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Verständnis für Wilhelmi – Eingeschlagenen Weg fortsetzen – Fanbeirat begrüßt

Wie bewerten die Verantwortlichen mit einigen Tagen Distanz den Rücktritt von Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi? Wann soll die nächste Mitgliederversammlung stattfinden? Was sagt die Führungsriege zur tags zuvor gegründeten Initiative „Eintracht Trier – Das sind wir!“, wie sehen die sportlich-personellen Planungen aus? Antworten auf diese momentan zentralen Fragen gab es am Mittwoch Mittag im Rahmen einer Pressekonferenz.

Verständnis, aber auch Bedauern äußerte Harry Thiele, was den Abgang seines bisherigen Vorstandskollegen Ernst Wilhelmi angeht: „Sein Rücktritt ist sehr schmerzhaft für den Verein. Es ist schwer vorstellbar, dass er nicht mehr in unserer Runde ist. Für das, was Ernst in achteinhalb Jahren für den SV Eintracht Trier 05 geleistet hat, sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet.“ Aufsichtsratschef Frank Natus stieß ins gleiche Horn, kritisierte die anonymen Kritiker scharf, zeigte sich derweil erfreut und erleichtert über Wilhelmis Ankündigung, dem SVE als Sponsor erhalten bleiben zu wollen.

Eine „kleine Gruppe von 30 militanten, sogenannten Fans, die im Verein und im Stadion eigentlich nichts zu suchen haben“ und die dem Verein in den zurückliegenden Monaten 25.000 Euro für das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände („Bengalos“) an Strafen gekostet hätten, habe gegenüber dem Vorstand insgesamt, besonders aber gegenüber Wilhelmi  immer wieder Anfeindungen weit unterhalb der Gürtellinie initiiert, so Thiele weiter. „Sein Schritt war völlig nachvollziehbar. Es ging ihm nicht zuletzt darum, auch seine Familie zu schützen“, stellten Thiele und Natus  klar. Ferner wohnten von SVE-Seite Roman Gottschalk (Vorstand), Simone Schuler (Aufsichtsrat) und Geschäftsführer Jens Schug der Pressekonferenz im Moselstadion-Presseraum  bei.

Thiele und Natus zeigten unterdessen auf, was sich in den vergangenen Tagen getan hat und berichteten von „mehreren guten Gesprächen auch mit dem Trainerteam und der Mannschaft, die begriffen hat, um was es geht“, so Thiele und spielte damit auf die kämpferisch großartige Vorstellung beim jüngsten 4:2 am Samstag gegen die Spielvereinigung Neckarelz an.

Auch wegen der aus dieser Partie gewonnenen Eindrücke sei man mit Cheftrainer Peter Rubeck übereins  gekommen, entgegen früherer Pläne des Coachs keine neuen Spieler in der Winterpause zu verpflichten, zumindest keine von außerhalb. „Dass wir mit den Leuten aus den eigenen Reihen auf einem guten Weg sind, hat das Spiel am Samstag deutlich gezeigt. Diese Philosophie der Stärkung der eigenen Jugend und der Identifikationsstiftung mit der Region wollen wir fortsetzen“, unterstrich Thiele. Die noch engere Verzahnung mit der Nachwuchsabteilung und einen regelmäßigen Austausch von Cheftrainer Rubeck und den Übungsleitern der U-Mannschaften solle forciert werden, stellte das Vorstandsmitglied mit dem Schwerpunkt Finanzen fest. In dieser Eigenschaft ließ er durchblicken, dass den Verein aktuell eine finanzielle Lücke im (unteren) sechsstelligen Bereich drücke. Diese wiederum rühre noch aus der vergangenen Spielzeit her. Weil man nicht länger bereit gewesen sei, mit solchen Lücken in die Saison zu gehen, habe man sich im Frühjahr/Sommer auch dazu entschlossen, den Etat insgesamt herunter zu schrauben, machte Thiele noch einmal deutlich.  Er lobte ausdrücklich das Engagement von Geschäftsführer Jens Schug, der unermüdlich dabei sei, neue Sponsoren zu akquirieren und sich auch in guten Gesprächen mit weiteren Geldgebern  befände. „Positiv und Früchte tragend“, nannte Frank Natus in diesem Zusammenhang die Anfang August realisierte Schnorpfeil-Nullfünf-Lounge oberhalb der Moselstadion-Haupttribüne.

Einen weiteren Schritt will man am Freitag, 5. Dezember, bei einer gemeinsamen Klausurtagung von Vorstand und Aufsichtsrat am Bostalsee kommen, bei der es unter anderem um Aspekte der Außendarstellung und der Sponsorengewinnung gehe.

Mögliche, nunmehr entgangene DFB-Pokal-Einnahmen nach dem Ausscheiden im Bitburger-Rheinlandpokal seien „add on“ gewesen – und zwar für die kommende Spielzeit, so Thiele. Auch hier befinde man sich „in Kontakt mit leistungsfähigen Sponsoren, die möglicherweise bereit sind, etwas mehr zu geben“.

Die Forderung der am Dienstag gegründeten Initiative „Eintracht Trier – Das sind wir!“, in Bezug der Gründung eines Fanbeirates begrüßten Frank Natus, Harry Thiele, ihre beiden anwesenden Kollegen aus Aufsichtsrat und Vorstand sowie Geschäftsführer Jens Schug ausdrücklich. Dies sei bereits in der Vergangenheit postuliert fordern. „Gründen muss sich dieses Gremium, das eingeladen ist, uns als Ideen- und Ratgeber zur Seite zu stehen, aber schon selbst“, betonte Frank Natus. Eine Satzungsänderung desbezüglich unterstütze man nicht.

Da sowieso für die erste März-Hälfte eine ordentliche, gleichwohl zeitlich etwas vorgezogene Jahreshauptversammlung geplant sei, hält man eine außerordentliche Versammlung für nicht zielführend. Bis dahin wird Geschäftsführer Schug, der auch Ansprechpartner in sportlichen Fragen sei, noch enger mit dem Vorstand zusammen arbeiten, so Thiele.   Die Wahl eines Nachfolgers für den zurück getretenen Ernst Wilhelmi sei laut Vereinssatzung nicht zwingend notwendig. Bis zur turnusmäßigen Wahl im übernächsten Jahr könne auch ein Mitglied kooptiert werden.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt vom WOCHENSPIEGEL. Mehr Sport von hier: www.wochenspiegellive.de/trier/lokalsport

Im Bild: Groß war die Resonanz auf die Pressekonferenz am Mittwoch.

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