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Zum Abschluss ein Remis: Eintracht kämpft vor Top-Kulisse bis zum Umfallen – UPDATE: Video online!

So wahnsinnig viel besser hätte das letzte Spiel von Eintracht Trier in dieser Saison nicht laufen können: Über 90 Minuten sorgten die zahlreich mitgereisten Trierer Fans im überdimensionierten Fritz-Walter-Stadion für eine Traumkulisse und peitschten ihr Team beim 1. FC Kaiserslautern II bedingungslos nach vorne. Eine wortwörtlich bis zum Umfallen kämpfende Eintracht-Elf entführte so am Ende durch ein 1:1 einen Punkt aus der Pfalz.

Noch Minuten nach Spielende feierten die etwas 200 mitgereisten Trierer Fans ihre Mannschaft und das Trainerteam. Insbesondere Co-Trainer Rudi Thömmes wurde von den Zuschauern mit Gesängen bedacht. Schon während der aufgrund von zahlreichen Trinkpausen mehr als 90 Minuten zuvor hatte der Anhang des SVE im Gästeblock des Fritz-Walter-Stadions mit Dauergesang für eine Top-Kulisse gesorgt. „Es ist schon toll, was die Fans da heute gezeigt haben. Das zeigt, dass die Leute Eintracht Trier weiterhin im Herzen tragen. Wir müssen jetzt in Eintracht alles daran setzen, dass es in Zukunft schnell wieder aufwärts geht. Ich glaube, diese Saison war dazu ein guter erster Schritt“, zeigte sich auch SVE-Chefcoach Daniel Paulus nach Spielende begeistert vom Auftritt des Anhangs.

In der Partie tat die Unterstützung von den Rängen der Mannschaft sichtlich gut. Trotz leerer Akkus zeigten die Blau-Schwarz-Weißen über das komplette Spiel eine kämpferisch ansprechende Leistung. Die großen Höhepunkte waren zunächst allerdings Mangelware. Im ersten Durchgang taten sich beide Mannschaften im Offensivspiel schwer, der letzte Biss fehlte auch aufgrund der bereits feststehenden Tabellensituation. Wenn mal eines der beiden Teams in der Nähe des gegnerischen Gehäuses auftauchte, spielte auch fehlende Konzentration eine Rolle.

Besser wurde das Prestigeduell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern II und Eintracht Trier dann erst im zweiten Durchgang. Die beste Chance der Partie bis zu diesem Zeitpunkt vereitelte Hanni München im SVE-Tor, als er sich vor Lautern-Kapitän Kühlwetter breit machte und den Abschluss des Angreifers stark parierte (65.). Geburtstagskind München zeigte insgesamt eine hervorragende Leistung und beschenkte sich damit selbst. Nur zehn Minuten nach der Parade des Schlussmanns hatten dann auch die Kollegen ein Präsent für den Schlussmann. Der eingewechselte Youngster Lukas Servatius setzte sich auf der linken Seite stark durch und bediente den lauernden Alex Biedermann im Zentrum perfekt. Biedermann schob das Leder lässig in Maschen und brachte das Team aus der ältesten Stadt Deutschlands unter großem Jubel in Front (77.).

In der Schlussphase gelang es der auf der letzten Rille agierenden Eintracht dann aber nicht mehr, die Führung auch ins Ziel zu retten. Kühlwetter erzielte fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den nicht unverdienten Ausgleich (85.). Der SVE stemmte sich mit aller Kraft gegen die Angriffsversuche der Pfälzer und brachte so zumindest einen Zähler über die Ziellinie. Während die Mannschaft sich nach Spielende feiern ließ, wurde auch deutlich, wie viel die Elf im letzten Spiel nochmal investiert hatte. Bei Leoluca Diefenbach machte der Kreislauf schlapp, der Defensivspieler musste minutenlang behandelt werden und wurde schließlich im Krankenwagen per Infusion wieder aufgepeppelt.

„Das war für uns nochmal ein echtes Highlight zum Abschluss. Hier im WM-Stadion zu spielen mit unserer jungen Mannschaft war schon klasse. Die Jungs haben große Augen und erstmal ein paar Fotos gemacht. Ich glaube den Respekt hat man im ersten Durchgang auch noch etwas deutlicher gesehen. Im zweiten Durchgang konnten wir uns dann aber trotz schwindender Kräfte nochmal steigern. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die heute wieder das Gesicht gezeigt hat, dass ich von ihr kenne – auch wenn nicht immer alles klappt, haben wir körperlich alles aus uns herausgeholt. Kompliment an Fans und Mannschaft!“, bilanzierte Cheftrainer Daniel Paulus nach Spielende.

Eine intensive Oberliga-Saison endet für den SVE damit auf Rang vier. Der FC 08 Homburg verabschiedet sich nach seiner Rekordsaison nach oben in Richtung Regionalliga Südwest und auch der FK Pirmasens wird in der Relegation versuchen, den Sprung zurück in Deutschlands vierthöchste Spielklasse zu schaffen. Mit dem SV Röchling Völklingen und dem TSV Schott Mainz geht es für zwei Teams aus der Regionalliga Südwest hingegen runter in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Auch die TuS Koblenz muss nach den Niederlagen von Mannheim und Saarbrücken in den Relegationshinspielen zur Dritten Liga noch zittern. Für Spannung ist also auch in der kommenden Saison gesorgt.

Statistik:

Tore: 0:1 Biedermann (77.), 1:1 Kühlwetter (85.)

1. FC Kaiserslautern: Schellenberg – Chung (87. Jensen), Miotke, Gottwalt, Löschner – Ekalle, Sickinger, Maroudis, Andric (73. Lammenett) – Kühlwetter, Morabet (82. V. Mustafa)

Eintracht Trier: München – Engeldinger, Cinar, Mabouba, Heinz – Brandscheid (89. Schneider), Fischer, Diefenbach, Kahyaoglu (56. Sasso-Sant) – Kinscher (63. Servatius), Biedermann

Schiedsrichter: Thorben Rech

Zuschauer: 501