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SCP nach schwachem Start und Aufholjagd wieder oben dran

Am Freitag tritt die Eintracht nach der Länderspielpause im schweren Auswärtsspiel beim SC Preußen 06 Münster an.  Zwar sind die Westfalen schwach in die Saison gestartet, konnten aber durch eine kleine Serie wieder entscheidend Boden gutmachen und wollen nun oben angreifen. Für beide Mannschaften ist die Partie richtungweisend. Der Gewinner bleibt weiterhin im Aufstiegsrennen, dem Verlierer droht ein Abrutschen ins Tabellenmittelfeld.

Deutscher Vizemeister von 1951, Bundesliga-Gründungsmitglied 1963: Keine Frage – Der SV Eintracht Trier ist bei einem der großen traditionsreichen Vereine des Fußball-Westens zu Gast. Der SC Preußen 06 Münster hat auch heute noch einen klangvollen Namen, musste aber genauso wie die Eintracht zwischen 2006 und ´08 in der Oberliga schmachten, ehe die Qualifikation für neue Regionalliga gelang. Der Blick in die Vereinsgeschichte ist bei einem solchen Traditionsklub auch gleichzeitig Verpflichtung für die Zukunft. Besonders in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren erlebte der SC Preußen Glanzzeiten, lag einige Jahre sogar auf Augenhöhe oder gar vor den West-Nachbarn Schalke 04 und Borussia Dortmund. Nach der Vizemeisterschaft 1951 mischten die Preußen  jahrelang in der (damals erstklassigen) Oberliga West oben mit – und erhielten 1963 das Startrecht für die neu gegründete Bundesliga, aus der sie aber schon nach der Startsaison abstiegen. In den siebziger Jahren hatte der SCP die bis heute besten Chancen, um wieder in die Bundesliga zurückzukehren. Doch sowohl 1976, 1978 und 1979 wurde man in der zuvor neu gegründeten Zweiten Bundesliga Nord Dritter und verpasste den Aufstieg um jeweils einen Platz. Genauso wie für die Eintracht, reichte es 1981 nicht zur Qualifikation für die eingleisige Zweite Bundesliga; die Adlerträger fanden sich erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in der Drittklassigkeit wieder. 1989 dann der lang ersehnte Aufstieg in Liga zwei. Nach einer Saison im Tabellenmittelfeld beendeten die Preußen die zweite Zweitligasaison als 18. und mussten zurück in die Oberliga Westfalen. Wieder eine Parallele zur Eintracht. 1994 gelang die Qualifikation zur neuen (drittklassigen) Regionalliga. Bis 2000 duellierten sich beide Klubs regelmäßig. Als dann die Regionalliga West/Südwest aufgelöst wurde und als dritte Liga fortan die Nord- und Südstaffel dienten, hatten sich der SCP und der SVE insgesamt ein Dutzend Mal gegenüber gestanden. Aus dieser Zeit steht mit je fünf Siegen auf beiden Seiten und zwei Remis eine ausgeglichene Bilanz zu Buche. 2001/02 klopften die Münsteraner noch mal kräftig ans Tor zur Zweiten Bundesliga, kämpften in den Jahren danach in der Regionalliga Nord aber meistens gegen den Abstieg. Im Jahr 2006, genau zum 100. Geburtstag des Vereins, waren die Preußen abgestiegen. Damit wurden die Preußen zum ersten Mal viertklassig. Nach Platz sechs in der Oberliga-Saison krempelte der neue Coach Roger Schmidt den Kader fast gänzlich um. Der Lohn waren die Regionalliga-Qualifikation. Das erste Jahr in der (neuen) Regionalliga West beendete der SCP als Tabellenvierter und blieb dabei etwas hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Die aktuelle Saison begann für die Preußen alles andere als wunschgemäß. Zwar zeigte die Mannschaft zum Auftakt im DFB-Pokal gegen Hertha BSC eine ansprechende Leistung und verlor vor der stolzen Kulisse von 18.200 Zuschauern im Preußen-Stadion nur unglücklich mit 1:3 nach Verlängerung. Der Start in den Ligaalltag war indes ernüchternd. Nur ein Sieg bei vier Niederlagen aus den ersten fünf Begegnungen bedeuteten Rang 17 in der Tabelle. Aber die Adlerträger haben sich gefangen und sind seit fünf Spieltagen ungeschlagen. Lediglich ein Unentschieden (beim Gastspiel in Köln kamen die kleinen Geißböcke in der Schlussminute zum glücklichen Ausgleich) stört die Siegesserie der Preußen. „ Wir haben in Düsseldorf einen Neuanfang gestartet, haben zuletzt Akzente im Ergebnis gesetzt. Auch wenn das Fußballerische manchmal auf der Strecke blieb.“ fasst Trainer  Schmidt die letzten Spiele zusammen. Tatsächlich sind die Preußen wieder oben dran, liegen mit sechs Punkte Rückstand auf Lotte (punktgleich mit dem SVE) auf dem sechsten Tabellenplatz. Das Saisonziel Aufstieg hat Schmidt nie aus den Augen verloren: „Wir haben unser Ziel nie geändert und haben´s selbst in der Hand.“.

Für die Partie am Freitag kann Schmidt aus dem Vollen Schöpfen. 23 Spieler des Kaders stehen dem Trainer wohl zur Verfügung. Dabei hat er nicht nur die Qual der Wahl, was die Nominierung der Spieler betrifft, sondern auch welches System er spielen lässt. Die Preußen waren in den vergangenen Spielen mit zwei unterschiedlichen Systemen erfolgreich. Das sich bei 15 geschossenen Toren acht Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten, macht es nicht einfacher, den SCP auszurechnen. Egal in welcher Formation und mit welchen System, für Münster zählt nur der Sieg. Teammanager Carsten Gockel bringt es auf den Punkt: „Wir haben uns mit dem schlechten Start in eine Situation gebracht, in der es immer um alles geht. Gegen Trier müssen drei Punkte her, damit sich der Aufwand gelohnt hat. Wer gewinnt, ist oben dabei, der andere rutscht ins Mittelfeld.“

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