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Finale Niederlage im Linzgau

Mit einer 0:3-Niederlage beim Sportclub Pfullendorf hat der SV Eintracht Trier 05 am Samstag Nachmittag die Regionalliga-Südwest-Saison 2012/13 beendet und landet damit unterm Strich auf dem fünften Platz.

Wie bereits angekündigt, musste Cheftrainer Roland Seitz im finalen Match im Linzgau auf zahlreiche verletzte, angeschlagene oder gesperrte Akteure verzichten, zudem wurden einige Spieler vor dem eminent wichtigen Endspiel um den Bitburger-Rheinlandpokal am kommenden Mittwoch, 29. Mai, ab 19 Uhr, beim FSV Salmrohr geschont. So feierten mit Daniel Braun und Kevin Arbeck zwei Spieler ihr Debüt, David Thieser kam zum ersten Mal seit dem 17. März 2006 wieder zu einem Einsatz in der „Ersten“.

Für U23-Mann Braun war die Partie unglücklicherweise schon nach neun Minuten wieder beendet. Nach einem Pfullendorfer Pass in die Tiefe von Habilj Jonuzi brachte der Außenverteidiger den durchgebrochenen Manuel Stark kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall – Schiedsrichter Dominik Schaal aus Tübingen griff hart durch, wertete das Vergehen als Notbremse und zückte die rote Karte. Den Gastgebern merkte man an, dass sie noch unbedingt einen Punkt brauchten, um den sicheren Klassenverbleib feiern zu können: Das Team von Trainer Adnan Sijaric agierte konzentriert und entschlossen, wirkte auch ballsicherer als die deutlich ersatzgeschwächten Gäste von der Mosel. Schon in der dritten Minute die Chance zur Führung, als Christian Hepp schön von links nach innen geflankt hatte, wo aber Silvio Battaglia aus drei Metern knapp vorbei schoss. Nur vier Minuten später war es Baldo di Gregorio, der nach einem der vielen gefährlichen Pässe in die Tiefe vor Battaglia klären konnte.

Mit einer feinen Einzelleistung sorgte Erdogan Yesilyurt in Minute 15 erstmals für Gefahr vorm von Sebastian Willibald gehüteten Tor der Hausherren. Die Leihgabe von Zweitligaaufsteiger Arminia Bielefeld hatte sich schön bis zum Strafraum durchgetankt, sein Schuss strich dann aber um Zentimeter über den Winkel.

In der 18. Minute die vielumjubelte Führung der Linzgauer. Jonuzi bediente aus zentraler Position Manuel Stark, der sich im Eins-gegen-Eins gegen Kevin Heinz durchsetzte und Stephan Loboué aus sieben Metern keine Abwehrmöglichkeit ließ. Wenig später war Loboué auf dem Posten – aus kurzer Distanz rettete er gegen Andreas Frick (24.). In der 31. Minute gab es dann aber nichts zu halten für den Schlussmann der von rund 60 Anhängern unter den 830 Zuschauern in der Geberit-Arena unterstützten Trierer. Diesmal hatte der Ex-Eintrachtler Piero Saccone (wurde vor der Begegnung genauso wie der frühere Trierer Michael Falkenmayer, den es zu Mainz 05 II zieht, verabschiedet) die Lücke gefunden und Jonuzi mit klugem Pass bedient. Aus neun Metern hatte dieser dann leichtes Spiel. Der für den am Knie verletzten Kevin Arbeck eingewechselte, etatmäßige U19-Mann Marc Inhestern klärte drei Minuten später in höchster Not und konnte dem frei vorm Tor aufgetauchten Battaglia in letzter Sekunde den Ball weg spitzeln. Christopher Spang (39.) und Erik Michels (42.) scheiterten kurz vor der Pause noch mit Schüssen aus der zweiten Reihe.

Nach dem Seitenwechsel waren die Möglichkeiten von Battaglia und Stark aber wesentlich hochkarätiger (51./60.). Das zusammen gewürfelte Team mit der Porta auf der Brust mühte sich, es lag aber auf der Hand, dass in vielen Aktionen die Abstimmung fehlte, um den SCP so richtig in Bedrängnis zu bringen. Immerhin tauchte Max Watzka in der 62. Minute nochmal aussichtsreich im Pfullendorfer Sechzehner auf. Der defensive Mittelfeldspieler zielte knapp übers Tor. Mit einem Treffer Marke Tor des Monats machte dann Alexander Schnetzler endgültig alles klar und ließ die Vorfreude der Fans auf das angekündigte Freibier anwachsen: Der Defensivmann schlenzte von links gefühlvoll ins lange Eck! (65.). Pfullendorf kam noch das eine oder andere Mal gefährlich vors Trierer Tor, es blieb jedoch letztlich beim glatten und verdienten 3:0.

„Am Mittwoch zählt´s – Sieg im Rheinlandpokal“. Mit dieser klaren Ansage verabschiedeten die Eintracht-Anhänger das Team auf die knapp 450 Kilometer lange Rückreise zurück in die Moselmetropole.

„Bei uns hat jeder gekämpft. Nach der frühen roten Karte wurde es dann aber natürlich noch schwieriger. Jetzt können wir uns ohne Vorbehalte auf das große Pokalspiel am Mittwoch freuen“, sagte Max Watzka kurz nach der Partie. David Thieser merkte selbstkritisch an: „In der ersten Hälfte hätten wir hier und da besser verteidigen können. Für mich persönlich war es ein schöner Abschluss meiner Zeit bei der Eintracht.“ Privat- und berufsbedingt wird der Abwehrspezialist der U23 zumindest vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen können.

Cheftrainer Roland Seitz erkannte den verdienten Sieg der Pfullendorfer an: „Der Klassenverbleib belegt, dass mein Kollege Adnan Sijaric mit seinem Team einen guten Job gemacht hat. Meine Jungs haben sich gut aus der Affäre gezogen.“

Zum Abschneiden in dieser Saison meinte Seitz: „Es war insgesamt eine super Runde – gerade, wenn man unsere begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten sieht. Wir mussten wochenlang ohne unseren Topgoalgetter Chhunly Pagenburg auskommen. Viele andere haben auch verletzt gefehlt. Der fünfte Platz ist eine gute Ausbeute. Jetzt wollen wir unsere Hausaufgaben machen und der Saison mit dem Pokalsieg am Mittwoch das i-Tüpfelchen aufsetzen.“

Statistik:

SC Pfullendorf: Willibald – Straub, Falkenmayer (88. Kunter), Schnetzler, Hepp (77. Kadrijaj)– Frick, Schreyeck – Stark, Saccone (69. Meßmer), Jonuzi – Battaglia.

SV Eintracht Trier 05: Loboué – Heinz, di Gregorio, Thieser, Braun – Spang, Watzka – Arbeck (32. Inhestern), Aliu (63. Hartmann) – Michels, Yesilyurt.

Schiedsrichter: Dominik Schaal (Tübingen)

Zuschauer: 830

Tore: 1:0 Stark (16.), 2:0 Jonuzi (31.), 3:0 Schnetzler (65.)

Rote Karte: Daniel Braun (SVE, 9., Notbremse)

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