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"Das Bild ist ein komplett anderes"

WilhelmiWilhelmineuDie Vorbereitungsphase ist quasi vorbei. Am Sonntag startet der SV Eintracht Trier 05 mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern II in seine dritte Regionalliga-Saison in Serie. Der Frust über das miese sportliche Abschneiden in der vergangenen Runde scheint vergessen zu sein; 14 Neuzugänge und die gute Vorbereitung mit ausnahmslos Testsiegen haben sogar schon eine kleine Euphorie entfacht…

Es lief bislang zweifelsohne sehr positiv. Ich bin genauso wie meine beiden Vorstandskollegen Harry Thiele und Roman Gottschalk über die sportliche Entwicklung bis jetzt angenehm überrascht. Allerdings dürfen wir jetzt nicht blauäugig sein und uns nichts auf den zumeist sogar hohen Testspielsiegen etwas einbilden. Gerade von Schaffhausen und Esch hatten wir uns alle mehr Gegenwehr erhofft. Letztlich waren diese und auch die anderen sieben Gegner keine echten Maßstäbe.

 

Welchen Eindruck haben Sie von der rund erneuerten Mannschaft? Was ist von ihr zu erwarten?

Das Bild ist ein komplett anderes, als in der vergangenen Saison. Es scheint, als ob wir charakter- und spielstarke Jungs verpflichten konnten, die es hier beim SV Eintracht Trier 05 noch einmal wissen wollen. Sicher muss man auch einschränkend sagen, dass das die wahre Stärke erst zum Vorschein kommt, wenn uns die ersten Rückschläge ereilen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Mannschaft mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird.

Außenstehende fragen sich, wie man mit einem für die Regionalligaelf zur Verfügung stehenden Budget von nur noch 750.000 Euro statt vorher 900.000 Euro so viele Akteure verpflichten konnte, die zum Teil auch aus der Dritten Liga Angebote hatten.

 

Alleine in der Regionalliga West mussten ja drei noch dazu namhafte Klubs aus wirtschaftlichen Gründen die Segel streichen. Insolvenzen und wirtschaftliche Schwierigkeiten erleb(t)en auch Klubs in den beiden anderen Staffeln. Es ist ein gewisser Preisverfall eingetreten. Viele Spieler und deren Berater sind bei ihren finanziellen Vorstellungen wieder realistisch geworden. Zu Gute kam uns, dass wir inzwischen seit Jahren dafür bekannt sind, die vereinbarten Gelder pünktlich und vollständig zu überweisen. Außerdem genießt Roland Seitz in der Branche einen sehr guten Ruf.

A propos Trainerteam: Mit Rudi Thömmes ist ein echter Eintrachtler zurück gekehrt…

….was uns ungemein freut. Wir wollten mit der Verpflichtung von Rudi ein Zeichen setzen. Er ist einer, der sich hundertprozentig mit dem SVE identifiziert und alles für den Verein gibt. Rudi ergänzt sich schon jetzt prima mit unserem Cheftrainer Roland Seitz und Sascha Purket, über dessen Verbleib als Torwarttrainer wir auch sehr froh sind.

Einhergehend mit dem schwachen sportlichen Abschneiden flogen in der Schlussphase der alten Saison und zu Beginn der Sommerpause im Umfeld mitunter die Fetzen, wurde auch der Vorstand immer wieder barsch kritisiert. Inzwischen scheint großer Frieden eingekehrt zu sein. Täuscht die Ruhe?

 

Ich weiß es nicht. Jedenfalls war ich überrascht, wie vor kurzem der Fanabend gelaufen ist. Ich hätte gerne im persönlichen Gespräch zu bestimmten Themen Stellung bezogen oder diskutiert. Offenbar gab es aber keinen Bedarf. Wenn wir jetzt zwei Mal hintereinander verlieren und die Dinge dann wieder über die Anonymität des Internets aufgewärmt werden, ist keinem von uns gedient. Ich trete an dieser Stelle noch einmal für den offenen, ehrlichen und direkten Dialog ein. Nur ein solcher Weg bringt uns doch wirklich weiter.

In die Öffentlichkeit gegangen ist Harald Zirbes, der inzwischen seinen Rücktritt als Aufsichtsratsmitglied erklärt hat. Er wirft dem Verein unter anderem mangelnde Strukturen vor und fordert die Installierung eines Schatzmeisters. Wie gehen Sie damit um?

 

Grundsätzlich hätte es mich gefreut, Harald Zirbes wäre in seiner Amtszeit als Aufsichtsratsmitglied einmal so aktiv und kritisch gewesen, wie auf einmal in den vergangenen Wochen. Ich sehe es als Affront gegen die handelnden Personen an, wenn er jetzt einen Schatzmeister fordert und irgendwo finanzielle Unregelmäßigkeiten in den Raum stellt. Alleine die Tatsache, dass wir in einem knallharten Verfahren die DFB-Lizenz ohne nennenswerte Auflagen erhalten haben, bestätigt, dass wir hier absolut sauber und seriös arbeiten.

Abgesehen vom angepeilten Klassenverbleib der ersten Mannschaft in der Regionalliga. Wann wären Sie nach der Saison rund herum zufrieden?

Wenn a) unsere Jungs besonders in Heimspielen sauberen und ehrlichen Fußball geboten haben b) im Umfeld dauerhaft Eintracht herrscht und wir offen und ehrlich miteinander umgehen c) wir möglichst früh sportlichen Planungssicherheit haben d)die wirtschaftliche Basis nicht zuletzt dank unserer vielen kleinen und mittleren Sponsoren weiter so gegeben ist sowie e) unsere absolut professionelle Jugendförderung weiter so arbeiten kann. In diesem Zusammenhang würde es mich freuen, wenn der noch relativ neue Jugendförderverein weitere zahlreiche Mitglieder erhält. Gerade auf diese Art und Weise lässt sich Nachwuchsarbeit gezielt und effizient unterstützen.

Gegen Ende noch zu offenen Personalfragen: Was macht die Suche nach einem sportlichen Leiter und nach einem weiteren Angreifer?

 

Was den sportlichen Leiter angeht, bin ich der Meinung, dass wir diese Position in der Regionalliga nicht unbedingt brauchen. Ein erfahrener Trainer wie Roland Seitz kann dieses Amt zumindest vorläufig in Personalunion ausüben. Im Zuge der Professionalisierung suchen wir aber längerfristig schon jemanden, der die Strukturen des Vereins kennen und deshalb aus den eigenen Reihen kommen sollte.

Was die Stürmer-Suche angeht, muss ich sagen, dass wir derzeit nicht das Geld haben, um einen entsprechenden Kandidaten zu verpflichten. Wir müssen hier einfach Ruhe und Geduld bewahren.

… und vielleicht auch auf einen größeren finanziellen Spielraum durch eine Pokal-Sensation gegen Nürnberg hoffen?

Wenn wir am 15. August hier bei uns erneut einen der Großen aufs Kreuz legen könnten, wäre das natürlich fantastisch. Dass es immer so läuft, wie im vergangenen Jahr, als wir Hannover und auch noch Bielefeld besiegen konnten, ist aber eher unwahrscheinlich. Fakt ist: Ein Weiterkommen würde bedeuten, dass wir früher finanzielle Planungssicherheit auch für die neue Spielzeit und sogar noch etwas Luft für Nachverpflichtungen hätten.

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