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„Große Gelegenheit am Dienstag, sich aus erster Hand zu informieren“

Wie sieht er die zurück liegende Saison, was machen die Planungen für die neue Runde, warum genau hat sich der SV Eintracht Trier 05 für Peter Rubeck als neuen Cheftrainer entschieden – und was sagt er zur bevorstehenden Jahreshauptversammlung? Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi hat sich den Fragen von www.eintracht-trier.com gestellt.

Platz sechs in der Liga, das Pokalendspiel am Mittwoch gewonnen: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Unterm Strich absolut positiv. Unser Ziel war es vor der Saison, oben mitzuspielen und den Titel im Pokal zu verteidigen. Beides ist uns gelungen. Trotzdem mache auch ich keinen Hehl daraus, dass wir in der Liga gerne noch mehr geschafft hätten. Leider kam erneut nach der Winterpause aber ein gewisser Einbruch. Trotzdem war es eine gute Runde. Schließlich muss man auch bedenken, dass vor uns neben einem weiteren Traditionsverein wie Waldhof Mannheim ansonsten starke und finanzkräftige Konkurrenz wie die U23-Mannschaften der Erst- und Zweitligisten aus Mainz, Freiburg und Kaiserslautern und die seit vielen Jahren sehr ambitionierte SG Sonnenhof Großaspach lagen.

Was hat gefehlt, um den großen Wurf, sprich: Die Play-Offs oder gar den Aufstieg zu packen?

Es gibt da schon zwei, drei Gründe, die nicht von der Hand zu weisen sind. Einerseits haben unsere beiden Winter-Verpflichtungen Kushtrim Lushtaku und Ken Asaeda leider nicht den gewünschten Effekt erzielt. Wir wollten Qualität statt Quantität dazu holen. Das ist uns nicht gelungen. Hinzu kamen viele kleinere Verletzungen bereits in der Vorbereitung und der wochenlange Ausfall von Fabian Zittlau, wodurch unsere linke Abwehrseite oft nicht stabil genug war. Zudem gab es bereits im ersten Match im neuen Jahr einen Knackpunkt. Wenn der Elfmeter in der Schlussminute der Partie gegen Zweibrücken reingegangen wäre und wir das Auftaktmatch gewonnen hätten – wer weiß, vieles wäre dann in den Spielen danach wohl einfacher gewesen.

Roland Seitz musste kurz nach der Winterpause gehen. Wie bilanzieren Sie die Zusammenarbeit mit ihm?

Insgesamt haben wir mit ihm eine erfolgreiche Zeit gehabt. Auch jetzt pflege ich noch ein gutes Verhältnis zu ihm und wir tauschen uns immer wieder aus. Es war aber bereits relativ früh in diesem Jahr klar, dass wir nach rund vier Jahren  mal den Schritt zu etwas Neuem mit einem anderen Trainer machen wollten. Als wir dann Mitte März mit 0:1 in Koblenz verloren hatten und die Luft raus zu sein schien, wollten wir angesichts des für uns so wichtigen Pokal-Viertelfinales bei der TuS nur gut vierzehn Tage später einen neuen Reiz setzen und haben uns dazu entschlossen, Roland Seitz bereits zu diesem Zeitpunkt von seinen Pflichten als Cheftrainer und sportlicher Leiter des SV Eintracht Trier 05 zu entbinden.

Jens Kiefer blieb nur rund zwei Monate… Wie bewerten Sie die Zeit mit ihm und seinen Abgang?

Er hat hier ohne Zweifel saubere Arbeit abgeliefert. Besonders wichtig war, dass wir mit ihm das Pokalspiel in Koblenz gewonnen haben und die Mannschaft unter ihm dann auch ins Finale eingezogen ist. Jens genießt im Saarland einen glänzenden Ruf. Der höhere Etat in Homburg, auch für ihn persönlich bessere finanzielle Möglichkeiten und die Nähe zu seinem Wohnort Spiesen haben ihn dann ins Grübeln gebracht. Die Verhandlungen zwischen uns und dem FC 08 Homburg sind sauber und fair verlaufen, was eine Auflösung seines Vertrages anging. Wir haben zudem eine stattliche Ablöse bekommen.  Wir hätten Jens Kiefer sicher auch gerne länger behalten – solche Dinge gibt es aber nun mal im Fußball.

Hinterher hieß es immer wieder, Kiefer habe nicht mehr den Etat zur neuen Saison zur Verfügung, wie ursprünglich vorgesehen und wollte deswegen weg…

Das stimmt so nicht. In unseren Gesprächen habe ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Seitdem ich im Vorstand bin, also seit acht Jahren, ist es immer so gewesen, dass wir immer nur mit dem Geld planen können, was uns aktuell zur Verfügung steht. Möglich sind dann immer noch Erhöhungen, wie etwa durch das Erreichen des DFB-Pokals oder den Abschluss weiterer Werbeverträge.

Warum fiel die Wahl auf Peter Rubeck?

Viele von uns kennen ihn noch aus seiner Zeit als Spieler bei der Eintracht. In den achtziger Jahren verkörperte er lange das, was nicht zuletzt für die Zuschauer so wichtig ist: Kampfgeist und Hingabe. Als Trainer  steht er auch für diese Eigenschaften. In Zweibrücken hat er über sieben Jahre hinweg super Arbeit geleistet, was zwei Aufstiege bis in die Regionalliga verdeutlichen. Peter lebt den Fußball und ist in der Großregion bestens vernetzt. Er kennt sich hervorragend in der Dritten, vierten und fünften Liga aus.

Einhergehend mit seinem Engagement ist auch eine Umstrukturierung. Einige im Umfeld haben schon Angst, dass wir uns dauerhaft von ambitioniertem Fußball verabschieden müssen… („Feierabendfußball“)

Das Wort „Feierabendfußball“ lasse ich einfach nicht zu, weil es bei uns nicht der Praxis entsprechen wird: Das hört sich ja so an, als ob wir ab sofort nur noch ein bisschen rum kicken werden. Schon bisher haben Leute wie etwa unser Publikumsliebling Michael Dingels morgens gearbeitet, andere wie ein Fabian Zittlau wegen des Studiums immer mal wieder vormittags passen müssen. Rund 20 Mann voll zu beschäftigen, werden wir aber aufgrund knapper werdender Ressourcen sowie jetzt schon seit Jahren ausbleibender Fernsehgelder nicht mehr hinkriegen. Damit befinden wir uns übrigens in bester Gesellschaft: Auch namhafte Klubs wie Rot-Weiss Essen, die Sportfreunde Siegen oder Kickers Offenbach verfahren ähnlich. Fakt ist: Eine Gruppe mit etwa zehn Mann wird ja auch weiterhin morgens trainieren, das Gesamttraining findet dann am frühen Abend statt.

Am 3. Juni ist Jahreshauptversammlung: Macht Ernst Wilhelmi weiter? Ist sonst mit größeren Veränderungen zu rechnen?

Zu diesem Themenkomplex kann ich aktuell noch nichts Definitives sagen. Es stehen noch interne Gespräche an, die sich wohl bis Anfang der Woche und damit bis kurz vor der Wahl hinziehen werden. Wichtig ist  mir in jedem Fall noch zu betonen, dass ich auf eine große Anzahl an Mitgliedern hoffe. Am Dienstag besteht die große Gelegenheit, sich aus erster  Hand zu informieren und darüber zu diskutieren.

Mit welchen wirtschaftlichen Daten können/ müssen die Mitglieder rechnen?

Grundsätzlich ist es uns auch in den beiden zurück liegenden Jahren gelungen, den Entschuldungsprozess voranzutreiben. Nur das Geld auszugeben, was wir haben, bremst vielleicht manchmal in den Bemühungen, den möglichst optimalen sportlichen Erfolg zu erzielen, mittel- und langfristig ist es aber in jedem Fall der richtige Weg. Gegenbeispiel ist derzeit der insolvente SSV Ulm 1846. Wir planen aktuell mit einem Etat von einer Million Euro – für den Gesamtverein inklusive Nachwuchs.

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