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Duell der „Serientäter“ im Moselstadion

Sieben Punkte aus den jüngsten drei Spielen haben beim SV Waldhof Mannheim für spürbare Entlastung gesorgt: Dem 0:0 beim Topteam 1. FC Saarbrücken und dem überraschenden 2:0-Erfolg am Samstag im Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern II ließen die Rhein-Neckar-Städter am Mittwoch ein 2:1 bei der TSG Hoffenheim folgen. Dabei bog das Team von Trainer Kenan Kocak durch Treffer in der 78. und 87. Minute einen Rückstand um. Der SVW drei Mal in Folge in ungeschlagen, die Eintracht gar fünf Mal – am Sonntag, ab 14 Uhr, treffen also die „Serientäter“ im Moselstadion aufeinander.

Hinter den Kulissen ist man beim Ex-Bundesligisten unterdessen um eine weitsichtige und seriöse Vereinspolitik bemüht. Bereits vor dem ersten Punktspiel in diesem Jahr gab es so eine Reihe von personellen Weichenstellungen. Die Verträge mit Daniel di Gregorio, Marco Müller, Christian Mühlbauer, Marcel und Nico Seegert sowie Juvhel Tsoumou wurden bis zum Sommer 2016 verlängert. Mit Patrick Haag kam ein Spieler zurück, der auch bis 2016 bleibt. Dagegen verließen Cem Islamoglu, Nikola Mladenovic und Christoph Becker den Verein sofort. Kurz vor Transferschluss schlug der SVW Ende Januar dann noch einmal zu und nahm das Duo Alban Ramaj und Shkemb Miftari unter Vertrag. Zuvor hatte bereits Verteidiger Julian Ratei beim Regionalligisten unterschrieben. Der 26-Jährige Ratei (zuvor unter anderem bei der SpVgg Bayreuth, TSV 1860 München und Darmstadt 98) erhielt einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2016, das Duo Ramaj/Miftari ein Arbeitspapier bis Saisonende plus Option auf ein weiteres Jahr.  Ramaj, der mit Erzgebirge Aue 2010 den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft hatte, spielte zuletzt für den Ligakonkurrenten FC 08 Homburg. „Es freut mich sehr, dass ich beim Waldhof unter Vertrag bin und in der Rückrunde hoffentlich auf Torejagd gehen kann“, erklärte der gebürtige Kosovo-Albaner am Rande der Vorstellung. Offensivkollege Miftari wechselte vom Drittligisten Stuttgarter Kickers zum SVW. In Stuttgart wurde der 21-Jährige nur acht Mal in der laufenden Saison eingewechselt. Noch länger ausfallen wird derweil Top-Torjäger Marcel Sökler, der an den Folgen eines Kreuzbandrisses labroriert.

Nachdem Trainer Kenan Kocak schon vor Weihnachten mit einem halben Dutzend seiner Akteure verlängert hatte, sind die Planungen tatsächlich deutlich weiter vorangeschritten als noch in den Jahren zuvor. „Ich bin sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung“, hatte Kocak schon gesagt bevor die Personalentscheidungen bekannt wurden. „Es war bei meiner vorherigen Station beim VfR Mannheim auch so, dass wir dann Erfolg hatten, als wir Kontinuität innerhalb des Kaders hatten“, so der Coach.

Gerade einmal 34 Jahre ist der Mannheimer Übungsleiter alt. Über Umwege landete er auf der Trainerbank: Rüdiger Lamm, seinerzeit der Sportliche Leiter der Waldhöfer, engagierte den früheren Mittelfeldspieler vor sieben Jahren für die Marketing-Abteilung des Oberligisten,  doch weil der Klub kurz vor einer Insolvenz stand, musste Kocak den SVW wieder verlassen. Beim unterklassigen FC Türkspor Mannheim stieg er als Spielertrainer ein. Nachdem er anschließend ein halbes Jahr als Sportlicher Leiter beim VfR Mannheim in der Verbandsliga aktiv gewesen war, übernahm Kocak im Februar 2011 parallel dazu den Trainerposten beim Deutschen Meister von 1949. Kocak musste sich alle kleinen und großen Erfolge seiner Karriere selbst erarbeiten. Das prägte ihn. Nicht der im ersten Anlauf geschaffte Aufstieg mit dem VfR in die Oberliga sorgte für Aufsehen, sondern vielmehr der Marsch durch die Spielklasse im Jahr danach. Wohl nur finanzielle Schwierigkeiten stoppten den abermaligen Sprung des VfR in die Regionalliga. Es folgte Mitte 2013 die Rückkehr zum SVW, wo Kocak seine Karriere 2007 aufgrund immer wiederkehrender körperlicher Blessuren hatte beenden müssen.  Kocaks Lehrmeister ist übrigens kein Geringerer als der frühere Erst-und Zweitligatrainer Uwe Rapolder.

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