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"Kleine Nullfünfer" setzen im Abstiegskampf alle Hebel in Bewegung

Am Samstag, ab 14 Uhr, am heimischen Bruchweg den SV Eintracht Trier 05 schlagen, um dann nicht zum Saisonfinale eine Woche später bei Rot-Weiss Essen enorm unter Druck zu stehen und womöglich gewinnen zu müssen: Das ist die Maxime beim akut abstiegsbedrohten 1. FSV Mainz 05 II vor dem Regionalliga-Südwestderby. Aktuell haben die „Kleinen Nullfünfer“ als Tabellen-15. nur einen Zähler Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf II, das als 16. den ersten sportlichen Abstiegsplatz belegt.

Im Kampf um den Klassenverbleib hat man bei der Bundesliga-U23 nichts unversucht gelassen – und den langjährigen Coach Peter Neustädter vier Runden vor Schluss in die Wüste geschickt. Für ihn hat Roland Vrabec die sportliche Verantwortung übernommen.

„Wir wissen um die lange und verdienstvolle Arbeit von Peter Neustädter für Mainz 05. Aber wir stehen als Verein in der Pflicht, jedes Mittel auszuschöpfen, um den Abstieg noch zu verhindern. Wir hoffen, dass wir der Mannschaft vor den nun anstehenden entscheidenden Spielen noch einmal entscheidende Impulse für einen gemeinsamen Kraftakt geben können“, begründete Amateuremanager Manfred Lorenz die Entscheidung, die kurz nach der 1:3-Niederlage am 23. April beim 1. FC Köln II getroffen wurde. Neustädter absolvierte von 1994 bis 2004 als Profi 239 Zweitligaspiele für den 1. FSV Mainz 05 und trainierte die zweite Mannschaft in den vergangenen fünf Jahren. Sein Vertrag wäre indes sowieso nicht verlängert worden. Für die kommende  Saison stand schon länger der Schweizer Martin Schmidt als neuer Coach fest.

Interimstrainer Vrabec gehörte zuletzt dem Stab von Cheftrainer Thomas Tuchel als Chefscout an. Davor coachte er zwei Jahre lang die B-Junioren der Nullfünfer in der Bundesliga. Zuvor war Vrabec sechs Jahre lang zuerst für die U 17-, dann für die U 19-Mannschaft des FSV Frankfurt in der Oberliga Hessen verantwortlich, gleichzeitig war er Jugendkoordinator bei den Bornheimern. Der 36-jährige studierte Sportwissenschaftler und -mediziner gilt als Taktiker, akribischer Systemleser und einer, der seine Ergebnisse in klarer Sprache vermitteln kann.
Im ersten Match unter Vrabec wurde Rheinhessen-Nachbar Wormatia Worms mit 4:1 aus dem Weg geräumt. Vor dem spielfreien Wochenende setzte es mit dem 1:2 an der Elversberger Kaiserlinde aber einen empfindlichen Rückschlag. Gesperrte (Benjamin Kessel, Alex Elliot) und verletzte Akteure (Steven Kröner, Pierre Kleinheider) hatten den Kader Mainzer, bei denen es der Ex-Eintrachtler Robin Mertinitz im bisherigen Saisonverlauf auf 18 Einsätze und fünf Tore gebracht hat, doch sehr ausgedünnt.

Am Samstag gegen den SVE bieten sich derweil erfahrene Alternativen an: Marco Rose soll ebenso im Team stehen, wie Keeper Christian Wetklo. Rose (der gebürtige Leipziger brachte es seit 2002 auf 150 Einsätze für die Nullfünfer) lässt seine Karriere nach vielen verletzungsbedingten Rückschlägen mit 33 Jahren ausklingen. Sogar schon seit 2001 trägt Wetklo das Mainzer Torwart-Dress, brachte es aber als (fast) „Ewige Nummer zwei“ in dieser Zeit nur auf 45 Spiele in der ersten Garnitur.

Auch, wenn sich der Klub nach der Saison von einem Dutzend Spielern trennen wird, ist Amateuremanager Lorenz „davon überzeugt, dass hier keiner absteigen will“. Auch er weiß, dass es bei einem Abstieg zumindest kurzfristig schwieriger wird, besonders Talente aus den eigenen Reihen behutsam an das höhere Niveau zu gewöhnen…

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