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“Individuelle Fehler brechen uns immer wieder das Genick”

Seit rund einem Monat ist Georg Kreß beim 1. FC Kleve im Amt. Der 46-Jährige löste den glücklosen Ex-Bundesligaprofi Arie van Lent ab, will und soll mit dem Klub aus der Schwanenstadt noch den Klassenverbleib schaffen. Doch die Lage vor dem Gastspiel am Freitag, 19 Uhr, im Moselstadion beim SV Eintracht Trier 05, ist brenzlig. Nach dem 2:1-Erfolg des VfL Bochum II im Nachholspiel gegen Rot-Weiss Essen beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bereits neun Punkte. Im Gespräch mit www.eintracht-trier.com äußert sich Coach Kreß zur aktuellen Situation beim “FCK vom Niederrhein”.

Ihr Team steht mit dem Rücken zur Wand, Herr Kreß. Bislang hat der “FCK” erst 18 Punkte aus 24 Partien geholt. Es geht im Moselstadion mal wieder um die letzte Chance…

Chancen gibt es immer wieder im Leben. Wir geben nicht auf, wissen aber, dass es gerade nach dem Bochumer Dreier gegen Essen sehr schwer wird. Neu ist die Situation nicht. Von daher rechne ich auch nicht damit, dass meine Spieler besonders nervlich belastet sind.

Zuletzt gab es aber einen Aufwärtstrend zu verzeichnen: Beim VfL Bochum II gewann Ihr Team das jüngste Auswärtsspiel mit 1:0 – und das 2:5 gegen den 1. FC Köln II täuscht über den wahren Spielverlauf hinweg…

Ja. Genau. Die Leistungen waren zuletzt in Ordnung. Köln haben wir über eine Stunde lang sogar beherrscht. Da hat man nicht gesehen, wer Letzter in der Tabelle ist und wer oben steht. Aber: Wir machen einfach zu viele individuelle Fehler, gerade im Abwehrbereich. Bei vier der fünf Kölner Treffer haben wir kräftig mitgeholfen.

In welcher Verfassung haben Sie das Team bei Ihrer Amtsübernahme vorgefunden?

Ich denke, die Defizite im gruppen- und mannschaftstaktischen Bereich haben wir jetzt weitestgehend aufgearbeitet. Aber – wie eben bereits gesagt: Individuelle Fehler brechen uns ein ums andere Mal das Genick. 52 Gegentreffer und damit über zwei im Schnitt sprechen Bände.

[b]Ihr Trainerkollege Mario Basler beklagt am Freitag zahlreiche Ausfälle. Wie sieht es personell bei Ihrer Mannschaft aus?[/b]

Marcel Podszus – mit sechs Treffern unser bislang bester Angreifer – laboriert an den Folgen einer Gehirnerschütterung Und Mittelfeldspieler Mark Zeh – zuletzt gegen Köln II einer unserer Auffälligsten – ist wegen der fünften gelben Karte gesperrt. Hinter dem Einsatz von Igor Jovanovic steht aus Verletzungsgründen (muskuläre Probleme im Oberschenkel, d. Red.) noch ein Fragezeichen.

Haben Sie die Eintracht schon selbst beobachten können? Wie würden Sie den SVE charakterisieren?

Ein guter Freund von mir hat Trier am Freitag in Mainz gesehen, mein Co-Trainer war am Dienstag in Verl. Die Eintracht hat eine robuste, kampfstarke Truppe mit dem Taktgeber Markus Anfang. Bei Standards müssen wir höllisch aufpassen – auch wenn ich weiß, dass mit Kevin Lacroix ein in diesem Zusammenhang wichtiger Spieler gesperrt ist. Ich gehe davon aus, dass die Eintracht wild entschlossen ist, Wiedergutmachung nach dem 0:3 zu betreiben. Aber: Wir müssen das Spiel nicht machen, können die Eintracht in aller Ruhe kommen lassen.

Sie haben den FC Gütersloh, den Wuppertaler SV, Preußen Münster und Wattenscheid 09 trainiert, kommen aus dem Ruhrgebiet. Anfang März zog es Sie in die vermeintliche Provinz nach Kleve. Warum?

Erstens: Weil ich vom Verein und den Möglichkeiten hier total überzeugt bin. Der 1. FC Kleve verfügt über eine hervorragende Infrastruktur. Zweitens: Manager Klaus Hilpert kenne ich schon lange. Mit ihm kann man absolut professionell zusammen arbeiten. Drittens: Ich hatte zuvor den Bochumer Landesligisten VfB Günnigfeld nur nebenbei trainiert, war arbeitslos und wollte wieder hauptberuflich als Trainer arbeiten.

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