasso-Sant), Roth, Anton (73. Kinscher), Kahyaoglu, Thayaparan – Brandscheid

Hassia Bingen: Maaß – Sovtic, Kranz, Klöckner, Iten – Neumann (84. Serratore), Yakut, Dautaj, Lautermann, Darcan- de Sousa Oelsner (86. Shibuya)

Tore: 1:0 Sovtic (7.), 1:1 Kinscher (79./Foulelfmeter), 2:1 Dautaj (90.+1)

Zuschauer: 422

Schiedsrichter: Ehsan Amirian

Gelb-rot: Kahyaoglu (86.)

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