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Erneute unnötige Auswärtsniederlage

Eintracht Trier verliert sein Auswärtsspiel bei Mainz 05 denkbar unglücklich mit 0:1. Trier dominierte das Spiel gegen mit einem halben Dutzend Spielern aus dem Zweitligakader angetretene Mainzer, konnte aber erneut aus einer Vielzahl hochkarätiger Torchancen kein Kapital schlagen. Ein unberechtigter Elfmeter führte zum Tor für Mainz, ausserdem sahen Risser und Cinar die rote Karte.

Vor der für ein Regionalligaspiel spärlichen Kulisse von 600 Zuschauern (darunter 200 mitgereiste Trierer) leistete sich Eintracht Trier die zweite unnötige Auswärtsniederlage in Folge. Der SVE dominierte direkt von Anfang an das Geschehen gegen die U23 des FSV, die mit den bundesligaerfahrenen Neustädter, Demirtas, Amri, Rose, Petreski, Fleßers und Daghfous angetreten waren. Wie im Auswärtsspiel gegen Münster bot sich das mittlerweile schon typische Eintracht-Bild: der SVE erspielt sich Chance um Chance, erzielt aber zu wenige – im heutigen Spiel leider keine – Tore. Neben den Nerven der Trierer ist aber auch der bärenstarke Mainzer Schlußmann Davari schuld an der Offensivmisere der Moselaner. Zuerst rettet er gegen Schulz (2.), dann gegen Lacroix (5.). In der 19.Minute verfehlt Senesie das Mainzer Gehäuse knapp nach einem Freistoß und zehn Minuten später scheitert Risser per Kopf an Davari. Eine Minute später trifft Schulz das leere Tor nicht und in der 31. Minute schiesst Senesie nur ans Aussennetz. Mainz, das bis dahin nur durch Konter gefährlich war und durch Amri die einzig nennenswerte Aktion hatte (17.), nutzt nun die durch den Trierer Offensivwirbel entstehenden Abwehrlücken besser und hat nun gleich große Spielanteile. Der SVE hat jedoch weiter die besseren Chancen. Nachdem erneut Schulz in der 41.Minute frei an Davari gescheitert war, ist Halbzeit.

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Trier drückt und Mainz lauert auf Konter. Risser per Kopf und Senesie per Freistoß haben die ersten Chancen für den SVE in Halbzeit zwei, danach tauchen Petreski und Amri gefährlich vor dem Trierer Tor auf. Ab der 57. Minute greift dann der bis dahin unauffällig leitende Schiedsrichter Steinberg mit einer Kette von Fehlentscheidungen ins Spiel ein. Zunächst verwehrt er einem Trierer Tor die Anerkennung, danach fällt er durch viele kleinliche Pfiffe auf. Der Höhepunkt ist aber eine falsche Elfmeterentscheidung für Mainz in der 78.Minute: Petreski fädelt nach tollem Dribbling bei Lacroix klar vor der Strafraumgrenze ein und der nur wenige Meter entfernt postierte Schiedsrichter gibt zur Überraschung Aller Elfmeter für Mainz. Damit nicht genug: Cinar sieht auf Initiative vom Schiri-Assistenten Rot wegen angeblicher Beleidigung. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung, da Videobilder ganz klar zeigen, dass sich der Trierer Dutzende Meter vom Schiri-Assistenten aufgehalten hat, der somit im lauten Stadion wohl mehr als jeder normale Zuschauer gehört haben muss – wahrscheinlich sogar mehr als eigentlich zu hören war. Demirtas war es egal: cool schickte er Dahm in die falsche Ecke und stellte mit seinem Elfmeter-Tor den Spielverlauf auf den Kopf. Dass danach auch noch Risser die rote Karte für ein höchstens gelbwürdiges Foul an Neustädter sah, ist nur noch eine weitere Fußnote in einem Spiel, dem durch den unfähigen Schiedsrichter Steinberg ein mehr als unrühmlicher Stempel aufgedrückt wurde.

Eintracht Trier verliert somit 1:0 in Mainz und muss zu allem Übel in den nächsten Partien auch noch auf Risser und Cinar verzichten, die sicherlich für mehrere Spiele gesperrt werden dürften. Neben der skandalösen Schiedsrichterleistung muss sich der SVE doch auch an die eigene Nase packen: wer so viele Chancen zum Teil kläglich vergibt, darf sich nicht wundern, ein solches Spiel nicht zu gewinnen. Erneut belohnt sich die Eintracht für eine Klasseleistung nicht mit drei Punkten und rutscht in der Tabelle auf den 14. Rang ab. Positiv: immerhin beträgt der Abstand zu den Abstiegsplätzen sieben Punkte.

Bereits am kommenden Dienstag hat die Mannschaft von Mario Basler Gelegenheit zur Wiedergutmachung, wenn der SVE in Verl zum Nachholspiel antreten muss. Punkten ist hier Pflicht, wenn man die Saisonziele frühzeitiger Klassenerhalt und ein einstelliger Tabellenplatz nicht aus den Augen verlieren möchte.

FSV Mainz 05 II: Davari – Demirtas (90.+2 Krause), Steil, Rose, Kessel – Fleßers – Riske, Neustädter, Amri – Daghfous, Petreski (90. Amani)

Eintracht Trier: Dahm – Dingels, Cinar, Lacroix, Rakic – Schulz, Anfang, Ay (87. Hesslein), Senesie – Risser, Bauer (68. Touré)

Tor: 1:0 Demirtas (80., FE)

Rote Karten: Cinar (78.), Risser (89.)

Zuschauer: 600

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