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Siegesserie reißt gegen Saar 05 – Eintracht zahlt Lehrgeld

Eigentlich war alles gerichtet: neun Siege in Folge, dazu der Schwung aus zwei gewonnenen Partien im Jahr 2018. Am Ende hatte aber einer was dagegen – die giftigen Gäste aus Saarbrücken, die dem SVE wie schon im Hinspiel den Schneid abkauften und die drei Punkte aus dem Moselstadion entführten. Am Ende von intensiven 90 Minuten stand es 3:1 für den SV Saar 05 und die Erkenntnis auf Seiten der Eintracht, dass das heute einfach zu wenig war.

Das Spiel, es begann zunächst der Tabellensituation angemessen. Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, da hatten die Statistiker bereits vier Ecken für die Heimelf notiert – am meisten Gefahr für das Tor der Gäste entwickelte jedoch gleich der erste Versuch: die Hereingabe von Kahyaoglu verpasste Brandscheid noch knapp, Kapitän Simon Maurer sah jedoch Dominik Kinscher, dessen Schuss allerdings in der vielbeinigen Abwehr von Saar 05 hängen blieb – ebenso wie der Nachschuss von Diefenbach. Dennoch: die Anfangsphase, sie gehörte der Eintracht – sehr zum Leidwesen von Gästecoach Timon Seibert, der früh intervenierte und mit einem beherzten Zwischenruf („Wir brauchen mehr Zweikämpfe!“) seine Elf wachzurütteln versuchte.

Es war eine Ansage, die Wirkung zeigte – und prompt seinen Kollegen auf Seiten der Eintracht auf den Plan rief: Cheftrainer Daniel Paulus sah, dass der gute Beginn nach etwas mehr als zwanzig Minuten vergessen war und die Angriffsbemühungen in dieser Phase zu fahrig vorgetragen wurden. Die Hausherren zwar weiter optisch überlegen, aber die Gäste aus der Saarländischen Landeshauptstadt, sie waren nun spürbar in der Partie angekommen (so scheiterte Alexander Schmieden beispielsweise nach einer knappen halben Stunde am etwas zu weit aufgerückten Andrei Popescu). Der noch zu Beginn spürbare Unterschied zwischen einem Team auf Platz drei und einer Mannschaft am Tabellenende war verflogen. Kurz vor der Pause dann die Pointe dieser Halbzeit: Flanke von David Marikjan auf Alexander Schmieden – und dessen platzierter Schuss ließ Popescu zum 0:1 keine Chance (43.).

Die zweite Hälfte begann mit einem Doppelwechsel: Noutsos und Servatius ersetzten Brandscheid und den gelb-rot-gefährdeten Mabouba. Es sollte nichts nützen: unmittelbar nach Wiederanpfiff gab es Eckstoß für den Tabellenletzten, Popescu segelte an der Hereingabe vorbei – und letztlich war es Diefenbach, dessen Rettungsaktion den Ball über die Linie drückte – das 0:2, der Schock gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Die Gäste zogen sich nun zurück und lauerten auf Konter, die insbesondere über Günes oftmals vielversprechend vorgetragen wurden.

Mitten in die Lethargie hinein dann ein Stellungsfehler von Gäste-Torwart Birkenbach: Cinar kann ihn nach einer Noutsos-Hereingabe rücklings überlupfen, findet Kahyaoglu, der mit seinem 1:2 das Moselstadion zwar wieder wachküsste (71.), aber unter dem Strich nicht erlösen konnte. Nach einem blitzsauber vorgetragenen Konter tauchte Günes vor Popescu auf und erledigte mit dem 1:3 sämtliche Restzweifel über den Ausgang der Partie. Was bleibt, ist ein ganz bitterer Nachmittag und die Chance auf Wiedergutmachung am kommenden Wochenende beim Auswärtsspiel gegen den FC Karbach.

„Mir war von vornherein klar, dass das hier eine wahnsinnig schwierige Aufgabe wird. Nach vorne waren wir heute extrem leblos. Es gibt viele Gründe für diese Niederlage, da hat sicher auch die Einstellung eine Rolle gespielt. Die Saison ist noch nicht rum, auch wenn wir heute einen großen Schritt verpasst haben. Nächste Woche geht es in Karbach aber weiter“, bilanzierte Eintracht-Coach Daniel Paulus nach Spielende.

Statistik:

Tore: 0:1 Schmieden (43.), 0:2 Diefenbach (49./Eigentor), 1:2 Kahyaoglu (71.), 1:3 Günes (79.).

Eintracht Trier: Popescu – Jakob (ab 67. Engeldinger), Maurer, Cinar, Fischer – Mabouba (ab 46. Noutsos), Diefenbach, Kahyaoglu, Kinscher – Biedermann, Branscheid (ab 46. Servatius).

Saar 05 Saarbrücken: Birkenbach – Petrov, Seibert, Ömeroglu, Bastian – Heine (ab 88. Oberhausen), Anton, Marikjan, Schmieden, Günes (ab 84. Sossah) – Hertel (ab 77. Jüptner).

Schiedsrichter: Joel Maurice Jung

Zuschauer: 857

 

Foto: Hans Krämer