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„Das Konzept von Mario Basler wirkt absolut schlüssig“

Es geht wieder los: Am morgigen Donnerstag, 15.30 Uhr, versammelt Chefcoach Mario Basler seine Mannen zum ersten Training nach der Winterpause. Im Interview mit www.eintracht-trier.com blickt Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi zurück und voraus, beleuchtet die Perspektiven und gibt Auskunft über Personalien.

 

Das Jahr 2009 noch einmal im Rückblick: Sind Sie zufrieden, mit dem, was erreicht wurde?

Grundsätzlich ja. Wir haben in der Rückserie der vergangenen Saison unser Ziel erreicht, uns in der Regionalliga zu etablieren. In der laufenden Saison sind wir zwar Zehnter und damit etwas hinter unserem Ziel `einstelliger Tabellenplatz´. Mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den 1. FC Saarbrücken am 6. Februar können wir aber wieder in diesen Bereich stoßen. Toll waren natürlich die unerwarteten Pokalerfolge, die uns sportlich und finanziell sehr gut getan haben.

Was lief nicht so gut?

Trotz der zweifelsohne vorhandenen Qualität haben mir die teils schwachen Auftritte nicht gefallen. Ich denke da an die Auswärtsspiele in Köln, Kaiserslautern oder bei Schalke 04. Das Potenzial, in der Spitzengruppe mitzuspielen hätte unsere Mannschaft schon. Sie muss es aber auch dauerhaft abrufen. Ich kann die Unzufriedenheit, die sich immer wieder unter unseren Fans breit macht, schon nachvollziehen.

Was ist das Ziel für den restlichen Saisonverlauf?

Wie gesagt: Wir wollen am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz landen, am besten unter den ersten Acht. Außerdem gilt es, guten und attraktiven Fußball zu spielen.

Was wird sich personell noch in der Winterpause tun?

Der Vertrag mit Florian Bauer steht kurz vor der Auflösung. Er wird sich dem Oberligisten SVN Zweibrücken anschließen. Florian ist ein feiner Kerl, der sich für uns immer voll rein gehangen hat. Leider hat es noch nicht ganz gereicht. Wir wünschen Florian alles Gute für seine weitere sportliche und private Zukunft. Mit einem Neuzugang stehen wir kurz vor dem Abschluss. Das wird sich bis spätestens Ende der Woche klären. Mehr Neue werden wir definitiv nicht holen, weil der DFB uns auch als Auflage gemacht hat, dass Neuzugänge komplett gegen finanziert werden müssen.

Nach der Saison laufen nicht weniger als 14 Verträge aus…

In den nächsten vierzehn Tagen, drei Wochen wollen wir denjenigen, die wir halten möchten, das mitteilen. Es handelt sich dabei etwa um die Hälfte der Spieler. Für den Rest ist die Türe nicht ganz zu. Diese Spieler können sich noch beweisen, müssen aber gewaltig Gas geben.

Das heißt: Sieben, acht Neuzugänge werden im Sommer kommen..

Die Beobachtung potenzieller Neuzugänge ist voll angelaufen. Wichtig ist uns, dass auch im Sommer wieder Talente aus den eigenen Reihen nachrücken. Im Heranführen von Kräften aus der Jugendabteilung sehen wir grundsätzlich unsere große Chance. Wir brauchen wieder mehr Spieler, die sich voll und ganz mit der Eintracht identifizieren. Jungs, die das Zeug dazu haben, sich in der Regionalliga durchzusetzen, gibt es genügend. Das hat uns Nachwuchskoordinator Reinhold Breu in einer gemeinsamen Sitzung noch einmal ausdrücklich bestätigt. Leute wie Thomas Kempny oder Tim Eckstein sind das beste Beispiel dafür.

Von der Nachwuchsförderung her könnte der SVE schon eine Liga höher spielen…

 

Was Reinhold Breu mit seinem Team in den vergangenen anderthalb Jahren hier alles auf die Beine gestellt hat, ist schon bemerkenswert. Wir stehen davor, ab 1. Juli die Anerkennung als DFB-Nachwuchsleistungszentrum zu erhalten. Das schafft sogar mancher Drittligist nicht.

Noch mehr auf die Jugend zu setzen, dürfte angesichts knapper Ressourcen auch die einzige Chance sein?

Einen 1,5-Millionen-Etat für die Regionalliga zu stemmen, ist Jahr für Jahr eine Herausforderung und bedarf auch zur neuen Saison einiger Anstrengungen. Es wird in der Zukunft noch weniger der Fall sein, dass wir Spieler verpflichten können und wollen, die Zweitliga- und Drittliga-Erfahrung haben. Mir ist grundsätzlich auch ein ehrgeiziger und entwicklungsfähiger Spieler aus der Oberliga oder der Regionalliga lieber. Trotz der begrenzten finanziellen Möglichkeiten wollen und müssen wir versuchen, aus der Regionalliga heraus zu kommen. Bis 2012 müssen das unser erklärtes Ziel sein.

Viele fragen sich, wo sind die Pokaleinnahmen hin geflossen?

Wir reden über 850.000 Euro an Mehreinnahmen. Ein Drittel davon ist – wie üblich in der Branche – als Prämie an Mannschaft und Trainer geflossen. Mit einem weiteren Drittel wurden Privatdarlehen zurück gezahlt. Den Rest haben wir benötigt, um die laufende Saison zu finanzieren. Außerdem haben wir damit die Spieler Christopher Reinhard und Tayfun Pektürk verpflichtet. Mit deren Entwicklung sind wir aber noch nicht zufrieden. Hier erwarten wir eine Steigerung.

Stichwort Trainer: Im bisherigen Saisonverlauf wurde in der Öffentlichkeit auch einige Male über die Zukunft von Mario Basler diskutiert…

Wir haben Verständnis für die zum Teil berechtigte Kritik, die auch am Trainer geübt wurde.

Unser Vertrauen gilt aber nach wie vor der Arbeit von Mario Basler. Er hat – wie von uns gefordert – ein Konzept vorgelegt, wie die Defensive stabiler und der Angriff durchschlagskräftiger werden kann. Das Ganze wirkt absolut schlüssig. Auch in den Gesprächen, die wir mit Mario in den ersten Tagen des neuen Jahres hatten, haben wir den Eindruck gewonnen, dass wir mit ihm die sportliche Situation weiter verbessern können.

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