powered by deepgrey

Tayfun bläst Bochum um

Der Aufwärtstrend hält an: Im Regionalliga-Auswärtsspiel beim VfL Bochum II errang der SV Eintracht Trier 05 am Samstag Nachmittag einen verdienten 2:1 (0:0)-Erfolg. Damit hat das Team von Cheftrainer Mario Basler aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt und den Rückstand auf Spitzenreiter Sportfreunde Lotte auf sechs Punkte verkürzt.


Der Dreier im „rewirpower-Stadion“ ist umso bemerkenswerter, als dass die Eintracht beide Treffer (Tayfun Pektürk, 59. und 72. Minute) in Unterzahl erzielte: Nach dem Platzverweis für Kenneth Kronholm (Handspiel außerhalb des Strafraums, 53.) musste der Gast mit zehn Mann auskommen.

Vor 655 Zuschauern in der Bochumer Bundesliga-Arena erwischte das Team von Cheftrainer Mario Basler den besseren Start und hätte schon nach 90 Sekunden in Front gehen können, ja müssen: Gustav Schulz schoss von halbrechts auf das Bochumer Tor, Esser wehrte den Ball ab, im Nachsetzen scheiterte Tayfun Pektürk an einem Abwehrbein der VfL-U23, bei der überraschend der zuletzt in der Bundesliga nicht eingesetzte Ex-Nationalspieler Paul Freier mitwirkte. In einer anfangs schnellen und lebhaften Partie kamen die Gastgeber in Minute zehn erstmals gefährlich vor das Trierer Tor: Einen 15-Meter-Schuss von Philip Semlits parierte Kenneth Kronholm im Nachfassen. In der Folge bekam der VfL das Geschehen in den Griff; konnte sich aber bis auf Semlits´ Knaller, der knapp am linken Pfosten vorbei zischte (28.), zunächst keine klaren Chancen verbuchen. Die dickste Chance zur Führung hatte in Halbzeit eins die Eintracht: Mit einem an Tim Eckstein verwirkten Foulelfmeter scheiterte Gustav Schulz an VfL-Schlussmann Michael Esser, den Nachschuss setzte Yannick Salem über das Tor. Danach intensivierte die Eintracht ihre Offensivbemühungen wieder etwas: Die Hereingabe von Aydin Ay, der im defensiven Mittelfeld ebenso ran durfte, wie Max Bachl-Staudinger (Christopher Reinhard musste wegen einer Rippenprellung passen), klärte Jürgen Duah im letzten Moment (40.). Sekunden später war Tim Eckstein nach einer Pektürk-Ecke zu überrascht und bekam die Kugel zwei Meter vor dem Tor nicht unter Kontrolle.

Auch in die zweite Hälfte startete die Eintracht gut und spielte munter nach vorne, musste aber ab der 53. Minute mit nur noch zehn Mann auskommen: Kenneth Kronholm verließ unnötigerweise den Strafraum, vertändelte den Ball im Duell mit Mirkan Aydin und klärte mit der Hand. Schiedsrichter Mirko Wenzel aus dem niedersächsischen Gnarrenburg blieb keine andere Wahl, als ´Rot zu zeigen. Bochum drückte danach kurz (Mike Hibbeln köpfte aus einem Meter vorbei; 55.) – dann schlug aber der SVE zu: Nach maßgenauer Flanke von Aydin Ay köpfte Tayfun Pektürk aus sechs Metern in den Winkel des Bochumer Tores – 0:1 (59.). Auf der Gegenseite parierte der nach dem Platzverweis für Kronholm ins kalte Wasser geworfene Assen Alexov in einer Eins-gegen-Eins-Situation glänzend gegen Marc Rzatkowski. Bochum drückte; der Eintracht bot sich Platz zum Kontern. Einen Gegenstoß schloss Pektürk nach schöner Einzelleistung mit dem 0:2 ab (72.). Bochum versuchte noch einmal alles, die von rund 150 mitgereisten Anhängern unterstützten Gäste hatten aber ihrerseits die Möglichkeit, den dritten Treffer zu markieren – Josef Cinar scheiterte in der 81. Minute zwei Mal knapp. Das 1:2 durch den 25-Meter-Knaller von Philip Semlits kam aus Bochumer Sicht zu spät. Unterm Strich stand ein verdienter Erfolg, der den SVE auf Platz sechs bringt. „Das war eine starke Leistung. Wir haben noch in Unterzahl noch gewonnen. Jetzt wollen wir wieder angreifen. Ich freue mich schon jetzt auf das Heimspiel am Freitag gegen Mainz 05 II“, sagte Mittelfeldspieler Gustav Schulz. „Wir haben wieder einmal gesehen, was man als Team und als Einheit alles erreichen kann“, strahlte Doppeltorschütze Pektürk. Cheftrainer Mario Basler lobte den Siegeswillen seines Teams: „Man hat von der ersten Minute an gesehen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten.“ Mit „Rotsünder“ Kronholm wollte Basler nicht so hart ins Gericht gehen: „Wenn man es positiv sieht, hat sein Platzverweis uns auf die Siegerstraße gebracht.“ Ein Frühstück für die Mannschaft und ein Kuchen für das Trainerteam kündigte Basler Richtung Kronholm als Naturalien-Strafe an…


Statistik:


VfL Bochum II: Esser- Duah (71. Braininger), Fabian, Acquistapace, Pellowski (66. Ostrzolek) – Freier, Zech, Rzatkowski, Semlits – Hibbeln, Aydin

Eintracht Trier: Kronholm – Dingels, Cinar, Lacroix, Wagner – Schulz, Bachl-Staudinger, Ay (80. Senesie) – Pektürk (73. Kempny) – Eckstein (54. Alexov), Salem

Tor: 0:1, 0:2 Pektürk (59., 72.), 1:2 Semlits (88.)

Rot: Kronholm (53., Handspiel außerhalb des Strafraums)

Zuschauer: 655 im „rewirpower-Stadion“

Schiedsrichter: Andre Wenzel (Gnarrenburg)

3_SVE-Essen_Pektuerk

Leave a Reply

[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]