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Er fördert die Talente und kickt an der Seite von Overath und Eckel

Der Mann hatte in den Achtzigern eine Art eingebaute Torgarantie – und wer weiß: Wären nicht die irreparablen Knieschäden gewesen, hätte der Weg von Harald Kohr vielleicht sogar in die Nationalmannschaft geführt… Nicht so sehr das, was hätte sein können, sondern das, was er miterlebt hat, beschäftigt den heute 47-jährigen und seit August für Lotto Rheinland-Pfalz im Außendienst tätigen Kohr, der mit seiner Familie nach wie vor in Trier-Quint wohnt: Nach den Jugendstationen TSC Pfalzel, SV Ruwer und SV Mehring wechselte er zum SV Eintracht Trier 05. Hier erzielte er von 1981 bis ´86 in 220 Oberligaspielen sage und schreibe 109 Tore. Besonders in Erinnerung geblieben ist dem einst so kopfballstarken Mittelstürmer das Wiederholungsspiel anno 1985 im DFB-Pokal beim damaligen Cupverteidiger Bayer 05 Uerdingen: Nach dem 0:0 im Moselstadion gewann der SVE in der Grotenburg mit 3:0. Zwei Treffer steuerte Kohr selbst bei. „Dass ein Amateurklub bei einem Bundesligisten gewonnen  hat, gab es meines Wissens davor und danach nicht“, sagt Kohr. 1986 ging er zum 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga, markierte hier bis 1989 in 86 Begegnungen 45 Treffer. Ein Wechsel zum großen FC Bayern München scheiterte zwischenzeitlich an der Ablöse; der FCK verlangte drei, Bayern wollte nur zwei Millionen Mark zahlen. 1989 war der Wechsel zum VfB Stuttgart bereits perfekt. Dort wurde er jedoch infolge einer in der Vorsaison erlittenen Knieverletzung schon am 5. Juli, vier Tage nach Trainingsbeginn, entlassen. Stattdessen ging er zum von Ottmar Hitzfeld trainierten Schweizer Top-Klub Grasshoppers Zürich, wurde hier Meister und Pokalsieger. 1991, nach einem Engagement bei Wattenscheid 09 in der Bundesliga, musste „Harry“ Kohr seine Laufbahn wegen der Kniebeschwerden bereits beenden.

An Leistungssport war seitdem nicht mehr zu denken, dem Sport ist er aber bis zum heutigen Tag eng verbunden geblieben: Zwölfeinhalb Jahre arbeitete Kohr als Sporttherapeut bei den Caritas-Werkstätten in der Diedenhofener Straße, coachte nebenher unter anderem die Eintracht-A-Jugend (1992 bis ´94) und später den SV Leiwen sowie die Luxemburger Klubs Jeunesse Esch und CS Grevenmacher. Als Stützpunkttrainer fördert und fordert er heute im Auftrage des Deutschen Fußball-Bundes die heimischen Talente. Seine alte Treffsicherheit lässt Kohr immer wieder in Diensten der Ü40 der Eintracht, der FCK-Traditionself und der Lotto-Elf (unter anderem mit Horst Eckel, Wolfgang Overath und Dariusz Wosz) aufblitzen. A propos Lotto: Um zeitlich flexibler zu sein und „einfach mal was Neues zu machen“ wechselte er im Sommer den Job: Seitdem ist er für Lotto Rheinland-Pfalz in der Region im Außendienst tätig und fungiert als Bindeglied zwischen der Zentrale in Koblenz und den vielen Annahmestellen.

Fest im Blick hat er den fußballerischen Werdegang seiner beiden Sprösslinge:  Sohn Dominik spielt in der B-Junioren-Bundesligamannschaft von Bayer 04 Leverkusen, Tochter Karoline bei den C-Junioren (!) des TuS Issel. „Im SIMG_4428piel mit der Kreisauswahl gegen Luxemburg hat sie zuletzt vier Treffer zum 5:0-Sieg beigesteuert“, berichtet der Papa voller Stolz. Von wem Karoline die Goalgetter-Qualitäten wohl hat…?

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