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Neuling aus Nordbaden hat schon einige Duftmarken gesetzt

Vier Punkte aus drei Spielen, obendrein ein starker Auftritt im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten Hannover 96 (1:3): Der Start kann sich aus Sicht von Aufsteiger FC Astoria Walldorf sicher sehen lassen. FCA-Trainer Born trauerte nach dem Pokalfight denn auch ein wenig der verpassten Sensation nach- ähnlich wie sein Trierer Kollege Peter Rubeck nach dem 0:2 gegen den SC Freiburg: „Das Quäntchen Glück hat uns gefehlt, nach dem 1:1 hatten wir sehr gute Möglichkeiten.“ SVE-Coach Rubeck, der Samstag als „Spion“ vor Ort in Walldorf war, bestätigt: „Astoria häte das Spiel sogar gewinnen müssen. Uns erwartet im Übrigen eine hammerschwere Aufgabe.“

In der Regionalliga wollen die Nordbadener nun nach dem Auftakt-5:1 gegen die TuS Koblenz, dem 0:0 beim Nachbarn Waldhof Mannheim und dem 1:3 gegen den 1. FC Saarbrücken wieder etwas Zählbares folgen lassen.

Wie Trainer Markus Born die neue Saison einschätzt, verriet er unlängst auf www.fc-astoria-walldorf.de: „Wir haben hier in Walldorf eine hervorragende Infrastruktur und ein professionelles Umfeld mit vielen Mitstreitern, Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die sich allesamt der Herausforderung Regionalliga gerne stellen und in den letzten Wochen die Ärmel hochgekrempelt haben. Im sportlichen Bereich haben wir sowohl sportlich als auch charakterlich einen Topkader zusammen – dies gilt auch für mein Trainer- und Betreuerteam…“

Der bisherige „Co“ Born hat das Traineramt beim FCA zum 1. Juli von Aufstiegs- und Erfolgscoach Guido Strreichsbier übernommen. Dieser ist inzwischen für die U18-Nationalmannschaft des DFB zuständig.

Bekannteste Gesichter im Team des Neulings sind Kapitän Stephan Sieger (105 Zweit- und 104 Drittligaspiele), Abwehrspieler Mario Göttlicher und der mit 14 Treffern beste Torschütze der Vorsaison, Timo Kern.

Dietmar Hopp ist derweil (natürlich) auch in Walldorf präsentiert, schließlich ist Walldorf doch Sitz der SAP-Firmenzentrale. Geld im Überfluss gibt es aber beim FC Astoria nicht. Vielmehr lockt man Spieler mit einer sehr guten Infrastruktur:  Das Trainingsgelände des Klubs erfüllt gar die Ansprüche einer Nationalmannschaft, wie der von Costa Rica bei der Weltmeisterschaft 2006 und der von Honduras bei einem Trainingslager vor der WM 2010. Das Astoria Stadion fasst 4.000 Zuschauer und auch die Jugendarbeit des Vereins weiß zu überzeugen – auch wenn die A-Jugend gerade aus der Bundesliga abstieg.

Die Geschichte des Klubs aus jener Stadt, die ein gewisser Johann Jakob Astor einst Ende des 18. Jahrhunderts verließ, um in Amerika zum weltbekannten Selfmade-Millionär zu avancieren, ist derweil nicht alltäglich:

Der 1. FC 08 Walldorf war ursprünglich eine Abteilung der SG Walldorf-Astoria. 1952 erfolgte die Loslösung der Fußballer vom Gesamtverein und die Gründung des reinen Fußballvereins 1. FC 08. Eine Minderheit führte den Fußballsport aber innerhalb der SG weiter und startete 1953 in der B-Klasse neu. Der 1. FC 08 übernahm während der Saison 1951/52 die Spielklasse vom alten Verein und spielte in der 2. Amateurliga Rhein-Neckar…. Nachdem man zwei Mal in Folge abgestiegen war, fand man sich 1994/95 in der Bezirksliga Heidelberg wieder. Dort traf er 1. FC 08 erstmals wieder seit 1970 in Punktespielen auf die Fußballer der SG Astoria. Die Initiative zur „Wiedervereinigung aller Walldorfer Fußballer“ ging von der Abteilungsführung der SG Astoria aus. Ziel der Fusion, die am 15. Februar 1995 zwischen dem 1. FC 08 Walldorf und der Fußballabteilung der SG Walldorf-Astoria 02 erfolgte und am 3. März 1995 endgültig beschlossen wurde, war es, höherklassigen Fußball in Walldorf zu etablieren. Das gelang auch – wenn auch mühsam: 2007 wurde der Klub Meister der Verbandsliga Baden und stieg in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Sieben Jahre später folgte nun der Sprung in die Regionalliga Südwest.

 

 

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