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Konrad Adenauer half dem TuS Oberwinter einst auf die Sprünge

Nach zwei vierten Plätzen in den beiden vergangenen Saisons wurde der TuS Oberwinter vor dieser Spielzeit verschiedentlich bereits als Titelmitfavorit gehandelt. Trainer Tomas Lopez hielt sich aber in seiner Saisonvorschau eher bedeckt: “Wir wollen auf Platz fünf abschließen. Wenn es besser läuft, sind wir natürlich nicht traurig darüber.” Mit vier neuen Leuten und zwei talentierten Eigengewächsen sah Lopez (kennt als Sohn des langjährigen Vereinswirtes den Verein von frühester Jugend an) “eine gute Mischung”…
Aktuell können die Verantwortlichen bei den “Grünen” vom Rhein aber nicht zufrieden sein: Nach dem sehr schwachen Auftritt beim 0:5 am Gründonnerstag bei der SpVgg Wirges II und dem 1:3 am Ostermontag bei der SG Kyllburg belegt man nur den 13. Platz und befindet sich nach wie vor in Abstiegsgefahr. Auffallend ist besonders der große Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsbilanz. Die 2:5-Pleite gegen den SV Mehring am 31. August war die letzte Niederlage vor eigenem Publikum. Satte 27 Zähler wurden auf der in der Rheinlandliga so gefürchteten (weil sehr “glatten”) Kunstrasenanlage in Bandorf bereits eingefahren, auswärts dagegen nach den Remis in Neitersen, Karbach, Dörbach und Mehring erst vier. Ein Grund, dass sich der TuS in der Fremde kaum in so richtig in Szene setzen kann: Lang ist nach wie vor die Liste der verletzten Spieler.
Immerhin konnte der TuS im Rheinlandpokal bislang fünf Mal auswärts gewinnen, allerdings ausnahmslos bei Bezirks- (Leimbach, Mayen II, Liebshausen und Konz) bzw. einem A-Ligisten, der FSG Bengen. Das knappe und erst in der Schlussminute sicher gestellte 2:1 im Viertelfinale um den Bitburger-Pokal beim SV Konz machte den Weg frei für eine Neuauflage des 2007er Pokalfinales. Damals setzte sich der SVE in Kruft knapp mit 2:1 nach Verlängerung durch.
Der Einzug ins Rheinlandpokalfinale war für den Klub aus dem rund 2600 Einwohner zählenden Ortsbezirk von Remagen einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Von 1978 bis 1986 war und seit 1997 ist der TuS in der höchsten Spielklasse des Fußballverbandes Rheinland vertreten. Einmal nahm man am DFB-Pokal teil: In der Saison 1981/82 wurde in Runde eins der FC Rhade aus Westfalen mit 2:0 ausgeschaltet, ehe es bei Bundesligist VfB Stuttgart (damals genossen Amateure noch kein automatisches Heimrecht) ein 1:10 setzte.
Seit 1920 wird in Oberwinter Fußball im Verein gespielt. Auf der Suche nach einer Spielstätte fand der TuS gleich prominente Unterstützung:
Der damalige Oberbürgermeister von Köln und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer ermöglichte die Verpachtung der Rheinwiesen, die zum ehemaligen Beamten – Erholungsheim der Stadt Köln gehörten. Anfang Mai 1920 kam es zum ersten Übungsspiel gegen den Sportverein Mehlem, welches mit 3:7 verloren wurde. Schon bald wurden die ersten Tore und Bälle gestiftet. Mit dem Sportverein Bodendorf wurde das erste offizielle Spiel ausgetragen. Im Laufe der späteren Jahrzehnte sollte sich der TuS gar zu einem de führenden Vereine im Gebiet des Fußballverbandes Rheinland mausern. Und das nicht zuletzt dank des langjährigen Vorsitzenden Walter Assenmacher, der über 30 Jahre lang den Klub mit viel Energie und Weitsicht führte, im Frühjahr vorigen Jahres indes überraschend verstarb.

Anstoß der Halbfinal-Partie um den Bitburger-Pokal ist am Mittwoch, 15. April, 19.30 Uhr, in Oberwinter-Bandorf

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