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"Das Geld liegt nicht auf der Straße"

7_20100309_Mitgliederversammlung_Roman GottschalkIm Interview mit bezieht Roman Gottschalk, im Vorstand des SV Eintracht Trier 05 schwerpunktmäßig zuständig für den Nachwuchsbereich, Stellung zur aktuellen Situation in der Jugendabteilung.

 

 

 

Sie sind im März von der Mitgliederversammlung in den Vorstand des SV Eintracht Trier 05 gewählt worden. Wie fällt nach rund fünf Monaten Ihr Zwischenfazit aus; wie sehen Sie den Nachwuchsbereich des SVE aufgestellt, Herr Gottschalk?

 

 

 

Grundsätzlich ganz hervorragend.

Es macht sehr viel Spaß, mit an zusehen und zu verfolgen, wie positiv sich die Jugendabteilung unseres Vereins darstellt. Die Erfolge sind ja nicht zuletzt an der Vielzahl der inzwischen in den Seniorenbereich integrierten Spieler und den starken Platzierungen der jeweiligen Teams abzulesen. Sehr stolz macht uns natürlich derzeit besonders die U23, die zwei Mal in Serie aufgestiegen ist und nun in der Oberliga spielt.

 

Wie wichtig ist der Nachwuchs im Vergleich zur ersten Mannschaft?

 

 

 

Keine Frage, die erste Mannschaft ist das Flaggschiff des Vereins. Die Jugend stellt aber ganz klar das Fundament unseres SVE dar. Und ein solches braucht man, um dauerhaft etwas erreichen zu wollen.

 

 

 

… was wiederum nicht billig ist…

 

 

Ein Verein muss wissen, wie viel ihm seine Jugendförderung wert ist. Sicher geben wir mehr für den Nachwuchs aus, als manch anderer Regionalligist. Trotz einer Etatsenkung des Gesamtvereins in dieser Saison ist das Jugend-Budget annähernd gleich geblieben. Das Geld liegt auch in diesem Fall nicht auf der Straße. Wir sind auch hier auf die Hilfe potenter Sponsoren angewiesen, denen wir ein klares Konzept und entsprechende Gegenleistungen bieten können, sich im Zusammenhang mit der Nachwuchsabteilung des SVE zu präsentieren. Außerdem würden uns freuen, wenn unser Jugendförderverein einen noch stärkeren Zuspruch erhielte.

 

 

 

Der Gesamtetat der Nachwuchsabteilung beträgt rund 280.000 Euro. Welche Kosten müssen damit bestritten werden, wie schlüsselt sich der Betrag auf? Wie rechtfertigt sich die Summe?

 

 

 

Einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb für 175 Kinder und Jugendliche auf entsprechendem Niveau zu gewährleisten, kostet eine ganze Stange Geld. Alleine an Buskosten fallen pro Saison 40.000 Euro an. Und dieser Posten ist noch einmal größer geworden, fuhren wir vor zwei Jahren mit unserer U15 noch nach Pluwig, geht es jetzt für die Jungs nach Neitersen in den Westerwald. Selbst Schiedsrichterkosten verschlingen einen niederen fünfstelligen Betrag. Nicht zu vergessen das Jugendinternat, an dem wir mit 10.000 Euro Kosten beteiligt sind. In dem Gesamtetat ist natürlich auch das Budget für unsere mittlerweile in der Oberliga vertretene U23 mit enthalten.

Bei uns sind ausschließlich Übungsleiter mit einer Lizenz engagiert. Dass diese auch eine Aufwandsentschädigung erhalten, versteht sich von selbst. Wir sehen die 280.000 Euro sehr gut angelegt; es ist eine mittel- und langfristige Investition in die Zukunft unseres Vereins. Außerdem profitiert ja auch die Region davon: Spieler werden bei uns fußballerisch ausgebildet; einige von ihnen kehren später wieder zu ihren Klubs zurück und sind dann oft ein gutes Stück weiter. Dass unser eingeschlagener Weg stimmt und auch von höherer Seite aufmerksam verfolgt wird, belegt die gute Chance, dass wir als DFB-Leistungszentrum anerkannt werden.

 

 

 

 

 

Auf was kommt es dem Jugendförderverein vor allem an?

 

 

 

Im Vordergrund steht der soziale Aspekt. Das heißt: die vorhandenen Talente der Region werden unabhängig ihrer sozialen Stellung in der Gesellschaft bei uns unterstützt und soziale und integrative Projekte werden insbesondere gefördert. Darüber hinaus ist es uns ein wesentliches Anliegen, die außersportliche Ausbildung der Talente zu gewährleisten. Hier sind die Finanzierung von Projekten wie Nachmittagsbetreuung für auswärtige Spieler und Internatsspieler und Freizeitaktivitäten zum Teambuilding geplant. Wer in den Förderverein eintritt, kann übrigens neben einem festen Sockelbetrag selbst entscheiden, wie hoch sein Betrag ist.

 

Welchen Anteil hat Reinhold Breu an der insgesamt so positiven Entwicklung der Nachwuchsarbeit beim SVE?

 

Zweifellos hat er nach seinem Wechsel zum SVE im Sommer 2008 die Entwicklung hier deutlich forciert. Reinhold verfügt über einen großen Erfahrungsschatz und kann Menschen für eine Sache begeistern. Ich sehe aber auch die starke Arbeit des Teams, bestehend aus allen Trainern, Betreuern, Ärzten und Physios und nicht zu vergessen natürlich unser Sportpsychologe Kay Falkenau.

 

 

 

Wie eng ist der Kontakt der Nachwuchsabteilung zu Cheftrainer Roland Seitz und zur Regionalligamannschaft?

 

 

 

Zur neuen Saison haben wir Patenschaften einzelner Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft mit Jugendteams initiiert. Die Idee ist bei Cheftrainer Seitz und unseren Regionalligaakteuren auf großes Interesse gestoßen. In diesem Konzept beinhaltet sind in erster Linie Trainingsbesuche. So schaffen wir eine engere Verzahnung in unserem SVE und eine höhere Identifikation untereinander.

 

 

 

Zum Abschluss zu Ihrer Person: Nach Ihrer Wahl im März hatten Sie schon einige Kehrseiten des Vorstandsamtes kennen gelernt; nach den sportlichen Misserfolgen der Regionalliga-Elf entlud sich der Ärger auch an der Führungsebene….

 

 

 

Es waren stürmische Zeiten, keine Frage. Doch was jetzt zählt, sind Gegenwart und Zukunft. Ich hoffe, dass jetzt wieder dauerhaft Ruhe hier eingekehrt ist. Es macht mir jedenfalls großen Spaß, hier aktiv mitwirken zu können, obschon ein Vorstandsamt mit vielen Opfern – nicht zuletzt zeitlicher Art – verbunden ist.

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