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Pradt: Waldhof-Kader kostet nur 400.000 Euro

1:0 gegen Köln II, 3:0 im Derby bei Wormatia Worms, zuletzt ein 1:1 im heimischen Carl-Benz-Stadion gegen wiedererstarkte Elversberger: Dank sieben Punkten aus drei Spielen hat sich der SV Waldhof Mannheim 07 – am Samstag, ab 13.30 Uhr, Gast im Moselstadion – ins Mittelfeld der Fußball-Regionalliga vorgearbeitet. „Es hat einfach seine Zeit gebraucht, bis sich das fast völlig neu formierte Team gefunden hat“, nennt Trainer Walter Pradt den wohl entscheidenden Grund dafür, dass seine Waldhöfer erst langsam ins Rollen gekommen sind.

16 Akteure verließen die finanziell nach wie vor sehr angeschlagenen Kurpfälzer im Sommer, ein rundes Dutzend kam neu dazu – darunter zahlreiche junge Kräfte aus der Rhein-Neckar-Region. Gestandene Kräfte kann Coach Pradt in seinem Kader an einer Hand abzählen; im Tor steht der frühere Hoffenheimer und Elversberger Kevin Knödler (33), die Abwehr hält der frühere Saarbrücker Marco Laping (31) zusammen, im Mittelfeld spielt der letztjährige Burghauser Drittligaspieler Christoph Böcher (26), in der Offensive bringt der frühere Hoffenheimer und Karlsruher Daniel Reule (26) seine Erfahrung mit ein. Der Waldhöfer Kader hat unterm Strich gerade mal ein Durchschnittsalter von 22 Jahren. „Dass es hier und da noch an Erfahrung mangelt und der Lernprozess noch lange nicht abgeschlossen ist, wissen wir alle. Wir sind auf Rückschläge eingestellt“, sagt Walter Pradt, der deshalb am Saisonziel Klassenverbleib fest hält. Gerade mal 400.000 Euro nennt der Waldhof-Trainer als Betrag, den der Regionalligakader lediglich kosten soll.  Das ist deutlich weniger als in der vergangenen Spielzeit. In der Südstaffel der Regionalliga landete man hier auf Platz vier, konnte dabei allerdings auf langjährige Profis wie den Ex-Trierer Ermin Melunovic, Christof Babatz und Adiele Echendu zurück greifen. „Wir wollen Schritt für Schritt in dieser Regionalliga wieder nach vorne kommen“, muss Trainer Pradt vor allem aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge auf die Politik der kleinen Schritte setzen.

Die Glanzzeiten des Vereins begleitete der heute 60-Jährige genauso mit, wie Günter Sebert (61), mit 592 Spielen und als Ehrenspielführer Waldhofs lebende Fußball-Legende, der heute als sportlicher Leiter fungiert. Zwischen 1973 und ´85 stand der gebürtige Wiesbadener Pradt zwischen den Waldhof-Pfosten, brachte es in Liga eins und zwei auf 303 Einsätze – und erzielte als Torwart bemerkenswerte elf Tore. Alleine in der 79/80er Runde markierte er acht Treffer vom Elfmeterpunkt aus. Nach dem Ende seiner Laufbahn trainierte Pradt mehrere Klubs in der Rhein-Neckar-Region, coachte auch die damalige Nationaltorhüterin Silke Rottenberg und war auch immer mal wieder für verschiedene Waldhof-Teams als Übungsleiter aktiv. Ehe er die erste Mannschaft im Sommer von Alex Conrad übernahm, war er eine Saison für die Waldhof-Reserve verantwortlich.

Dass es für den SV Waldhof Mannheim nach sieben Jahren in der Bundesliga (1983 bis ´90) und vielen Jahren in der Zweiten Liga (zuletzt 2003) anschließend direkt in die viertklassige Oberliga Baden-Württemberg ging, führt Walter Pradt auf den damals amtierenden Vorstand zurück. „Sie wollten den Verein in der Oberliga finanziell gesund stoßen, vergaßen aber dabei, dass es immer teurer ist, aufzusteigen, wie den Klassenverbleib in der nächst höheren  Liga zu schaffen.“ Ganze fünf Jahre musste der Klub in der Oberliga schmachten, ehe man sich 2008 zumindest für die neue Regionalliga qualifizierte.

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