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Diesmal sind sie gekommen, um länger zu bleiben

Das lange Warten hat ein Ende. Am 2. Juni 2007 bestritt der FK 03 Pirmasens beim VfR Aalen sein vorerst letztes Spiel in der damals noch drittklassigen Regionalliga Süd. Nun hat „Die Klub“ erneut den Sprung in die Regionalliga geschafft, obschon die Südwest-Staffel nur noch Fußball auf der vierthöchsten Stufe bedeutet. Der Jubel kannte indes keine Grenzen, als das Team von Trainer Peter Tretter mit einem 2:1-Erfolg beim TuS Mechtersheim am vorletzten Spieltag der alten Saison in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar den Aufstieg klar gemacht hatte.

Ausgerechnet im „verflixten siebten Jahr“ gelang den Schuhstädtern damit der lang ersehnte Erfolg, den man in den Spielzeiten zuvor mit zwei zweiten und zwei dritten Rängen noch jeweils relativ knapp verpasst hatte.

Übermütig werden sie beim früheren Zweitligisten aber nicht, von finanziellen Wagnissen sind die Verantwortlichen weit entfernt, wie auch Präsident Karsten Vollberg unlängst im „Kicker“ durchblicken ließ: „Bei uns ist kein Profifußball möglich. Wir gehen da kein Risiko ein.“ Vollberg ist vom Fach, was das Sportliche angeht, war er doch einst selbst bis hinauf zur dritthöchsten Spielklasse aktiv. Mehr trainieren wollen und müssen sie natürlich beim FKP – und sich auch strukturell verbessern. In punkto Spielbeobachtung und Auswertung der Partien wolle man in Liga vier verstärkt auf die bislang kaum praktizierte Video-Analyse zurückgreifen, so Teammanager Andreas Kamphues im „Kicker“.

Eine Etage höher müssen die Südwestpfälzer indes auf ihren in der Vorsaison 19-fachen Torschützen Andreas Haas verzichten, der vor allem aus familiären Gründen nicht mitaufsteigen wollte und sich inzwischen Oberligist Borussia Neunkirchen angeschlossen hat. Abwehrchef Patrick Hildebrandt hört auf und wechselt als Geschäftsführer in die administrative Ebene des Vereins. Für ihn kam Marco Steil aus Worms zurück. Neben ihm und 14-fachen Bundesligaspieler des 1. FC Kaiserslautern, Sebastian Reinert, verfügen auch Keeper Frank Steigelmann, Mittelfeldspieler Attila Baum, die Angreifer Patrick Freyer und Dennis Gerlinger (kam vom FC 08 Homburg/Saar) sowie die Defensivspezialisten Matthäus Gornik und Karsten Schug über Regionalligaerfahrung.

Und auch ein Ex-Eintrachtler steht in der neuen Saison in den Reihen von „Die Klub“, wie er im Volksmund nur genannt wird – Robin Mertinitz. Der heute 24-jährige Mittelfeldspieler stammt aus dem Hochwald, wechselte in der Jugend zum SVE, um dann noch als B-Junior nach Mainz zu gehen. Mit den Nullfünfern wurde er unter Trainer Thomas Tuchel Deutscher A-Juniorenmeister, kam dann in Mainz und später in Idar-Oberstein 66 Mal in der Regionalliga zum Einsatz. 2012 ging er zum FSV  Salmrohr, mit dem er in der Vorsaison selbst nur knapp am Regionalligaaufstieg (0:0 und 0:1 gegen den FC Nöttingen scheiterte).

Weitaus mehr als Regionalliga reif ist das Pirmasenser Stadion auf der Husterhöhe, das vor zehn Jahren eröffnet wurde, 10.000 Zuschauer fasst und des öfteren schon Schauplatz von Junioren-Länderspielen war. Am Samstag, 19. Juli, dürfte im Test gegen Bundesligist VfB Stuttgart auch eine stolze Kulisse zugegen sein.

Der Aufstieg des FK 03 Pirmasens – Er ist auch ein Kapitel mehr in der langen und von verhältnismäßig extremen Höhen und Tiefen geprägten Klub-Geschichte. Ende der fünfziger Jahre hatte man dem pfälzischen Rivalen 1. FC Kaiserslautern zwischenzeitlich sogar den Rang abgelaufen, feierte drei Meisterschaften in der damals erstklassigen Oberliga Südwest und spielte so in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.  1963 reichte es trotzdem nicht zur Bundesliga-Qualifikation; in der Zwölf-Jahres-Wertung hatten der FCK und der  1. FC Saarbrücken die Nase vorn.

Knapp scheiterte „Die Klub“ besonders 1966 und zehn Jahre später am Aufstieg in die Bundesliga- hier führte man bereits im Aufstiegs-Hinspiel gegen Bayer 05 Uerdingen mit 4:2, kassierte dann aber noch zwei Treffer zum 4:4. In der Grotenburg-Kampfbahn wurde jedoch glatt mit 0:6 verloren.

Die Rahmenbedingungen hatten sich verändert, die von der Schuhindustrie abhängige Stadt Pirmasens schlitterte in eine wirtschaftliche Krise, der FKP bekam die Folgen zu spüren. 1978 ging es runter in die Oberliga. Der Tiefpunkt dann 15 Jahre später mit dem Absturz in die Landesliga…

Schritt für Schritt ging es dann aber wieder nach oben, gleichwohl bedeutete  der 2006 erkämpfte Regionalliga-Aufstieg unter Trainer Robert Jung nur ein Jahr Regionalligafußball. Nun aber wollen die Pirmasenser (viel) länger in dieser Liga bleiben….

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