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Die Achterbahnfahrt der Erben von “Boss” Helmut Rahn

Mit Rot-Weiss Essen empfängt der SV Eintracht Trier 05 am Freitag, 19 Uhr, einen echten Traditionsverein im Moselstadion. Gegründet am 1. Februar 1907 wurde RWE 1955 Deutscher Meister, 1953 DFB-Pokalsieger, 1992 Deutscher Amateurmeister und 1994 Deutscher Vize-Pokalsieger. Neben diesen herausragenden Erfolgen blicken die Rot-Weißen seit Ende des Zweiten Weltkrieges neben 26 Jahren Zweiter Liga auch auf sieben Jahre Zugehörigkeit zur Bundesliga – unter Berücksichtigung der früheren ersten Ligen wie zum Beispiel der Oberliga West gar auf 20 Jahre Erstklassigkeit – zurück. Von 1948 bis 1961 gehörten die Essener jener erstklassigen Oberliga West an, aus der sie dann in die Zweite Liga West abstiegen. Da der sofortige Wiederaufstieg nicht gelang, hatte RWE die Chance verpasst, sich für den Start der 1963 eingeführten Bundesliga zu qualifizieren und mussten in der neuen, zweitklassigen Regionalliga West antreten. 1966 gelang dann der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga, aus der man aber schon ein Jahr später wieder absteigen musste. Zwei Jahre später gelang der Wiederaufstieg in Liga eins als Tabellenzweiter der Regionalliga West durch einen 3:0-Sieg um Aufstiegsrückspiel gegen den VfL Osnabrück (nach einem 3:3 an der Bremer Brücke). Im Jahr des Bundesligaskandals 1971 mussten die Rot-Weißen wieder den Marsch in Richtung Regionalliga West antreten, konnten aber zwei Jahre darauf erneut die Erstklassigkeit feiern. Das letzte Gastspiel der Essener in Liga eins dauerte bis 1977. Der erneute Abstieg bedeutete für RWE die Zugehörigkeit zur Zweiten Bundesliga Liga Nord, später zur Zweiten Bundesliga bis 1991 – nur unterbrochen in den Jahren 1984-86 (Amateur-Oberliga Nordrhein).1991 beutete für RWE trotz sportlicher Qualifikation der Lizenzentzug den Abstieg ins Amateurlager, wo 1992 immerhin der Titel des Deutschen Amateurmeisters gefeiert werden konnte. Nach zwei Jahren Drittklassigkeit gelang der Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga, die die Essener aber nach nur einer Spielzeit aufgrund eines erneuten Lizenzentzuges wieder verlassen mussten. RWE traf ab 1994 in der Regionalliga West/Südwest unter anderem auch auf den SVE. 1996 konnten die Essener nach erneutem Aufstieg ein weiteres Jahr in der Zweiten Bundesliga verbringen ehe es dann mit Zwischenstation Regionalliga 1998 in die viertklassige Amateur-Oberliga Nordrhein ging. Und weiter ging es mit der munteren Achterbahnfahrt: 1999 gelang der direkte Wiederaufstieg und im Jahr 2000 auch die Qualifikation für die nun zweigleisige Regionalliga. Neben einer erneut drohenden Verweigerung der Lizenz 2001 verpasste RWE in den Jahren 2002 und 2003 den Aufstieg in die Zweite Bundesliga als Tabellendritter jeweils nur knapp. 2004 gelang dann der erneute Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Nur ein Jahr später stiegen die “Erben” des 1954er Weltmeisters “Boss” Helmut Rahn wieder ab, um danach wieder in Liga zwei aufzusteigen. Allerdings musste RWE mit dem im Winter 2006 neu verpflichteten Trainer Lorenz-Günther Köstner erneut den Weg in die Regionalliga antreten. Als Tabellenzwölfter scheiterten die Rot-Weißen 2008 an der Qualifikation für die neue Dritten Liga und wurden der Regionalliga West zugeordnet. Die Geschichte von Rot-Weiss Essen ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Auf- und Abstiegskampf, von Lizenzverweigerung, Lizenzentzug, knappen Lizenzerteilungen und Bundesligaskandalen, von Meisterschaften und Abstiegen – die Anhänger von RWE haben vieles schon miterlebt.
In die aktuelle Spielzeit startete Rot-Weiss mit großen Erwartungen. Der Aufstieg in die Dritte Liga ist (war) das erklärte Ziel, das aufgrund der Qualitäten im Kader unter Trainer Michael Kulm auch erreichbar schien. Doch fehlende Konstanz und unnötige Punktverluste bescheren RWE aktuell zwar den dritten Tabellenplatz, aber auch bereits zwölf Punkte Rückstand auf den einzigen Aufstiegsplatz, der derzeit vom 1. FC Kaiserslautern II gehalten wird. Doch zurückstecken mag man in Essen noch nicht, nach der Nullnummer gegen Köln II fordert Trainer Kulm gegen die Eintracht Wiedergutmachung. Mit Sascha Mölders (20 Treffer) haben die Rot-Weißen den unangefochtenen Top-Torschützen der Liga in Ihren Reihen.
Wir freuen uns, mit Essen einen verdienten Traditionsverein zu einem hoffentlich stimmungsgeladenen Flutlichtspiel im Moselstadion begrüßen zu dürfen!

Anstoß der Partie ist am Freitag, 20. März, 19 Uhr im Moselstadion Trier

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