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Klubchef Viol hat das Saisonfinale 1997/98 noch nicht vergessen…

Als Meister der neu gegründeten NRW-Liga hat der Bonner SC den Aufstieg in die Regionalliga West gepackt. Für den 54-jährigen Trainer Wolfgang Jerat, der in seiner langen Laufbahn als Coach 1993 kurzzeitig den 1. FC Köln in der Bundesliga betreut hat und insgesamt drei Mal beim Wuppertaler SV tätig war, genießt dieser Erfolg mit den Bundesstädtern einen hohen Stellenwert: “Eine tolle Saison”, bilanziert Jerat. Ein Wermutstropfen bleibt aber: Durch das 3:5 nach Elfmeterschießen im Finale von Bad Honnef gegen den bisherigen Ligakonkurrenten Germania Dattenfeld wurden der Gewinn des Mittelrhein-Pokals und damit das Erreichen der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde verpasst.
Durch den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga kann der Bonner SC an bessere Zeiten anknüpfen. Die Geschichte des Klubs begann am 18. Juni 1965 (herzlichen Glückwunsch zum “Geburtstag…!”) mit der Fusion der Vereine Bonner FV 01 und TuRa zum Bonner Sport-Club 01/04. Beide waren bereits in den dreißiger und vierziger Jahren Mitglieder der damals höchsten Spielklasse, der Gauliga Mittelrhein. Gleich im ersten Jahr nach der Fusion glückte dem Bonner SC der Aufstieg in die damals zweitklassige Regionalliga West, der er 1966/67 und 1968 bis ´71 angehörte. Die letzte Saison in der Zweitklassigkeit 1976/77 (Zweite Bundesliga Nord), endete mit dem Lizenzentzug durch den DFB. Seitdem hat man die meiste Zeit in der Oberliga Nordrhein gespielt, ab und zu auch tiefer. 1994 bis ´96 und 1997/98 gehörte sie zur Regionalliga West/Südwest. Hier gab es auch die letzten Aufeinandertreffen mit dem SV Eintracht Trier 05: In der 97/98er Runde gewann der SVE mit 2:1 im 12.000 Zuschauer fassenden, als Leichtathletik-Stadion angelegten Sportpark Nord, im Rückspiel erkämpften sich die “Löwen” ein 0:0 im Moselstadion. Damals wie heute ist Hans Viol (62) Vorsitzender des Bonner SC. Der Ärger über den Abstieg ´98 ist bei ihm scheinbar immer noch nicht verraucht. In einem Interview mit dem Bonner General-Anzeiger schiebt er übrigens der Eintracht immer noch eine (Mit-)Schuld am damaligen Abstieg zu. Viol glaubt, das 2:3 des SVE am letzten Spieltag 97/98 gegen die abstiegsbedrohten Salmrohr sei eine Art Nachbarschaftshilfe gewesen. “Wir haben seinerzeit einiges Pech gehabt, als man uns sportlich betrogen hat und Spiele ganz klar abgesprochen waren. Was da zwischen Trier und Salmrohr lief, war nicht sauber”, lässt sich Viol zitieren – um die Rivalität zwischen SVE und FSV weiß er wohl nicht…
Mit kubanischen Nationalspielern versuchte man in Bonn seinerzeit, nach oben zu kommen, sie bekamen jedoch keine Aufenthaltsgenehmigung. “Das war einzigartig, dass sich da ein Regierungspräsident eingemischt hat. Die Kubaner waren damals so stark, dass sie uns in die Zweite Liga gebracht hätten”, glaubt der Bonner Klubchef.
Die Regionalliga geht der schwerreiche Unternehmer mit Optimismus an. Mit 1200 Zuschauern bei Heimspielen wurde kalkuliert, auf 1500 bis 2000 hofft man. Der Etatansatz ist indes nicht viel höher als in der NRW-Liga. 1,25 Millionen Euro (bisher: 1,1 Millionen) sind veranschlagt; der Kader soll größtenteils so zusammen bleiben. Die vierte Liga soll für den Klub vom Rhein keine Endstation sein. Hans Viol: “Wir werden alles dafür tun, oben mitzuspielen. Aber man braucht das nötige Glück. Da kann man keinen Zeitrahmen aufstellen.”

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