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Sieg der Moral

In Karbach bereitete man dem Gast einen sehr kühlen Empfang. Während das eigene Team in den komfortablen neuen Umkleidekabinen residierte, musste der Gast aus Trier mit der unterkühlten Kellerkammer Vorlieb nehmen. Nach dem Schlusspfiff blieb den Jungs nur eine eiskalte Dusche. Doch dazwischen zeigte der Tabellenführer, dass er sich auch durch widrige Umstände nicht aus seinem Konzept bringen lässt.

Ein Rumpelplatz, dazu ein böiger kalter Wind, das sind die Zutaten einer Partie, die an diesem österlichen Samstag keinen Schönheitspreis gewinnen kann. Ballstafetten über mehr als drei Stationen haben Seltenheitswert und hohe Abwehrschläge, die abhängig von den jeweiligen Windverhältnissen an Fahrt gewinnen oder verlieren, bestimmen das Spielgeschehen. Wen wundert es da, dass Gefahr hauptsächlich durch Standardsituationen entstehen. So schon gleich mit Spielbeginn, als Erwin Bradasch sich nach einem gegnerischen Foul gedankenschnell die Kugel schnappt und blitzschnell auf den freistehenden Sebastian Ting passt. Dieser zieht in den Strafraum und vollendet zum frühen Führungstreffer. Der Vorsprung bewirkt, dass Trier nun, wie gewohnt souverän, aus einer geordneten Abwehr operieren kann. Der Gastgeber versucht mit Windunterstützung die Gäste durch hohe Bälle in Verlegenheit zu bringen. Doch das Team um den umsichtigen und konzentrierten Torwart Assen Alexov lässt nichts anbrennen. Im Gegenteil: nach einem weiten Pass aus der eigenen Hälfte kann Ting in der 35. Minute den weit aus seinem Gehäuse geeilten Torwart überspielen, ist aber nicht mehr in der Lage, das Leder kontrolliert weiter zu verarbeiten. Eine letzte Bewährungschance vor der Pause muss Alexov überstehen, als er eine verunglückte Kopfballabwehr von Pascal Orth entschärfen kann.
In der Pause schwört Trainer Breu seine Truppe darauf ein, den Kampf weiterhin anzunehmen und mit Einsatz und Siegeswillen dem Gegner zu trotzen. Die Jungs zeigen ihm und den vielen Zuschauern, dass sie nicht nur schönen Sonntagsfußball spielen können, sondern auch die rustikalere Art der Ballbehandlung beherrschen. Sie nehmen den Fight des Abstiegskandidaten an und schlagen ihn mit seinen eigenen Mitteln. Wiederum ein Standard durch Bradasch, diesmal ist es ein Eckball, führt zum 2:0. Tim Eckstein köpft den gezielt gespielten Flugball ungehindert über die Linie. Kaum vier Minuten später, der Gegner hat nun seine Abwehr entblößt, steuert Eckstein alleine auf den einheimischen Torwart zu, aber scheitert. Chancen ergeben sich auf beiden Seiten. Der eingewechselte Brandscheid sowie Alsina scheitern wiederholt am Torwart. Dann eine Schrecksekunde für die Eintracht. Während Philipp Herz verletzt am Boden liegt, ergibt sich eine Lücke im Abwehrverband, die Karbach durch einen Treffer nutzen kann. Doch zum Glück für die Gäste entscheidet der gute Schiedsrichter auf Abseitsstellung.
In der 90. Minute macht Eckstein dann die Kiste zu, indem er ein Solo über das halbe Spielfeld zum 0:3 vollendet. Ein noch höherer Sieg ist durch einen Lattenknaller von Ting in der 91. Minute noch möglich, aber vielleicht wäre dies auch des Guten zu viel gewesen…

Tor: Assen Alexov

Abwehr: Michael Löber, Fabio Fuhs, Pascal Orth,
Philipp Herz (76. Jon Becker)

Mittelfeld: Sebastian Ting, Max Bachl-Staudinger, Xavier Alsina,
Erwin Bradasch

Angriff: Tim Eckstein, Matondo Makiadi (63. Jan Brandscheid)

Kader: Sebastian Dahm (ET)

Tore:
0:1 2. Min. Ting
0:2 52. Min. Eckstein
0:3 90. Min. Eckstein

Schiedsrichter: Carman
Zuschauer: 236

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