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Bei der offensivstarken Arminia läuft´s

Wenn am Dienstagabend, 19  Uhr, der erste Pfiff des Schiedsrichters ertönt, die Stimmung im weiten Rund positiv gespannt ist, ja das ganze Stadion brodelt, dann ist es wieder soweit: DFB-Pokal im Moselstadion. Gast der Eintracht in der zweiten Hauptrunde ist mit Arminia Bielefeld ein Team, das aufgrund mehrere Bundesligaauf- und Abstiege als Fahrstuhlmannschaft gilt. Der Bundesligaabsteiger möchte nicht nur wieder zurück in Liga eins, sondern auch im Pokal gegen den SVE weiterkommen.Arminia Bielefeld Wappen

Der 1905 gegründete Deutsche Sportclub Arminia Bielefeld e.V. ist, obwohl er auch weitere Sportarten wie Hockey, oder Eiskunstlauf anbietet, vor allem wegen seiner Fußballabteilung deutschlandweit bekannt. Die Arminia spielte lange Jahre in der jeweiligen zweiten beziehungsweise dritten Liga. 1970 gelang den Ostwestfalen der erste Aufstieg in die  Fußball-Bundesliga. Diese erste Bundesligasaison endete für Bielefeld zwar auf dem 14. Tabellenplatz, was den Klassenerhalt bedeutete, jedoch wurde im Verlauf der folgenden Spielzeit der Bundesligaskandal aufgedeckt. Gezielte Spielmanipulationen der letzten Partien der Saison brachten Arminia den Zwangsabstieg in die Regionalliga nach der Saison 1971/72. In den Folgejahren konnte sich die Arminia für die 1974 neu installierte 2. Bundesliga qualifizieren und gab in der Saison 1978/79 erneut ein kurzes Gastspiel in der Bundesliga. Nach dem Abstieg gelang der sofortige Wiederaufstieg und die Ostwestfalen spielten bis 1985 erstklassig. Dann folgte allerdings ein sportlicher Niedergang, der für die Schwarz-Blau-Weißen unter anderem sechs Jahre Oberliga bedeutete. 1995 gelang die Rückkehr in die Zweite Liga und dort der Durchmarsch in die Bundesliga. Mit jeweils drei Ab- und Aufstiegen in den folgenden acht Jahren erwarb sich die Arminia den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft, den sie erst mit fünf Bundesligajahren ohne Abstieg zwischen 2004 und 2009 langsam abschwächen konnte. Mit dem Abstieg 2009 kehrte Unruhe in den Verein. Nach Trainer Michael Frontzeck musste auf Druck der Fanbasis und der Mitglieder auch der Arminen-Vorstand das Feld räumen. Unter Trainer Thomas Gerstner soll ein Neuanfang in der Zweiten Bundesliga geschafft werden.

Nach durchwachsenem Start in die Saison steigerten sich die Arminia zuletzt immer mehr. Vor allem dem offensiv ausgerichteten Spielsystem von Trainer Thomas Gerstner verdankt die Arminia den aktuell vierten Tabellenplatz in der Zweiten Bundesliga, mit eindeutiger Tendenz nach oben. Dabei kann sich der Trainer immer auf sein spielstarkes und torgefährliches Mittelfeld verlassen. Allein zehn der bisherigen 15 Saisontreffer der Ostwestfalen gehen auf das Konto von Giovanni Federico und dem ebenfalls meist im Mittelfeld eingesetzten Chris Katongo. Vor allem Spielmacher Federico sticht mit bislang sechs Toren in sechs Saisonspielen sowie eine Treffer in der DFB-Pokalpartie bei der Spielvereinigung Unterhaching eindeutig hervor. „Federico ist der Spieler, den wir lange gesucht haben. Er ist überall zur Stelle und macht in den entscheidenden Momenten die Tore. Ein absoluter Glücksfall für den Verein.“ beschreibt Präsident Hans-Herrmann Schwick die Wichtigkeit seines zentralen Mittelfeldmannes. Aber auch die weiteren Spieler des Arminia Kaders sorgen für ein offensivstarkes Spiel der Ostwestfalen, was sie nicht nur beim 3:0-Erfolg in Duisburg am vergangenen Wochenende eindrucksvoll beweisen konnten. Nur zwei Niederlagen in den ersten sechs Saisonspielen, davon eine in Koblenz, wo die Arminia bis zur 79. Minute souverän mit 2:0 führte und das Spiel dennoch leichtfertig abschenkt, zeugen von der spielerischen Klasse der Arminen. Fast schon selbstverständlich, dass als Saisonziel nur der direkte Wiederaufstieg in Frage kommt.

Für die Pokalpartie in Trier wird Trainer Thomas Gerstner wohl einigen Stammkräften seiner Mannschaft eine Pause gönnen. Bei drei Spielen in einer Woche mit dem Liga-Auftritt am Freitag beim MSV Duisburg, dem Pokalspiel bei der Eintracht und dem darauf folgenden Spitzenspiel gegen St. Pauli versucht Gerstner seinen Kader auszunutzen: „Ich kann mir kaum vorstellen, bei dieser Belastung dreimal mit derselben Startelf zu beginnen.“ Eventuell wird Gerstner also Leistungsträger in Trier schonen und einigen Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance einräumen. Allerdings macht er Einsatzzeiten für seine Spieler dabei von den Trainingseindrücken vor den jeweiligen Spielen ab, schließlich möchte er Basler, der die Chancen auf ein Weiterkommen des SVE mit 50:50 beziffert hat, „einen Strich durch die Rechnung machen“ und sieht für seine Mannschaft „gute Chancen auf die nächste Runde“. Im Vorfeld zeichnet sich zumindest eine personelle Änderung vor dem Pokalspiel bereits ab. Der südafrikanische Nationaltorhüter Rowen Fernandez wird wahrscheinlich sein Comeback im Tor der Arminen geben und Dennis Eilhoff zumindest vorübergehend aus dem Kasten verdrängen.

Eine starke Mannschaft, die hervorragenden Offensivfußball bietet und auch in der Defensive sicher agiert, zurzeit einen Lauf in der Liga, Selbstvertrauen ohne Ende und einen Trainer, der es versteht die Mannschaft richtig einzustellen. Arminia Bielefeld hat allen Grund, auf ein souveränes Weiterkommen in Trier zu setzen. Und dennoch: es ist mal wieder DFB-Pokal in Trier….

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