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„Auch wir haben eine kleine Chance“

„Die Leute hier freuen sich riesig auf dieses Spiel. Da werden auch bei mir viele schöne Erinnerungen wach.“ Robert Jung und der von ihm trainierte Rheinlandligist FSV Salmrohr erwarten am Aschermittwoch, 15 Uhr (!), im Rahmen des Achtelfinales um den Bitburger-Rheinlandpokal den Regionalligisten SV Eintracht Trier 05.

Wochenlang war heiß diskutiert worden, wann und wo gespielt wird – der FSV wollte die Partie erst an Ostern austragen. Das wiederum war der Eintracht vor allem wegen zu erwartender Regionalliga-Nachholspiele zu spät. Bei der Terminfindung kam erschwerend hinzu, dass die Polizei ihr Veto gegen eine Austragung auf dem Salmrohrer Kunstrasen eingelegt hatte –und das Salmtalstadion hat kein Flutlicht. Eine mobile Anlage zu installieren, hätte über 10.000 Euro gekostet…. Ob nun nach dem vielen Hin und Her tatsächlich am Mittwoch im Salmtalstadion gespielt werden kann, musste zumindest am Sonntag Abend wegen Schnee und Eis auf dem Platz noch angezweifelt werden. Im Laufe des Dienstag soll eine vorläufige Entscheidung fallen, ob der Rasen bespielbar ist oder ob die Partie vierzehn Tage später, am 3. März, über die Bühne geht.

„Früher hat die Eintracht und den FSV oft nur ein Platz getrennt. Das waren meist ganz enge und hart umkämpfte Duelle in der Oberliga“, erinnert sich Trainer-Fuchs Jung an viele packende Aufeinandertreffen besonders in den achtziger Jahren zurück.  Zwischen 1985 und ´87 coachte der heute 65-Jährige die Salmrohrer schon einmal, schaffte mit ihnen 1986 sensationell den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Später gelang dem pensionierten Mathematiklehrer auch noch mit den Offenbacher Kickers und dem FSV Mainz 05 der Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Jung gilt als Taktik-Freak und machte es mit seinen Teams auch im Pokal schon einigen Großen verdammt schwer oder kegelte sie sogar aus dem Wettbewerb. Zuletzt machte er 2006 im DFB-Pokal auf sich aufmerksam, als er mit dem damaligen Drittligisten FK Pirmasens den Bundesligisten Werder Bremen nach Elfmeterschießen aus dem Rennen warf. „Dass Trier am Mittwoch Favorit ist, brauche ich nicht extra zu betonen. Doch auch wir als eindeutiger Außenseiter haben eine kleine Chance. Kampflos geben wir uns sicher nicht geschlagen“, unterstreicht Robert Jung, der die Eintracht eigens im Test am vergangenen Mittwch bei der Luxemburger Nationalelf (2:0) unter die Lupe nahm. SVE-Coach Mario Basler „revanchierte“ sich am Samstag, indem er gemeinsam mit Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs Beobachter des FSV-Tests gegen Bezirksligist SG Auw (4:0) war.

Der frühere FSV-Boss Peter Rauen konnte Jung im Frühjahr für eine Rückkehr nach Salmrohr begeistern. Jung übernahm das Rheinlandliga-Team zur neuen Saison, hat aber nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Verletzungsprobleme wohl keine Chance mehr, mit seinen Schützlingen ins Titelrennen eingreifen zu können. Vor der Fortsetzung der Restrückrunde am Samstag, 20. Februar, 15.30 Uhr, daheim gegen den SV Morbach beträgt der Rückstand des Fünften auf den Spitzenreiter SG Bad Breisig bereits satte elf Punkte.

Zwischen dem FSV und der Eintracht hatte es zuletzt in der gemeinsamen Oberliga-Saison 2006/07 Pflichtspiele gegeben. Beim FSV siegte der damals noch von Roland Seitz gecoachte SVE mit 5:2, im Moselstadion trennte man sich 1:1. Traditionell ist der „Trier-Anteil“ im Salmrohrer Kader hoch. Auch aktuell stehen zahlreiche Ex-Eintrachtler im Kader des Rheinlandligisten, darunter Alex Adrian, Daniel Schraps, Andreas Hesslein, Dibran Thaqi, und Rodalec Souza.

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