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Soldo: "Wir müssen an alles denken"

Den ruhmreichen 1. FC Köln als Gegner des SV Eintracht Trier 05 im DFB-Pokal-Achtelfinale zu haben, kommt für viele Fußballfans in der Region einem Traumlos gleich – und das, obwohl die Glanzzeiten des dreifachen Deutschen Meisters (1962, 64, 78) und vierfachen Pokalsiegers (1968, 77, 78, 83) schon einige Jahre zurück liegen und man seit Ende der Neunziger oft schon froh war, überhaupt in der Bundesliga mitspielen und hier den Klassenverbleib schaffen zu können. Und auch in dieser Saison scheint es so, als ob der FC noch eine ganze Weile um den Ligaerhalt kämpfen muss…

Zehn Spiele, neun Punkte, sechs Tore, als Tabellendreizehnter nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt: So lautet die Ausbeute des FC in der laufenden Saison. Doch wie sind die bisherigen Leistungen einzuordnen? Überzeugen kann derzeit nur die Defensive. In den letzten drei Wochen kassierte die Elf des im Sommer verpflichteten Zvonimir Soldo keinen Gegentreffer mehr.

Ein bisschen mehr Fußball, eine verbesserte Heimbilanz: Nach Platz zwölf in der Vorsaison gingen die Kölner mit eher bescheidenen Zielen in die neue Runde – und das trotz Zehn-Millionen-Euro-Einkauf Lukas Podolski und trotz der millionenschweren Mittelfeldstars Maniche und Petit. Fußballerisch blieb bis dato vieles Stückwerk; das stets fantastische Publikum im Rhein-Energie-Stadion konnte erst einen einzigen Heimsieg bejubeln. Überzeugen kann derzeit nur die Defensive: Pedro Geromel und Youssef Mohamad sind in ihrem zweiten gemeinsamen Jahr noch stärker geworden. Hinzu kommt, dass Faryd Mondragon ein sicherer Rückhalt ist. Auffallend: Lukas Podolski ist oft nur bei Ballbesitz ein Ausnahmespieler, die taktischen Maßnahmen der vergangenen Wochen lassen ihn nicht wie eigentlich gewohnt zur Entfaltung kommen.

Zvonimir Soldo (41), der zwischen 1996 und 2006 sehr erfolgreich beim VfB Stuttgart in der Bundesliga spielte und für die Defensivreihe der Schwaben 310 Einsätze bestritt, danach unter anderen mit Eintracht-Cheftrainer Mario Basler die Fußballlehrer-Lizenz erwarb, in seiner kroatischen Heimat mit Dinamo Zagreb Meister und Pokalsieger wurde und zum 1. Juli in Köln anheuerte, ist für den weiteren Saisonverlauf grundsätzlich optimistisch: „Wenn alle Spieler gesund bleiben, werden wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben…“

Und dann hat der FC mit dem DFB-Pokal ja noch ein weiteres Eisen im Feuer: Nach dem locker heraus gespielten 3:0 in Runde eins bei Niedersachsenligist Kickers Emden (fünfte Liga), wurde in Runde zwei kein Geringerer als der Deutsche Meister VfL Wolfsburg mit 3:2 aus den Angeln gehoben.

Wie ernst die Kölner das Achtelfinalspiel am morgigen Dienstag im Moselstadion nehmen, verdeutlichen die Worte von Zvonimir Soldo: „Wir haben uns akribisch auf die Trierer vorbereitet. Schließlich hat Trier ja schon zwei Überraschungen im laufenden Wettbewerb geschafft. Wir müssen an alles denken.“

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