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Auch Wohlers-Elf ist auf Wiedergutmachung aus

0:4: Mit diesem klaren Ergebnis musste nicht nur der SV Eintracht Trier 05 in jüngster Vergangenheit seine unliebsamen Erfahrungen machen, sondern auch der VfL Borussia Mönchengladbach II, Gastgeber des SVE am morgigen Samstag, 14 Uhr, im Rheydter Grenzlandstadion. Das Team von Trainer Horst Wohlers unterlag in seinem jüngsten Auswärtsspiel mit 0:4 bei der SV 07 Elversberg. Nach Ansicht des Coachs geriet man durch „Fehler, die junge Spieler einfach machen“ auf die Verliererstraße und lag nach 65 Minuten mit 0:2 im Hintertreffen.  Da sich Tim Heubach in der 70. Minute verletzt hatte und raus musste, Wohlers´ Auswechselkontingent aber bereits erschöpft war, musste die Borussia an der Kaiserlinde in Unterzahl noch zwei weiterer Treffer hinnehmen und bezog so die bislang höchste Saisonniederlage. „Es ist nicht das Problem, die Höhe des Ergebnisses am Ende zu erklären. Was ich allerdings nicht so ohne weiteres erklären kann, ist die Leistung, die wir hier heute abgeliefert haben“, fügte ein enttäuschter Wohlers nach der Klatsche an der Kaiserlinde an.  Der Motivationsschub, den die U23 in der Regionalliga aus dem 2:1-Last-Minute-Sieg gegen Worms eigentlich hatte ziehen wollen, blieb beim Fünftletzten der Tabelle aus.

Der Platz im Tabellenkeller muss aber bei der Borussia keinen Grund zur Beunruhigung darstellen: Nach wie vor ist im Klassement alles eng zusammen. Platz sechs, den der VfL in der Vorsaison erreicht hatte, ist gerade mal vier Zähler entfernt. Genauso wie die Eintracht qualifizierten sich die Gladbacher über die Oberliga für die 2008 neu geschaffene Regionalliga als vierthöchster deutscher Spielklasse. Die Mannschaft spielte lange Jahre in der oberen Tabellenhälfte der Oberliga Nordrhein. Das bislang einzige DFB-Pokal-Spiel der Mannschaft wurde in der Saison 1997/98 im legendären und zwischenzeitlich leider abgerissenen Bökelbergstadion ausgetragen. Gegen den VfB Stuttgart verlor man in der ersten Hauptrunde mit 0:1. Nach zwei zweiten und einem dritten Platz in den vorhergehenden Spielzeiten gelang der als U23 konzipierten zweiten Mannschaft am 27. Mai 2006 zum ersten Mal der Aufstieg in die Regionalliga. Ein Jahr später folgte trotz einer guten Rückrunde der direkte Abstieg in die Fußball-Oberliga. Im April 2008 gelang der Aufstieg als Meister der Oberliga Nordrhein.
Borussia setzt für die U23 vor allem auf Talente aus der eigenen Jugend, die Regionalligaelf ist sozusagen das letzte Glied in der Ausbildungskette des VfL und dessen Eigengewächse auf dem Weg zum Profifußballer. Externe Neuzugänge soll es nur dann geben, wenn der Kandidat perspektivisch für die Lizenzmannschaft und damit für die Bundesliga infrage kommt. Eine Ausnahme bilden nur jene Spieler, die aufgrund ihrer Erfahrung und Reife in der U23 zum Einsatz kommen – sie sollen die vielen jungen Talente auf dem Platz an die Hand nehmen. So etwa Marcel Podszus, der 2003/04 im Bundesligakader der Gladbacher stand und dort vier Einsätze bestritt, ehe es ihn über Fortuna Düsseldorf (drei Jahre) zum 1. FC Kleve führte. Vom letztjährigen Ligakonkurrenten kam de 33-jährige Angreifer im Sommer zurück zur Borussia.
Natürlich kommen in der U23 auch jene Profispieler zum Einsatz, die aufgrund der Altersregelung spielberechtigt sind und die Spielpraxis für die Lizenzmannschaft sammeln sollen. So gehört beispielsweise Torhüter Frederic Löhe der Lizenzmannschaft an, bei der er auch trainiert. Er spielt aber überwiegend in der U23.

Bei Borussia steht grundsätzlich der Ausbildungsgedanke im Vordergrund, nicht die Spielklasse. Die Entwicklung der jungen Spieler ist ungeachtet der Spielklasse das Wichtigste, deswegen bildet der VfL mannschaftsübergreifend aus. Regelmäßig spielen viele U19-Talente bereits in der Regionalliga, und auch in Zukunft wird der Weg für die jungen Fußballer nach oben (zu den Senioren) durchlässig sein.

Mit Horst Wohlers hat die Borussia einen erfahrenen Coach, ihm zur Seite steht Andreas Brandts als Assistent. Wohlers trainierte Mitte der neunziger Jahre auch den SV Eintracht Trier 05 für eine knappe Saison in der damals drittklassigen Regionalliga West/Südwest, war davor für den FC St. Pauli und den damaligen FC Bayer 05 Uerdingen sogar in der Bundesliga tätig.  Als Aktiver brachte es der heute 60-jährige Wohlers auf 232 Bundesligaspiele für die Borussia, Arminia Bielefeld und 1860 München. Seit 2004 ist der gebürtige Norddeutsche in Gladbach tätig und zeichnete hier zunächst für die U17 verantwortlich. Auch „Co“ Brandts (47) bringt jede Menge Erfahrung als Profi mit: Für die Borussia kickte er in der Bundesliga (33 Mal), für den TSV Alemannia Aachen und den SC Fortuna Köln in der Zweiten Bundesliga (320 Mal).

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