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Neuer Trainer will „in erster Linie spielen lassen“

Stell´ Dir vor, Du wirst Meister – und steigst nicht auf, der „Vize“ dagegen schon…: Diese nicht alltägliche Konstellation ergab sich für den KSV Hessen Kassel nach dem Ende der Regionalliga-Südwest-Saison 2012/13. Die „Löwen“ konnten sich in den beiden Duellen gegen den Nordmeister KSV Holstein Kiel nicht durchsetzen, der Zweite aus Elversberg in den Vergleichen mit dem Bayern-Champion TSV 1860 München dagegen schon (3:2/1:1). Somit bleibt der langjährige Zweitligist, der Anfang der achtziger Jahre ein paar Mal heftig ans Tor zur Bundesliga klopfte, 1993 und ´97 aber pleite war und ´98 in der Kreisliga A einen Neuanfang starten musste, der Regionalliga erhalten.

 

Während der Vertrag mit Trainer Uwe Wolf nicht verlängert wurde, blieb der KSV-Kader anders als in den Vorjahren vor einem großen Umbruch verschont. Von den eigentlichen Stammkräften verließen lediglich Nico Hammann und Ricky Pinheiro den Klub. Außenverteidiger Hammann spielt künftig für Nordost-Viertligist 1. FC Magdeburg. Mittelfeldspieler Pinheiro verließ den KSV aus privaten Gründen und hatte bei Redaktionsschluss noch keinen neuen Verein.

Als Wolf-Nachfolger verpflichteten die Kasseler Jörn Großkopf. Der heute 46-Jährige wechselte als Spieler 1988 vom HEBC Hamburg zum FC St. Pauli in die Bundesliga. Nach 30 Spielen und zwei Toren ging er dann zum SC Concordia Hamburg, für den er in der damals noch drittklassigen Regionalliga Nord zwischen 1992 und ´97 exakt 100 Spiele bestritt. Weitere Stationen in der Hansestadt folgten – und auch als Übungsleiter verdiente sich Großkopf seine Sporen bislang ausschließlich in der Elbmetropole. 2007 nahm er dann ein Engagement beim FC St. Pauli an, wo er die U19 übernahm. Diese führte er nach nur einem Jahr 2008 in die A-Jugend Bundesliga Staffel Nord-Ost. Im Januar 2009 wechselte er als Coach zur U23 des Clubs, mit welcher er in die Regionalliga Nord/Nord-Ost aufstieg, nach einem Jahr aber  wieder abstieg. 2011 schaffte er mit dem Team den sofortigen Wiederaufstieg mit großem Abstand zur Konkurrenz. In der Saison 2012/13 erwarb Großkopf in Köln die DFB-Fußballlehrer-Lizenz, sein Vertrag bei St. Pauli wurde aber nicht über die Saison hinaus verlängert. Der KSV Hessen stattete ihn mit einem Einjahresvertrag aus.

Ebenfalls vom FC St. Pauli II nach Kassel wechselten die beiden 20-jährigen Talente Marcel Andrijanic und William Wachowski. Andrijanic, der schon ein Mal für die Profis der Kiez-Kicker aufgelaufen ist, kann im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Der 1,90 Meter große Wachowski soll eine Alternative für die Innenverteidigung darstellen. Weitere Neuzugänge bei den Fuldastädtern sind auch der 19-jährige Rechtsverteidiger Maximilian Sauer, der vom frisch gebackenen Deutschen A-Junioren-Meister VfL Wolfsburg kommt und Florian Nagel. Der 21-jährige Mittelfeldspieler durchlief die Nachwuchsmannschaften bei Werder Bremen, absolvierte 58 Bundesliga-Spiele in der A- und B-Jugend und schaffte bereits vor drei Jahren den Sprung in die zweite Mannschaft in der Dritten Liga, wo er auf 47 Einsätze kam. „Florian hat bereits in Bremen unter Beweis gestellt, dass er eigentlich in die Dritten Liga gehört. Trotz seines Alters wird er uns wieder einen Schritt nach Vorne bringen. Ich freue mich, über die Verpflichtung“, so Cheftrainer Jörn Großkopf.

Über seine Spielphilosophie sagt der neue Kasseler Cheftrainer: „Ich will in erster Linie spielen lassen. Lang geschlagene Bälle, die mag ich nicht so. Das liegt wohl daran, dass ich früher Stürmer war. Ich habe es gehasst, wenn die Bälle hoch über mich weggeflogen sind.“

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